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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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307
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§ 125. Charakteristik d. veränderten Stellung d. Kirche z. Staate. 307

Dimcrkung. Auch dieses sechste ökumenische Cvncil erfuhr manche Gcgcn-wirkimac,!, daher die zweite trullanischc Synode (692) die Beschlüsse des-sclbcl, iwäunals bestätigte, und da sic zugleich zu den fast ausschließlich dvgmati-lcke» Verhandlungen des fünften und sechsten ökumenischen Concils noch 102 Ka-mme» über Kirchcnvcrfassung und dieverfallene" Kirchendisciplin feststellre,eilnun ,,ini!;extum genannt ward'). Bon jenen Kanonen sind besonders derII über die Anzahl der apostolischen Kanoncs, der VI. n. Xlll. von dcr Pricstcr--hk der XXXVI. vom Range des Patriarchen von Ci., der IV. gegen das Fastena,»'Samstag, und der UXXXII. gegen die pammcsbildcr für die künftige Stel-lung der griechischen und römischen Kirche höchst bedeutsam geworden.

D r i t t r s C >r p i t c l.

Verfassung und Regierung der kathol. Kirche.

Mratur vgl. §§. 52. n. 82. Die auf die Verfassung bezüglichen kaiserlichenGesetze im voll. Hrsollcw. u.-Instiuian. hervorgchoben b. Riffel a. a.O.Vnch II. S. 114271. ll'/romaWE vetn8 st novo, ssel. lliseipl. sto.Planck, Gcsch. der kirchl. Gcscllschasts-Vcrf. Bd. I. S. 276 ff.

125. Charakteristik d. veränderten Stellung d. Kirche z. Staate.

Während in der ersten Periode die katholische Kirche dem Staate gegen-über ßch vollkommen unabhängig entwickelte, mußte sie nun für die vomStaate erlangte äußere Freiheit demselben auch eine Theilnahme ande» innern kirchlichen Angelegenheiten gestatten, wodurch sie Manches»o» ihrer inneren Freiheit verlor. Zwar hätte der Umstand, daß dasChristcnthum nicht, wie die heidnischen Religionen, mit dem Staate entstan-den »nd verwachsen, sondern unabhängig von demselben als göttlichesInstitut aufgetreten war, vor einer Vermischung beider warnen sollen,was auch Constantin d. Gr. in mehreren Aeußerungen anerkannte (s. S.231 ), aber nicht immer beobachtete. Sein Sohn Constantius, dieGrenzen der Kirche und des Staates oft ganz übersehend, übte bereits in reinkirchlichen und dogmatischen Angelegenheiten tyrannische Gewalt aus, wel-cher viele Bischöfe, die vom Staate Wohlthaten und Schutz erhielten, dafürihre Ueberzeugung aufopferten. Nur -die besseren und kräftiger» unter ihnen,wie Athanasius, Hilarius von Pictavium, Hosius von Cor-dula, Luciser von Cala ris, Basiliusd. Gr., Ambrosius». A.protestirten gleich den Päpsten gegen einen solchen Zwang, gegen solch un-befugtes Eingreifen in das Göttliche ). Auf das Wort Christi:

l> Die Acten dcS sonciln tznunssxti h, X. XI. p. 921 8g. LarckE.

I. III. p. 1645 sei- vgl. sValalt« Xkew. Ir. s. snss. VII. äi88srt. III. äs canonib.rvuoäi tzuiniesxtae st chnbll. spoelia lD-X. x. 438 8g.) Hefelc, Concilicngesch.Bd. III. S. 298-318. n. praolsct. Ir. s. D. II. x. 151160.

2) ljni8 canon trallillit, Ooinitss sesls8ia8tiei8prnös88sro-

bus s.ut e(Iieta.iullieia sorum, gni epissopi vosantur, promulznrs? 8i nain-4 ue illuä spiscoporum äscrstum S8t, gnill illucl Einet all Irnpsratorsin?Mmloiiuni s. sasenlo rs8 llusuoinolli aullita S8t? gnanllonam soslsoias llscrstum»l Impsimtors neespit auetoritatsm aut pro llsorsto illull babitnin S8t? Uiot.4i>au°r. n. 51 st 52. sll.Lenoll. Uatav. 777. ll.I. p. 296 8g. Schön und»nt der dem Christen u. dem Bischöfe ziemenden Frcimüthigkcit,lagt Reandcr, sprach Hilarius von Poiticrs zu Constantius: «läcireo labo-rchs sOussgres) st 8a1ntaribu8 conoilün rsmpnblicnw rsZiti8 ut omnss,üwbus iwpsratio, llulewoiina libsrtats xotiantur. Lsrts vox Exelamantium a^.^susustullme exaulliri llsbst, 6atllolien8 8um, nolo SL8sllo.srstien8;luristiUMs sum, non Xrlanuo: st mslius milli in lloo nasculo mori, guam>»c>M privnti potsntia llowinunts co,8tam vsritatis virZinitatsm oorrumpsro.

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