H. 108. Glaubcnsquellcn: bl. Schrift und Tradition rc.
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Ucbertragung des A. T. mit Berücksichtigung der griechischen UXX beifügte.Ncben dstser Autorität des göttlichen Gesetzes, sagt der gefeierte Vincenzvon Lerin (s- um 450): „erkennen wir auch die Trad ition der katholi-schen Kirche an" (was immer, überall und von Allen geglaubt worden ist*),und diese trat als Gesammtinhalt der kirchlichen, mündlichen, lebcndig-töncndcn Lehre immer besonders hervor, und wurde zum Verständnisse derb Schrift als durchaus nothwcndig erachtet"). Diesen Glaubensatz erör-terte in dieser Periode der heil. Augustinus umfassend und tiefsinnig.
Der Manichäer vielversprechende Verheißung der Lösung aller Ge-heimnisse und Enthebung aus den irdischen Banden (s. S. 165) hatte auchden heil. Augustin angelockt und auf einige Zeit gefesselt. Nach bittererEnttäuschung richtete er sich in der von dem festesten Glauben beseelten Po-lemik Z zunächst gegen die Psychologie der Manichäer, namentlich gegen dieAnnahme von zwei Seelen, wovon die eine ihrer Natur nach böse seinsollte.Er nöthigtc den Secundus zu dem Geständnisse, daß die eine Seele durchihren Willen mit Freiheit sündige. Indem er stch alsdann gegen das Blend-werk ibrer soviel verheißenden Wissenschaft mit der überzeugenden Sprachebitterer Erfahrungen wendet, hebt er überall die Nothwendigkeit einererziehenden Autorität hervor, welche er nur in der Kirche findet. Undwo er spccicll noch die Alles auflösende, subscctivc Kritik bekämpfte, mit wel-cher diese Jrrlehrcr gegenüber dem übereinstimmenden Zeugnisse der Kirchedie Aechtheit oder Integrität der hl. Schriften verwarfen, sprach er jenenFundamentalsatz der katholischen Kirche aus: „ich würde selbst demEvangelium nicht glauben, wenn mich nicht die Autoritätder Kirche dazu bewv g e." Der Traditionbewcis wurde jetzt, wie schonim 3ten Jahrh., aus der Uebcreinstimmung der Bischöfe in der Glaubens-regel wie der in der Gemeinschaft der katholischen Kirche verbliebenen unddarin gestorbenen, durch Wissenschaft und Heiligkeit ausgezeichneten Väter
*) konnnnnitor. pro catliolieno tiiloi nntignitata et nniver-mlitato alle. >>rotun.minnum Inrorvtieor. Novitäten, c. 3. cnin 8nlvinni cg>. Oo Zu'ocnnut. ete. e,l.
(H'Ostbt, Vnnlob. 809; sauimt dem Werke !>o praoseripl. Ime-
ivtikor InZolnt.835. eO. LersoA. Vrntml. 83«. Vgl. -j-Gen gler, üb. die Regeldes Vincenz v. Len» (Tüb. Q.-Schr. 833. H. l.>. lieber das Kritcr. d. Katho-lickät, welches d. hl. Vincenz i» s. Conunonitor. aufstcllt (Katholik, 837. Fc-bruarhcst. . Nozavcns Bemerk, darüber t Bonn er Ztschr. H. 20. S. 203.).fElpelt, des b. Vincenz v. Lerin Erniahnmigsbuch, sein Leben n. seine Lehre.Nisi. 840. f-Hefelc, Vincenz v. Lerin u. sein Coniinonitorinm (T ü b. Q.-Schr.8ö4. S. 83-126.)
1) IVneent. common.' lchiin saernm serisilnrnni jiro altitnO.ino aliusalüer intergrotatni^ nt peno gnot leoininos tot illine. sontontiao orui ;> 08 S 0ville-Mtu,-. Eliten uanniuö «Inin blovatus, alitvr 8ni>eIIinz o:e. exponit; gun-eirea ueeesso est, nt Uropbstioas st ^xvstvliouo interprstMouis liusL propterMm varii erroris aniraclU8 necunilnn, normuni alignuni — (nniversalein tan-Pilnn ecelosiao roZuluin a von xrno8eriptam) c1iri»atnr e. 20 U. 27.
2) Augustinus Schriften etr. Llaniclm,so8 in T. VIII opx. ml. Honsel.; der
allcgirte Satz ain Schluffe: „ovanZolio non oreeleroin, niui mo oc(lü8iae eornnio-reret uuetoritus" findet sich etr. ox. LInnielnroi, tjunm voenni, Knneleunonti e. 5.s. Böhringcr KG. in Biogr. Bd. I. Abth. 3. S. 272-296 u. 385-444. --vgl. Aussprüche d. christl. Alterth. üb. d. richt. Erkl. der h. Schrift (Frint'sstcol. Ztsch. Jahrg. 8l2 ». 13.) — oxplientio Ontbolicor. 8z'8>om:rt>8
ae imm-grst. litwrar. saor. Llunnotorii 835. -j-Fricdlieb, Schrift, Tradition». nrchl. Schriftauslcgung. Brest. 854.