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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 134. Die kirchlichen Feste u. Fasttage.

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Gleichwohl kamen zu jenen hohen Festen im Verlaufe des 4ten Jahrh.me hinzu, die den Kreis der heil. Erinnerungen des Christen vervollstän-digten. Allgemein wurde das Epiphanie- oder Theophan lesestdes Orients nun auch nach dem Occidente verbreitet, jedoch in veränderterBedeutung gestiert Hs. S. 221.). Das Weih nachts fest, das Fest derHeiligung der menschlichen Natur, stammt dagegen aus dem Abendlandeund war hier bereits unter P. LiberiuS allgemein, im Oriente erst umM eingeführt, und nach der Anregung des heil. Chrysostomusals die Mutter aller andern Feste" bald überall verbreitet'). Tief-sinnige Kirchenlehrer wiesen bei der Feier dieses Festes im Wintersolstitiumdarauf hin: daß die Geburt Christi bedeutsam in die Zeit der längsten Nächteund kürzesten Tage gefallen sei, weil der Unglaube damals die ganze Weltwie eine Nacht bedeckte, von nun an aber abnehmen und der Glaube anCbristus sich mehren sollte ^). Wie zum Osterfeste finden sich seit dem 7tenJahrh. auch fromme Vorbereitungen zum Weihnachtsfeste(gclventus). Um die heidnische Neujahrsfeier und den damit verbundenenAberglauben sammt den Weißagungskünften zu verdrängen, wurden in derkatholischen Kirche im Gegensatz zur heidnischen Schwelgerei Fasten angeord-net. Später ward das F est der Bes chneidung Christi gefeiert, zu-gleich als Beschneidung des Herzens durch Buße im Gegensatz zu heidnischerLust. Daran reihten sich zwei neue Feste: die D a rstellung Christi imLem p el jlostiim pisssentat. Lire, in tomplo, bei den Griecheneccmsus nach Luk. 1, 25., wo Simeon dem Jesuskinde begegnet und in ihmden Messias erkennt), welches im Abendlande später als Marienfest (Isstumpmiiicstioiiis) am 2ten Febr. begangen wurde, und das Fest der Verkün-digung Mariens -rav Isstnin nnnuntiationis), das in

seinem Ursprünge ungewiß, sicher auf der trullanischcn Synode (692) er-wähnt istJ. Auch feierte die griechische Kirche seit dem 7tcn Jahrh. nocheiüFest d er Verklärung C h r i st i (^k-ra/aop-h-bo-ecac), und reihte andiese Feste eine jährliche Feier der himmlischen Geburtsfeier sämmtlicherApostel. Dermalster Valcntinian erließ eine Verordnung, wornach diegerichtlichen Functionen an diesen Tagen ausgesetzt werden sollten. DieGedächtniß tage einz einer M ärtyr er in der ersten Periode wurdenjetzt vervielfältigt; das Andenkendes Märtyrer Stephanus ward inder abendländischen Kirche auf sinnreiche Weise mit dem Weihnachtsfesteverbunden, um anzudcuten, Stephanus habe die Krone des Märtyrerthumsum von Christus erlangt und zugleich am vollgiltigsten von der Menschwerdungdes Sohnes Gottes gezeugt. Der Todestag PetriundPaul i als himmlischerGeburtstag (29. u. 30. Juni) wurde zunächst besonders zu Rom feierlich be-gangen ; das Blutbad der bethlemitis chen Kinder wurde als Mär-

llpiscoxs, ns plus iugrsäistur in scclssiaui iuixioruin; uou euiui locus bouii-uem SWtMcat, seä bouio locuui. (KaklanL bidl. 1. III. u. 229. Mrnsr. 1. I.l>. 582.) ^

1) 0li,!/«osr. bouiil. iu äisiu ustsl. (I. II. p. 355).

2) Ki'SAor. III. Z40. ^IriAALtrw. serin. 190. u. 1. Deo M.

Mw. 25. u. 1. .

3) Oone. esu. 52. Iu ouiuibus ssuctss^ gusäraxssiuiss jgjuuii

>ebus, xrLstsrgusm ssbbsto, st clouiinics. st saucto a-r-rrMtratlo»rs Äs tist

krsossuetiücstoruw luiuistsrium r. XI. p. 967. 77a-M»r. I.

Bgl. DamSei'trnr cowineutsrius äs llssu Lbristi siusaus nistriskAtis. katuv. 782 L