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Zweiter Zeitraum.
Zweiter Zeit » au m.
Vorberrsckiende Wirksamkeit der kathol. Kirche unter»»!'m a nisch'-slavisch en Völkern bis zum 16. Iahrlninderte§. 144. Charakteristik dieses Zeitraumes.
Reliquie v. Möhler, shistor. polit. Blätter Bd. X. S. 5b4—74. >.rer, üb. d. wohlth. Cinfl. d. Kirche im MA. auf d. Bermind. d. UiuMndRohheit u. Gesetzlosigkeit tPletz, neue thcol. Ztschr. 83l. Bd.l. S.ASffsla >n»)-an UM or l'öglise eatlu'l. I'ar. 852. 4J. v. G errcs skchjgcschichtl. Borlcsuugcu ihistor. polit. Blättcr 85l. Bd. 28. S. 397-M >Im ersten Zeiträume ist bemerkt worden (S. 247.), daß schonder arianischcn Streitigkeiten mehrere germanische Völkerstämme zum W-stenthum bekehrt wurden, als sie auf das römische Reich losstürmtcii. D,aber das christliche Leben unter den germanischen Völkern sich ganz antmgestaltete als bei den Griechen und Römern, die Germanen auch an davorherrschenden Entwickelung der Lehre im römischen Reiche noch keine» A»-theil nehmen konnten: so würde die gleichzeitige Erzählung beider Geschich-ten nur Unklarheit in die Darstellung gebracht haben. Daher blieb sic Hesse,einem getrennten Berichte Vorbehalten. Beim Beginn desselben werben»aus einen ganz andern S ch auplatz versetzt, wo sich die Wirksamkeit de»Christenthums aus eine ganz eig enthüml i che Weise offenbarte. Es isldas westliche, und zwar nicht das alte, sondern ein meist von andern Men-schengeschlechtern bewohntes Europa, dessen neue Eroberer auf den Trim-mern der römischen Weltherrschaft das Gebäude einer neuen gesellschaftlichenOrdnung aufführcn, und obgleich selbst Sieger, sich doch bald als geistigUebcrwundenc der Religion und Kirche der eroberten Länder unterwerfen. Z»diesen Ländern und Zeiten, in welchen nach dem treffenden Ausdrucke He,-der's') Alles so zu sagen in dem Schifflein der Kircheschwamm, erscheint uns dieselbe auch in einer neuen, bisher nicht übliche»Stellung und Wirksamkeit. Ausgerüstet mit der aufgenommene» Bildungder alten Welt, und vereinigt durch ein in mannigfachen Abstufungen festge-schlossenes System der Hierarchie, tritt sie gleichsam als Vormünderin derneuen europäischen Menschheit auf, greift als solche in alle bedeutende Ange-legenheiten des öffentlichen und Privatlebens unmittelbar ein, dehnt ihre Ge-richtsbarkeit aus viele ihrer Natur nach rein bürgerliche Gegenstände auchund tritt in ihrem Oberhaupts, welches in dieser Periode auf den Schei-telpunkt seiner Macht gelangt, zum Richter zwischen Unterthanen und Fürste»,Völkern und Staaten aus. Und diese vorherrschende Einwirkung der Kircheist dann die Ursache, daß die mannigfachsten Richtungen des Völkerlellnisich nicht zusammenhangslos thätig zeigen, sondern in dem hohem Lebcntze-setze der Relig ion ihre Bestimmung, Einheit und Erklärung finde», dasder ganze Charakter des Mittelalters als ein religiöserund architektonisch gegliederter erscheint. Während die Eine»dieseStellung der Kirche bitter tadeln und in derselben alle Ucbel des Mittelalterserblicken wollen, erkennen billigere Beurtheiler in ihr vielmehr das einzigeMittel, geistige und sittliche Bildung in jenem Kindesalter der bürgerliche»Gesellschaft zu erhalten und für spätere Zeiten vorzubereitcn und herbeizufühm.
Sogar Männer, deren Talente von Jedermann anerkannt, und welcheüberdieß durch die Consession, der sie angchören, und die Grundsätze, z«denen sie sich bekennen, hier über jeden Verdacht der Parteilichkeit erhall»1) Herder, Ideen zur Gcsch. der Menschheit. Stutta. 828. Th. lV. S.W