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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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251
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§ M. lieber die Lehre von d. Kirche u. Buße gcg. die Donatistcn. l51

wurde die Angelegenheit erst zn Rom (313) und darauf zu Kar-thago streng gerichtlich untersucht. An beiden Orten wurde aber für Felixund Cäcilian entschieden. Da die verurtheilte Partei damit nicht zufrieden,var wurde eine große Synode »ach Arlcö (314) aus sehr vielen jafist -Mosen Gegenden berufen. Diese entschied in gleicher Weise, erklärtedie Ordination durch einen Traditor für giltig, und verwarf die von Majo-r,»'^Partei vorgcnommcne Wiedertaufe ); auch erließ sie 22 wichtigeBeschlüsse über die kirchliche Disciplin. Aber auch damit waren die Vernr-tbeiltcn noch nicht zufrieden und appellirtcn von dieser kirchlichen Behördeunden Kaiser'): das erste Beispiel einer bischöflichen Appel-lation an die weltliche Behörde. Constantin ward darüber mitUnwillen erfüllt und erklärte ihnen:sie hätten in frecher Raserei wie Hei-den Appellation eingelegt, anstatt das Urtheil der versammelten Bischöfe alsdas Urtheil Christi anznsehen, welches ja auch er anerkenne."

Bald darauf starb Majorinuö (315) ; ihm folgte sein GesinnungsgenosseDonatuS, von seiner Parteider Große" genannt, der mit seinem FreundeDonatus, B. von Casänigrä, ihren Anhängern den Namen Dona-tisten gab. In der That war auch besonders der letztere schon währenddcS Episkopats des Majvrin das Haupt und die Seele der schismatischenPartei. Ungeachtet seines Widerwillens nahm Constantin die Appellationa», und ließ die Angelegenheit nochmals zuMailand untersuchen (316):die Entscheidung blieb abermals dieselbe. Nun wurden aber gegen dieDonatistcn strenge Gesetze erlassen, und der kaiserliche Comeö Ursa eiuöbeauftragt, sie zu vollziehen. Dies brachte die heftigste Gährung unter denDonatistcn hervor, so daß Constantin im Geiste des Christcnthums noch-mals Milde und Nachsicht versuchte, und die afrikanischen Bischöfe ermahnte,das ihnen von den fanatischen Donatistcn zugefügte Unrecht nicht mit Unrechtzu vergelten. Aber diese Rücksicht verfehlte bei dieser wüthendcn Rotte ihreWirkung, daher der nachmalige Kaiser Co nstans, wiewohl mit Wider-streben, endlich zur äußersten Strenge schritt (347). Die jetzt von Do-natus zu Karthago eingelegte Protestation:Was hat der Kaiser mit derllirchc zu schaffen?" blieb natürlich ohne Erfolg. Die angesehensten Häup-ter wurden cxilirt, viele Kirchen ihnen genommen. Dies steigerte noch ihreLeidenschaft; ganze Schaaren Landvolk in Nnmidien und Mauretanien be-drängten in wilder Wuth die Katholiken und das römische Reich (eiienm-celliuues oder oireollioims; sic selbst nannten sich militrm (iliristi, uMiüs-tbl ; selbst die donatistischen Bischöfe waren vor ihnen nicht sicher. UnterZulian erhielt diese Partei nach der bekannten Tendenz dieses Kaisers einigenSchutz und viele Kirchen zurück (362).

Die Schrift dcsOptatus von Milev e charaktcrisirte den Verlaufdieses Streites treffend also:ausZorn geboren, durch Ehrgeiz

hat. kathol. Kirche durch gewisse schändliche Verführungen irre leiten wollen, sowisse, daß ich dem Procousul den Befehl crthcilt habe u s. w. Wenn sieda demselben Wahnsinn beharren, so wende dich a» die Richter ». s. w."

l) b'oncr't. oon. 13. 8. V. I g. 266. lUansr. D. ll. p.

1:2) Vgl. Di-. München, üb. d. erste Coneil v. Arles (Bonner Ztschr. f. Philos.Md kathol. Thcol. H. 9. S. 78 ff.,. Hcfclc, a. a. O. Bd. l. S. 176 ff.

2, Nach dem Berichte des OMnt. 2l/,7en7d. legte diese Appellation erst Dona-mS v. Karthago ein; aber richtiger erzählt wohl Augustinus, daß sic schon vonMonnuS geschehen sei. Vgl. V. VI. uoto IV. z. Gesch. d. Donatistcn.