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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1. Zeitraum. 2. Periode. 2. Capitel.

Eine solche Entwickelung der Dogmen wurde in dieser Periode bervoiGrufcn a) durch die Ankämpsung heidnischer Philosophen, 6) vorherrschedurch das Entstehen mannigfacher Häresien und den dadurch bedingten Gcgcn-kampf gotterlenchteter, classisch gebildeter Kirchenlehrer, und e) durch demtieferes Eindringen in den christlichen Lehrgehalt nach verschiedenen wifsenschchlichen Richtungen. In dieser Beziehung ist offenbar diese Periode die wich,tigste. Bildet ja auch der Kamp ffür d i e Lehre den eigentlichen Mittels»,»!,des kirchlichen Lebens. Gegenstand der Lehrentwickelung war im Oriente da«Dogma vom Wesen und der Aufgabe der Kirche, von der Pers«Christi und des hl. Geistes, im Oceidente von der christlichenAs-thropologic. Diese Dogmen haben hier ihre vollständigste Ausbildungerfahren in den Beschlüssen der so zahlreichen Eon eil i en, wodurch st -rasch ein Gemeingut aller Gläubigen wurde. In diesem Kampfe hat sich ^eine große, heldenmüthige Hingabe für die göttliche, unverbrüchliche ick«kund gegeben, aber auch vielfach beklagenswerthe Gewaltthätigkeiten OLeidenschaften.

tz. 108. Glaub cnsquellcn: hl. Schrift u. Tradition; Bibclkan»«u. kirchliche Erklärung der heil. Schrift.

Wie früher (s. S. 17576), blieben auch jetzt die mündliche Traditio«und die schriftliche, kanonisch-biblische Lehre als die Quellen des katholisch«« ;Glaubens bestehen. Die letztere sah man als einen Ausflußd c s h. G«i 'stes an und citirte darum:Der hl. Geist sagt." Augustinus sprach di«unerschütterliche Ueberzcugung von der göttlichen Jnspiration d«i IBibel in folgenden Worten aus:ich bin des festesten Glaubens, keimihrer Verfasser habe in irgend etwas geirrt. Finde ich aber etwas, das da lWahrheit entgegengesetzt zu sein scheint, so muß ich annehmcn, entwedermein Codex sei falsch, oder der Uebersetzer habe den Sinn nicht recht anSge-drückt, oder ich habe es nicht recht verstanden." Doch wurde der Jnssnr«-tionsbegriff in der alerandrinischcn Schule weiter (acl vorbmn), in d«an tio ch eni sch en enger (ml sank. «I 021 n. 1 t. ot moral.) gefaßt; und beziig-lich der Zahl der inspirirtcn, heiligen, den Aposteln zugeschriebenen Schuften wurden noch im 4ten Jahrh. nianche allgemein anerkannt (<>«,<,1o;N- ,jiier«), andere hezweifelt od. 1 - 0 A«), noch andere als ««t-

schieden Unächt, apokryphisch U. od. «iTrci-kgnch«) vcrwor-

fen ^). Die Bestimmung über Aechtheit oder Unächtheit sollte nur vond«Kirche abhängen'); die dritte Synode von Karthago (397) niiiuntde-reits alle diejenigen h. Bücher in den Kanon auf, welche wir gegenw«irtizin demselben finden^). Im Abendlande (Afrika) wurden vielelateinischcllckr-setzungen der h. Schrift gebraucht; im größten Ansehen stand die Itala, welch«Hieronymus im Aufträge des Papstes Damasus verbesserte und ihr e«

Lime oinnia. 1,oc. tlioolog. Ilb. Vit. eap. 4. (Lorinser, Entwick. u. Fortschrittin d. Kirchcnlchrc nach Brest. 847.

1) So unterscheidet Tilused. In 0 . III, 3. 25. VI, 25. vgl. I V, 22. üb. 7 - 1 ."

s. Maier, Einl. ins N. T. Frcib. 852. S. 488 ff.

2) <Ä/r?A. Hr'enos. entmin IV.: Disie. sincltoso at> oeclosin, guinsun swlV. V. Ildri, gui voro bl. nsrgio inilli lsZas «juirligranr axner^pliorum.

3) Oonc. OnrtbuZ. III. ouM. 47. (Lanck«»«. V. I. ;n 968. Mrusr. 7.111».891. Vgl. ean. 36. onne. I1ip;ion. Mansn V. III. p. 924) üb. die Aeältheit diksrr .vollständ. Slufzähl. s. Note 98 u. 99. bei ME«. V. III. i>- 935 s«> ^ )Kirchhofcr, Qucllensannul. zur Gcsch. des N. T. Kanons. Zürich 843.