§. 123. Selbstständiges monophpsitischcs Kirchcnthum.
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Der bei seinem Ansspruche beharrende Papst und die ihm ergebe-nen Bischöfe wurden verbannt. Bald verfiel Vigilius in den früherenWankclwuth zurück, willigte (554h in die Verdammung der drei Ca-vitel'): weil sie nicht ohne Hartnäckigkeit gefährliche Jrrthümcr vertheidigtMen und gab zu den Beschlüssen des Concils seine Zustimmung, wodurchrs den Rang eines ökumenischen erhielt. Vigilius starb aus der Rückkehrnach Nom zu Syrakus (555). Als sein Nachfolger P el a gius I. eben-falls die Beschlüsse des fünften ökumenischen Concils anerkannte, fand er imLee, deute heftigem Widerstand gegen dasselbe , ja er sah sich genöthigt, dergesummten Kirche von seiner Rcchtgläubigkeit Rechenschaft abzulegen ^).Dennoch entstand durch die Opposition der Bischöfe des nördlichen Italiens,Galliens und Spaniens sogar ein Schisma, an dessen Spitze Paulinusvon Aquileja, als Metropolit von Vcnetien und Istrien, mit einem Theilevon Jllyricn, Rhätia II. und Noricum, und Vitalis EB. von Mailandfanden. Auf der Synode von Aquileja (555).verwarfen sie das fünfte all-gemeine Concil, weil cs im Widerspruche mit dem Concil zu Chalcedonfände. Das Schisma dauerte auch unter den folgenden Päpsten fort bisGregor d. Gr., der dasselbe theilweise beilegte. Erst unter P. SergiusI.(687—701) traten die letzten Schismatiker des lombardischen Reiches aufder Synode von Aquileja (um 700) zur Kirche zurück.
§. 123. Selbstständiges monophpsitischcs Kirchcnthum.
Auch im Oriente war der Zweck des Concils von Ct., die Monophysitenmit der katholischen Kirche zu vereinigen, nicht erreicht worden; am wenig-sten dadurch, daß der Kaiser Justinian in seinem Glaubenseifcr nachträglichkur; vor seinem Tode die Lehre der Aphthartodoketen für rechtgläubig decre-tirte (564). Ebenso illusorisch war die Absicht seines Nachfolgers IustinII.:durch ein abennaligcs Edict (565) alle neuen Gegensätze der Vergessenheitzu übergeben, sammt der Aufmunterung, ohne bestimmte Formeln den Heilandzu loben'). Die Monophysiten bildeten in ihrer beharrlichenAbsvndcrung eineigenes Kirchensystcm aus. Die erste Anregung dazu gab in A e g y p t e neine Gegenwahl der zahlreichen Monophysiten gegen den von Justinianernannten katholischen Patriarchen Paulus von Alexandrien. Die Mono-physiten lebten hier unter dem Namen Kopten fort, gaben ihren Gegnernden Namen Melchiten d. i. Königlichgesinnte oder Hofpartei, und zogenauch die Kirche Aethiopiens in ihre Gcmeinschast"). In Ar m enienward der Monophysitismus von den erobernden Persern aus Oppositiongegen das römisch'e Reich begünstigt'). Daß die Synode zu Thivcn (527)
1) Vgl. D. UI. p. 213 sq. Mr»rsr 1. IX. x. 413 sq. Die ex.
VixHii nä Duh'cb. in cts Äkerreae üiössrtutt. u ätzatus sclitus. Dur.- 689. 8. u.in 4e tllarccr, evncoräiu «uesrclotii et imxorii. sä. Dtosstmer, x. 277). Hefele,kencilikiigesch. Bd. II. S. 882 ff.
2) Vgl. Lcrnsr D. IX. x. 433 sq. Dtarctrrur III. x. 421 sq.
3) DraArm«, 6. e. V, 4. XVII, 35.
De Hule», Orien8 ebrisliau. etc. (Dur. 740. 3 D. k) V. II. p. 357 sq.Wutsch, kirchl. Geographie u. Statistik Bd. I. S. 225. Ne»ar«to( bist, xu-,f?"unruw Xlsxunclriuor. äueobiturnm. Dar. 713. 4. 2a/crectc7c-!i-7>Da/r»'tsr7(«chtsgclehrt. in Kairo ff 1441) Iiii-t. Ooptorum Lbristiunor. in Xegxpto, uru-
et lat. off. IVetFer. Zolisb. 828. Frcib. Klcxicon. Bd. VII. S. 242 ff.
o) omnt-MrtOr, meiuoirss sur DXrwsnis (Dur. 828—29. 2 D.) V. I. x. 329g. stamm bist.Xrinonu ecolosiust. st polit. Lolon.686. Drei. 701.8. Hefele,e°»ciliengesch. Bd. II. S. 697-699.