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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 148. Unter von Gothen.

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^Mn>, <,uch die Gabe des Gesanges, Freya das Glück wie den Schmerz der' hiebe Die Feigen und Falschen werden gepeinigt in Ni fl beim, die rühm-los Gestorbenen wandeln als Schatten in Hclas Reiche; dagegen steigen>ie von den Lalk y r c n Erwählten und ruhmvoll in der Schlacht GefallenennachWalhalla hinab, und führen mit den Göttern ihr Hcldenlcben bis zumWellende fort. Die Opfer waren frohe Gastmahle, bei denen man ans Hör-,crn trank, in bedrängter Lage auch bisweilen M e n s cheuopfer darbrachte.

Ungeachtet dieses fröhlichen Wechselverkehres der Götter und Menschenklmgtdurch die ganze Edda ein düsterer Grundton: der Schmerz unddcr Tod erreichen auch die Götter. Selbst Odin's Sobn Baldur war: acfallcn und i» stets lebendiger Erinnerung war ihnen eine Weißagung, daßkillst die alten Mächte des Abgrundes wider sie aufbrcchen würden, um sie, vernichtcn ; zwar würden sie durch die Kraft dcr Äsen, des edelsten Hel-deiigcschlechtes dcr Urzeit, noch zurückgehalten, am Ende würden aber allei Miiäitc des Abgrundes unaufhaltsam kervorbrechen ; alle Äsen und Helden. Walhallas würden gegen sie streiten, aber mit den Mächten des Abgrundes: fallen. Unter diesem Kampfe stürzt die Welt zusammen, und wird voni Flammen verzehrt (Muüpilli, Weitende). Nun wird eine neue Erde ge-schaffen, auf der ein unschuldiges Menschenpaar, einige Söhne der gefallenen) Götter und der aus dcr Unterwelt zurückgekehrte Baldur leben. Doch tritt(der Glaube an eine höhere unbekannte Macht bestimmt hervor, die über die-Estn Kämpfen waltet, von der die ursprünglichen Weltkräfte ausgegangen' md auch die Erneuerung dcr Welt (Alfadur) erfolgt.

- Dich Züge aus dcr Götterlehre gewähren uns tiefe Blicke in de» Charakterda Germanen, zeigen eine gewisse Prädisp osition für das Christenthum-.Md bereiten das Verständlich besonders folgender cigcnthnmlicher Erscheinungen(des kirchlichen Lebens vor: t) der Annahme des Christenthums mit so reinem-'' Lime und religiösem Zartgefühle; 2> der großen Verehrung gegen die christlichen.Priester, wiewohl dieselben in den ersten Zeiten des Christcnthums meist AusländerWmu 3s der naturgemäßen Kircbcnbautcn und Malereien:die deutschen Domemi ihren zahlreichen, schlanken Pfeilern, oben in zahlreiche Acste ausgehend, diesich zu kühne» Bogen gestalten, mit ihren himmelhohen, zartgeglicdcrkcn Thürmen,mit ihren steinernen Blumen, Blättern und Säulenwcrk sind sic nicht die ver-hgnstigtcn alten Eichenhaine der Germanen, jetzt nur geläutert der Anbetung des(höchsten Wesens gewidmet? Ist ihr gchmmichvolles, heiliges Dunkel, die kunstreichdurchbrochene Arbeit, durch die wie durch dcr hohen Bäume gegittertes Astwerkda Sonne Licht magisch durchbricht, nicht Rester und Abbild dcr alten peiiig-ihiiliier?" 4) des vielfachen Ordalicnwcscns u. a. in. (>.

E r st cs C n pi i t c l.

Ausbreitung des Ghristenthuins.

Graiianus, Gesetz, der Pflanzung des Christenth. unter den auf d. Trümm. d.rvm. Kaiseritz, entstanden. Staaten Europ. Tütz. 778. 2 Th. PH i cm er,Einführung des Christenth. in deut. Landen. Schaffh. 857 ff. kling er,tzandb. dcr KG. I. B. II. Abtb. S. 138-244. Retttzerg, KG. Deutsch«.I. Th. Kr afft, KG. gern». Völker. Bd. I. Abkh. l. S. '327 ff. DeutlicheUebersichtcn dcr Völkcrwanderulig in dem historischen AtlaS von Sprnner,noch besser von *Wcdcll.

h. 148. Unter den Gorhen.

Bg>.Gothen" im Freib. Klcx. u. Stoltzcrg Gesetz, d. Rcl. re. Bd. l2-15.

Das Christenthum, welches eine so große Bewegung im Reiche des Geistesheroorgebrachch be reitete auch eine durchgreifende Umgestaltung in den irdi-

*1 Romanen u. Germanen (histor. polit. Blätt. Bd. XII. S. 473 ff.).