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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 121. Streitigkeiten der Monophystten; kaiserl. Henotikon.

gerhoben durch die Behauptung: Christus sei den körperlichen Affectenund der Verwesung nicht unterworfen gewesen; er habe solch^nicht noth-weiidiq sondern nur zum Heile des Menschengeschlechtes empfunden (ä-pS°-p-Lehrer deS Unverweslichen oder iik-mtasissts«;). Eine neuePartei an deren Spitze der aterandrinische Diakon ThemistiuS war,stellte die Frage auf, ob Christus während des irdischen Daseins Alles ge-wicht oder ob ihm Manches unbekannt gewesen sei (Themistianer oderAgnoeten). Auch die Julianisten entzweiten sich abermals aus Anlaß derspitzfindigen Frage, ob der Leib Christi geschaffen oder »»geschaffensei-rE-rri-rcU und Und als ob die Sekte derMonophy-

siten noch nicht genug zerspalten sei'), verfiel der scharfsinnige Ausleger deSAristoteles, IohanneS P h iloponus (um 560), die Begriffe Naturund Person verwechselnd, in den TritheismuS I, und be^eichnete auchdic zukünftige Auferstehung der Todtcn als eine ganz neue Schöpfung.Das äußerste Extrem des Monophysitismus stellte endlich der alerandrinischeSophist Stephan Niobes') durch die Behauptung auf, daß beiderallein richtigen Annahme von Einer Natur in Christo man durchaus keineVerschiedenheit des Göttlichen und Menschlichen in ihm denken dürfefMkitne).

Schon diese innere Spaltung lähmte die Kraft der Monophystten; nochgefahrvoller für sie schien aber die Regierung des Kaisers Justinian l.g527gz) zu werden, welche durch schnell aufeinander folgende Eroberun-gen und Siege des Belisar und NarseS, noch mehr durch daS treffliche, für diefolgenden Jahrhunderte so einflußreiche, nach ihm benannte Gesetzbuch desRcchtSgelehrten Tribonianus und manche treffliche Anstalten denkwürdiggeworden ist. Er befahl, daß alle Kirchen des Orients die vier ökumeni-schen Synoden, also auch die von Chalcedon, annehmen sollten, daher oftder Synodit genannt. Ueberdieß noch besonders geneigt, sich in kirch-liche Angelegenheiten zu mischen, war er unausgesetzt bemüht, durch Strengeund versöhnende Mittel die Monophystten, besonders die Severianer, welchedem Bekenntnisse von Chalcedon noch am nächsten standen, mit der katholi-schen Kirche zu vereinen. Seine Absichten wurden aber oft unbemerkt durchseine schlaue, den Monophystten günstige Gemahlin Theodora vereiteltoder zu Gunsten der monophysitischen Partei geleitet. So veranstalteteJustinian eine Conferenz zu Ct.") zwischen 5 katholischen und 6 mouo-

1) äimn. Damase. scrixta aäv. blonoxbxsit. (opp.. ke Huren. 1. I.)bsonü'rrs (um 610), äs noctis (rnax. bibl. kl?. 'k. IX. x. 660 sg). Walch,Kctzcrhist. Th. VIII. S. 520 ff.

2) Des Philoponus Commcnt. zu Aristotel. meist erhalten; in boxaemsron, äisxud.äs Meliats (. ttn-cks/'E. Vionnas 630. 4. Verb, in traklanD 3?. XII. x. 471

lib. äs aotornit. munäi eoutr. krool. (Vsnst. 535); s. Buch üb. d. Trini-tät geg. Joh. Patr. v. Ct. ikVrotE, eoä. 75) verlor, vgl. aber Deo-Mus, ässoctis aot. V. u. 6. u. Doa». D>M»ase. äs basrssib. c. 83.; s. Werk n-f!lk/iot. coä. 21) ebenfalls verloren, vgl. aber kiinotbsus prssb^tsr äs varüsnnereticis ne äivorsis oorum in oeel. rscchienäi lormnlis in Ootsksr,'»' inonn-mmit. eeelss. gr. 1. III. x. 4IZ

3) Vgl. Dr'onr/s. ka.tr. Xntiocb. in Assenra-rr bibl. Oriontal. 1. II. p. 72.u. kimvtd. b. OotelerOrs I. 0 . k. III. p. 397 sg.

4) Oollatio Oatkolicor. v. Lsvsriauis lTllänee. k. VIII. p. 817 sg. TlarÄurir., v. I. 533! k. II. p. 1159 8g). Noch andere Confcrcnzcn erwähnt in

bibl. Oriontal. k. II. x. 89 sg.