IZ6. Feier der Eucharistie Mittelpunkt der kirchl. Versammlungen. 337
Gläubige« bleibe». Die Messe der Katechumcne» begann nach den ver-sckicdenen Liturgien entweder mit Singe» von Psalmen oder mit VorlesungHs der heil. Schrift. Die Psalmen wurden entweder von allen Versam-melte» einstimmig gesungen , oder es waren besonders seit dem 4ten Jahrh.,,» Orient und seit Ambrosius im Oecideute die Gläubigen in zwei Chöre gc-tbcist welche die Psalmen als Antiphonen und Rcsponsorien sangen. Der«sie davon (Introitus) glich ganz dem Eingänge der jetzigen Messe. Dieseraain entsprechend folgte nach den ältesten Liturgien das Flehen um Erbarmensnzue -lUnoor), darauf die erweiterte Dorologie (plorls) in mannigfachenAbweichungen; der Bischof grüßte das Volk (pox vobiseum), verrichtete imMinen Aller ein Gebet (tiolleetu, giiin klckcckuim votn ul, ec» (>ussi eollige-tmnturl, und nahm dann auf dem Throne Platz. Nun bestieg der Lectordas Pulk und las einen Abschnitt aus den apostolischen Briefen oder dem A.T. in der Volkssprache vor, meistens nach eigens eingerichteten Lectionarien.Nachdem darauf ein Psalm (^r-ullmlis) gesungen worden, recitirte der Lec-tor, seit dem 6ten Jahrh. der Diakon, das Evangelium, welches derBischof von seinem Throne herab oder am Altäre stehend, mit eingestreutenpraktischen Bemerkungen trnetstus) erklärte, oder einen freien Vor-
trag (normo) darüber hielt. Hiebei wagte das Volk wenn es sich besondersaiigesprochen fühlte, nach früherer heidnischer Sitte bisweilen sogar Beifallz» klatschen. Chrysostomus mußte ihm einst zurusen: „Es ist hier kein Thea-ter, ihr sitzt nicht um Komödianten zu sehen," und ein anderes Mal: „Ihrhabet mir lauten Beifall gerufen, ich aber möchte weinen Der Diakoncinfcrntc nun die Ungläubigen , Katcchumenen, Energumenen und Büßenden.Die bei verschlossenen Thürcn Zurückgebliebenen forderte er zum Gebete auffür die Entlassenen, für den Klerus, die ganze Kirche, alle VolkSclassen,Freunde und Feinde. Die Umstehenden gaben sich gegenseitig den Friedenskuß.
Schon in der ersten Periode ist der Glaube der katholischen Kirche vonder Eucharistie als dem wahren Leibe und Blute Christi und alsOpfer vielfach bezeugt. Noch stärkere Beweise finden wir bei den jetzigenKirchenvätern und in der eigcnthümlichen, unserer jetz ig en M eßfei erganz cntsp r echend en Au s p r ä g u n g der miss» lickekium. Die Ncu-geiauften in das Geheimniß der Eucharistie einweihend , sagt unter AndermCyrill von Jerusalem: „Ehedem hat Christus zu Kana in GaliläadaS Wasser in den dem Blute ähnlichen Wein verwandelt, und wir solltenihm nicht glauben, daß er den Wein in Blut verwandelt habe? — Nehmenwir also dasjenige, was uns gereicht wird, mit voller Ueberzeugung als denLeib und das Blut Christi an. Denn in der Gestalt des Brodes wirddir der Leib, und in der Gestalt des Weines das Blut Christi gegeben, da-mit du, wenn du den Leib und das Blut Christi genommen, Einen Leib undCi» Blut mit Ihm bekommst. — Darum stehe das Brod und den Weinnicht als bloße Elemente an; denn sie find nach der Aussage des Herrn derLeib und das Blut Christi. Stellen sie dir gleichwohl deine Sinnealso dar, so soll dich doch der Glaube sicher und gewiß machen. Beurtheiledie Sache nicht nach dem Geschmacke, sondern sei durch den Glauben voll-kommen versichert, daß dn die Gabe des Leibes und Blutes Christi erhaltenhast I. Nicht minder best immt betheuert Augustinus: „Jenes Brod, daö
t) Ilornil. 26. in sp. I. nck Oorintb.
2) cnteebes. mMnZvtz'. IV. n. 2. 3. 6. (exp. eck. 7oEe« x. 319 sg.)
^miso IVzMe«. m-m. enterb, c. 37.: Oer Verbum vei et orntiouem eta-
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