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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 131. Concilic» und kirchliche Gesetzgebung.

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Hilarius von ArleS wies Leo mit Berufung auf die von den PäpstenBomfacms und Cölestin getroffenen Anordnungen in die Schranken, und, Hilarius suchte in Demuth den Papst wieder zu versöhnen'). Die Vcrwü-stuna der afrikanischen Kirche durch die arianischen Vandalen machte ihmlinderen Einverleibung in das römische Patriarchat möglich ^). Auchdem Kaiser Valentinian II I. gegenüber behauptete Leo die Würde als Ober-haupt der Kirche und erlangte die Anerkennung derselben von ihm. Zu einerZeit, wo Europa den Zorn des Attila erfahren mußte, hat Leo im päpst-lichen Schmucke, den Hirtenstab in der Hand, im Bewußtsein seiner Stel-lung als Oberhaupt der Kirche, welcheRomdurchdieBurgderRe-liaion mehr als durch den Thron kaiserlicher Macht erwei-tert^), die Geißel Gottes abgewandt") und Rom gerettet (452). Nachdes Volkes Sage soll Attila über Leo den heil. Petrus und Paulus mit ge-zückten Schwertern gesehen und gefürchtet haben. Von jeher, sagt seinBiograph Arendt, hat Leo den Beinamen des Gr. selbst von solchen er-halte», die in ihm nicht das Oberhaupt ihrer Kirche, nicht einen Lehrerihres Glaubens sehen. Das Pontificat Greg or'ö d. Gr. soll später inähnlicher Weise vorgcführt werden.

§. 131. Concilien und kirchliche Gesetzgebung,lieber die verschiedenen Synoden u. die Litteratur darüber s. Hcsclc, Con-cilicngesch. Bd.l. S. 168. u. Aschbach. Kirchcnlcrik. s. v.Concilia."u. im Frcib. Klar. 8- v.Synode."

Die ökumenischen Concilien («rür'oZor waren die

höchste richterliche Autorität in dogmatischen Streitigkeiten und haben zu-gleich das Wesen der katholischenKirche am vollendetsten dargestellt^). Schonin der ersten Periode beriefen sich die Kirchenlehrer bei Abweisung der ein-seitigen Doctrinen der Häretiker auf die übereinstimmende Lehre der ge-summten Kirche. Damals konnten aber die Bischöfe der entfernten Kirchenwegen der Verfolgungen sich nicht versammeln und den Gesammtglaubenauf eine so in die Augen fallende Weise bekunden. Diese Erscheinung trataber sogleich nach Beseitigung der Hemmung hervor, ein Beweis, daß die

1) Vgl. Lonoratr vita 8t. Lilarii (LoiöaM. acta 88. acl cl. V. bl. blas!) u.s>I>p. beoms sp. 12.

2) lieon. ep. 12. ael spiscop. Xt'ric. (opp. 1. I. p. 657 8g.) ep. 11. (T. I. p.b!2.) u. lüooäosii Xov. tit. 24. nach. Li'ttsr.

3) Worte aus: äe voeut. goutium, wahrscheinlich v. Leo als Diakon geschrie-ben. lapp. D II. p. 167 sg.)

ll Joh. v. Müller, Reisen der Päpste (sämmtl. Werke in 8. Bd. 8. in 16.Sd.25.) Ausg. mit Anm. v. Kloth. Aach.831. Vgl.Arcndta. a. O. S. 323-30.

5) Der Nameökumenisch", abzuleitcn von dcrBczcichnung des römischenStaates als . orbis tsrrarum, zuerst can. 6. Oouc. 6t. (381). Das

i»mc Wesen dieser Concilien ist trefflich gezeichnet von L7ar. äs trinit. XI, 1.Heber die Bedeutung u. Tendenz dies. Concilien ist der Ausspruch des dritt. Con-als zu Ct. wichtig: 8rwctum et univsrüale eoueilium clixit: 8ulüciöbat guiclsm»ö perkvctum ortboäoxae üclsi coguitionem atgue coutlrmutiousm pium atgueMbostoxum boo cliviuae gratias szmbolum (conoilii Ooustaut. II. a. 553). 8sclguoiüam non äöi-titit ab exorclio acliin-eutor malitiue cooperatorem sibi 8er-Mtem invenieus, st per ouur vsneuosam bumauas uaturas clelsreos mortem,et ita organu acl proprium nui voluututsm apta reporieus, Tbeoclorum clioi-ms etc. exeitavit Obristus Usus uonter üäolissimum imperatorsm, uovrrmmvnl gm ngn ästlit somruim oeulis suis, cloueo per buuo nostrum aDeocongregatum saorumgns couvsutum »ectae ffcker reperrt xer/eet«ur

xmeckcationem. (Harckrrür. I. III. p. 1398.)

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