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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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z. 133. Kirchliche Kleidung, Poesie und Gesang.

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<l»nwche Erfindung derGlocken wird dem srommenP aulinus, B. vonNola in Campanien, zu Anfang des 5tenJahrh. oder demB. Sab iniannt Unrecht zugeschrieben; erst seit dem 7ten Jahrh. wird derselben zuver-lässig >n Italien und Gallien erwähnt, im Oriente viel später.

Die Abneigung gegen die Gebilde der Kunst in den Kirchen ward baldüberwunden. Wir kennen keine ältcrn Gebäude zu kirchlichem Gebraucheals die Katakomben, und diese sind bemalt. Unter den Bildern,welche die Wände der Tempel und Wohnungen zierten , stand auch jetzt wiefrüher das Kreuz oben an: das Zeichen der allgemeinen Verwünschung,der äußersten Strafe war jetzt Gegenstand allgemeiner Sehnsuchtund Liebe geworden. Man sah es triumphirend an den Häusern, aufden Dächern, in Städten und Dörfern, auf den Bergen und in den Thälern,auf dem Meere an den Schiffen, an den Waffen, Büchern u. s. w. '). Eserinnerte den Christen an die Grundlehre seiner Religion wie an seinen Be-ruf: für die Sache Gottes zu leiden und unter Leiden Christo zur Herrlich-keit nachzusolgen. Auch Christus, die Apostel, Propheten, Märtyrer undCccnen aus der heil. Geschichte wurden als Sinnbilder des Ueber-sinnlichen für Ungebildete und Gebildete meist mit gutem Erfolge darge-stellt.Was den lescnskundigen Gläubigen die Schrift, das ist den lesenS-nnkundigen die Malerei, weil in ihr auch die Unwissendensehen, was siebefolgen müssen; in ihr können auch diejenigen lesen , die sonst keine Buch-staben kennen", schrieb mahnend Gregor d. Gr. Nur gegen die DarstellungChristi als Lamm sprach die trullanische Synode (s. S. 307.), und derMißbrauch der Bilder zu heidnischer Abgötterei mußte bisweilen von Kir-chenlehrern gerügt werden. Der vornehmste Schmuck der Kirchen besondersder Altäre wurden die Reli quien vom Kreuze Christi und den Ucberrestender hl. Märtyrer; leider verband sich auch damit bald Mißbrauch und Be-trug, welche das Einschreiten der Bischöfe, sogar des Kaisers TheodosiuSnotwendig machte').

§. 133. Kirchliche Kleidung, Poesie und Gesang.

Die erlangte Freiheit der Christen erzeugte bald eine größere Pracht beiden kirchlichen Versammlungen. Dies zeigte sich zuerst in dem auszeichnen-den Schmucke und d en Festg ew ä nd ern des Klerus bei den verschie-denen heil. Handlungen, wobei die Kleidung der A. T. Priester vielfachVorbild war. Besonders war die bischöfliche Kleidung ausgezeichnet, beiden Griechen durch die heil. Stola (anfangs oranrim, später

stols) und einen Umwurf von weißer Wolle («^oipög-on, pallium) alsSymbol des wiedergefundenen und vom guten Hirten aus der Schulter (coploc)getragenen Lammes. Dieses Pallium, auch im Occidente üblich, wurdeseit dem 6tcn Jahrh. von den Päpsten den Metropoliten zum Zeichen dersiirchengemeinschast und Abhängigkeit gesandt. Die Tiara oder Mitra(Insul), aus kostbarem Stoffe, oft mit Edelsteinen und Gold geschmückt,war Symbol der bischöflichen Autorität im Orient und Occident; im letzter»zierte den Bischof noch das schöne Symbol des Ringes und des Stab es'').

1) 6/rri/sozt. üom. 54. in Nattb. n. 4. gegen übertriebenen abergläubischenGebrauch Xugusrm. Leriuo 302. n. 3. Leriuo 32. n. 13

2> Vgl. gg onsi's monacbor. c. 28. L. VI.. Len. u. Ooct.

Eoäos. IX, 17. 7.

3j Lu Dour, äs origins, autignit. st sauet, vsstium saesräotal. Lar. 662.4.oc/wüä, äs omopborio episcopor. §r. IIsIm. 698. Dertsc-r, äs orig, usu st auch,