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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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1. Zeitraum. 2. Periode. 4. Capitel.

Grundform desselben war ein l ä n g l i ch e s V i e r e ck'), welches durch Sz,.lenreihcn in drei, selten fünf Räume oder Schiffe getheilt war, und am Gende in eine halbrunde Nische («chrc, sbsiclg, conebz) aM

worin die Sitze der Priester, mit dem Throne deö Bischofs in der Mchstanden. Seit Constantin entstand die Vorliebe für die Kreuzesfvr»,'indem man das längliche Viereck gegen das östliche Ende von einem zweit,«Viereck durchschneiden ließ, wodurch ein Querschiff entstand, und-««ganze Gebäude ein Achteck wurde. Diese Form hatten die oben erwähnt,«Kirchen im Oriente und im Occidente die Laterankirche, die St. P,,terSkirche, die St. Paulskirche und die Kirche M ariaMagg,,,,in Rom, die Apollinariskirche zu Ravenna u. m. A. Unter Kais,,Justinian wurde neben der Bastlikenform bevorzugt derKuppelb«,nach Art des von Agrippa, dem Freunde des Augustus, 26 v. Ehr. erbaut»Panth eon zu Rom, welches 606 in eine der hl. Jungfrau und den M>tyrern geweihte Kirche verwandelt ward. In diesem Stile war ausgeDdie schon von Constantin erbaute Hauptkirche in Antiochien wie die Apchl-kirche zu Ct., die Vitaliskirche zu Ravenna, und die prachtvollste von All,«die Sophienkirche zu Et. in dem neuen Baue. Bei ihrer Einweihunzrief Justinian in freudigem Stolze aus: Salomon, ich habe dich üb»,troffen <re lLaXo,uk>i-)!

Das Innere der Kirche zerfiel gewöhnlich in dr ei Theile; im West»dieV orhalle 7rgö?«o^ auch kckm'um, vesttbutm)

für die Nichtchristcn; 2 ) daS Schiff (r-o-o?, nsvis, Oratorium Igicorniusfür Katechumenen, Büßende und Gläubige, die dem hohen sittlichen Ernst,der Christen entsprechend nach Geschlechtern getrennt waren. InOriente hatten die Frauen ihre Plätze häufig auf Emporkirchcn;Chor snnctumium), gewöhnlich erhöht, durch Schranken und

Vorhang abgeschlossen, und äußerlich meist in eine halbrunde Halle anölsn-send. Darin stand der Altar, in früherer Zeit meist von Holz, seit t«vierten Jahrh. gewöhnlich von Stein mit dem Kreuze und Lichtern verziert;darüber schwebte der hl. Geist in Gestalt der Taube. Erst zu Ende deö MJahrh. werden mehrere Altäre in einer Kirche erwähnt'). Entweder»der Grenze zwischen Schiff und Chor, oder im Schiffe selbst waren ein oderzwei höhere Stufen, Pulte für Lectoren; für den lehrenden Bi-

schof aber im Chore ein noch mehr erhöhter Stand. Ewige Lampen erleuch-teten die Räume als Symbol der fortwährenden Verherrlichung des überTag und Nacht erhabenen Herrn des Tempels. Am Eingänge der Kirchebefand sich ein Wafferbehältniß oder eine Quelle osntlinrus), zur

Ablution beim Eintritte. Größere Tempel hatten noch Nebengebäude, beson-ders einen Taufsaal (^o-Tr^io^-rpior-), meistens in der Form der Mi-schen Rotunda, und Behältnisse zur Aufbewahrung der kirchlichen Gerätst-(usoretsrium s. elmcomoum mgZmim). Der Consecration der Kirchenwird fast gleichzeitig bei Erwähnung der ersten Tempel gedacht (s.S. Alst;gewöhnlich wurde sie bei Veranlassung von Synoden durch eine erhebend«Feierlichkeit vollzogen, und in der Folge das Jahrgedächtniß (encnems, i»-tum ckecliestionis oeele8. auch nstale soolosiss) festlich begangen^). D»

1) 6oo8titut. ^.poetolor. lib. II. e. 57.: ae xrimo guiäsm asclüs sit obion-n eN.

2) Ueb. d.Mehrzahl der Altäre in einer Kirche s. Binterim a. a.O. M.IV. TH.1. S. 96 ff. u.Kreuscr, Bd.I. S.82ff.3) Vgl.Kirchweih-"«Freib. Klexik. Bd. VI. S. 203-208.