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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1. Zeitraum. 2. Periode. 4. Capitcl.

tyrer- und Kinderfest (28. Dccembcr) verherrlicht. Endlich entstand,'n dngriechischen Kirche ein Fest zum Andenken aller Märtyrer und Hech.gen als Octave des Pfingstfestes, da in ihnen sich die Wirkung des hegGeistes darstellc. Im Abendlandc wurde es unter Bonifacius IV. xM.)führt (seit 600 1 . November), als ihm der Kaiser Phokas das Pan,bei,schenkte, welches nun in eine, der heil. Jungfrau und den Märtyrernweihte Kirche verwandelt ward. Außer dem irdischen GeburtstagChristi wurde bis jetzt nur der Johannis des Täufers gefeiert,Zeit, wo die Tage bereits abnchmen (24. Juni). Augustinus erinnert dMan den Ansspruch des Täufers ') : er muß wachsen, ich aber muß abnchn,«(Joh. 3, 30.). An das gerade in der beginnenden Zeit des Sieges bisChristenthums über das Heideuthum von Helena aufgefundene Kreuz CHMhatte das christliche Gemüth eine wehmüthige Freude gekettet^). Als diesesdurch den glänzenden Sieg des Kaisers Hcraklius den Persern wieder eni-rissen worden, feierte man seit 631 die Erhöhung des heil. Kreuzes(ko5tum sxaltat. 8t. Oucis, 14. September) und später auch der Auf-findung desselben < in vmitio oi-iwi«, 3. Mai).

Die kirchlichen Feste und Fasten am Ende des 4ten Jahrh. beschreibt«ausführlichsten der hl. Epiphanius in folgender Weises:KirchlichVersammlungen werden nach der Anordnung der Apostel am vierten «:sechsten Tage und am Sonntage gehalten. Am vierten und sechsle«Tage fastet man bis neun Uhr (3 Uhr Nachmittags), weil an dem ÄenTaziChristus gefangen und am 6ten gekreuzigt worden. Dieses Fasten bis zu,Oten Stunde wird das ganze Jahr hindurch in der rechtgläubigen Kirche be-obachtet, außer in den 50 Tagen vor Pfingsten, an welchen es nicht ei-laubt ist, die Knice zu beugen und zu fasten. In dieser Zeit versanmel,man sich auch am Mittwoch und am Freitage, nicht um 9 Uhr, sondern«am Sonntag in der Frühe. Auch am F est e der Erscheinung, wo un-ser Herr nach dem Fleische geboren worden , es falle auf den 4ten oder btrnTag, wird nicht gefastet. Die Ascetcn beobachten das Fasten und Wchifreiwillig, mit Ausnahme des Sonntags und der 50 Tage, das ganze Iahhindurch. Die kathol. Kirche betrachtet alle Sonntage als Freudentagc Ofastet nicht an denselben; denn es geziemt sich nicht, am Sonntage zu fas!»Die 40 Tage vor Ostern pflegt sie mit Fasten zuzubringcn; doch auch«dieser Zeit nicht am Sonntage. Die 6 Tage vor Ostern bringen alle Völ-ker in Xerophagie zu, das ist, sie genießen nichts in dieser Zeit als Bm,Salz und Wasser, und dieses nur Abends. Diejenigen, welche recht cifchsind, genießen durch 2, 3 oder 4 Tage, ja Einige die ganze Woche nichts,bis Sonntags früh zum Hahnenschrei. Man hält 6 Wachen, und an der-selben ebensoviel Zusammenkünfte. Auch versammelt man sich die gayFastenzeit von 9 Uhr bis zum Abende. An einigen Orten wacht man»vom 5ten bis zum 6ten Tage und Sonntagönacht. An andern Orten feiert umam 5ten Tage um 9 Uhr das heil. Opfer, und entläßt dann das Volk, jedochdauert die Terophagie fort. Noch an andern Orten begeht man dieses nfSonntags früh beim Hahnenschrei, nämlich am feierlichen Tage der Aufer-stehung, und entläßt das Volk, wie es angeordnet ist. Die Taufe und die

1) Iwwil. 287.

2) Vgl. *Dieringcr, System der göttl. Thatcn. Bd. I. S. 214.2. A. S. los

3) exposit. üäsi c. 22 sg. (opx.. Dctav. ll. I. I>- llOli