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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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243
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§. 104. Hindcriiiffc für d. weitere Verbreitung d. Christenthums. 24.3

sprechen >):Wenn alle Könige der Erde und alle Völker, alle Großen undalle Richter, Jünglinge und Greise, jegliches Alter und jegliches Geschlecht,wie Johannes der Täufer sie anredet, die Lehre Christi hörten und erfüllten:st würde ein solches Volk alles Bürgerglückes in diesem irdischen Leben undder ewigen Seligkeit zugleich theilhaftig werden." Und die B ürgertugen-den des älteren römischen Staates anerkennend, bemerkt er im Hinblick aufdie Wirkungen des Christcnthums ):So zeigte Gott an jenem blühendenReiche der Römer, wie viel die bürgerlichen Tugenden auch ohne die wahreReligion vermöchten, damit erkannt werde: daß die Menschen, wenn diesenoch dazu käme, die Bürger eines andern Staates werden, dessen König dieWahrheit, dessen Gesetz die Liebe und dessen Dauer die Ewigkeit ist." End-lich mußte auch der gallische Presbyter Salvia nus, der Jeremiasseiner Zeit (j- 484), zu demselben Zwecke eine Apologie des Christenthumsverfassen '), ja bei den sich steigernden Drangsalen die göttliche Providenzrechtfertigen; es offenbare sich an den entarteten Heiden und Christen nurein verdientes göttliches Strafgericht.

h, 104. Hindernisse für d. weitere Verbreitung d. Christenthums.

Nicht allein jeneP o lem i k erschwerte die Verbreitung des Christenthumsunter den in der vorigen Periode noch unbekehrt gebliebenen Heiden im Rö-merreiche, sondern auch das jetzt veränderte Leben vieler Christen.Manche, gelockt durch die dem Christenthume bewilligten Vortheile, hattensich demselben ohne aufrichtige Sinnesänderung als Schein- und Namen-christen angeschlossen. Sie leuchteten nicht in jenem heil. Wandel derChristen aus der ersten Periode, der die Heiden hätte anziehen können. Da-ran erinnert der heil. Augustinus:Du findest viele Heiden, die deßhalbkeine Christen werden wollen, weil sie sich mit ihrem guten Leben begnügen dies nur sei nothwcndig, was kann mir Christus weiter vorschreiben.Und was willst du mich überreden, ein Christ zu werden? Ich bin von einemChristen betrogen worden, und ich habe keinen betrogen; der Christ hat mir.falsch geschworen, und ich habe keinem den Eid gebrochen")." Doch selbstdiese und andere unzählige Hemmungen hat nun die Kraft des Evan-geliums durch die geeigneten Organe großer Kirchenlehrer und Möncheauch überwunden. Die letzte diocletianische Verfolgung hat viele Flüch-tige in ganz entfernte Gegenden getrieben, wohin das Licht des Evan-geliums »och nicht gedrungen war, und auch die kriegerischen Verhältnisseder damaligen Zeit haben der Religion des Friedens vielfach Vorschubgeleistet.

1) ckuA. äs eivitats Ost II, 19.

2) epist. Llarcelli». 158. u. 17. (gut vitiis inrpunitis volunt staunrempublicain, guam primi Romani eoustituerrurt auxoruntgus viri utibus, stsi nonliabeut.es veranr pistatenr erga Osunr verum, guas illos etiam in aetsrnam civi-i.Uvm passet salubi'i religiono poräueers; custoäisntos tarnen guauäam sni ze-uoris probitatem, guae passet terrenae civitati canstituenäas, augenäae conser-rauäaegue snlbcers. Deus eniin sie osteuclit in opulentissimo et praeelaro iin-perio kvinanorum, guantum valereut civilss etiain sine vera religions virtutos,M mtelligorstur stae ackMa üeri Irominss cives alterius civitatis, Cujus rexrentas, erstus lex earitas, echus moclus aeteruitas. (ecl. Lerreck. 1. II)

3! SÄvmn. Mr««r7. (um 440) cls Zubsrnat. I>si sopp.. Lai«, kar.M. 8. max. bibl. r. VIII.)

4) .In,/, traetat. 25. n. 10. in 4van. 6. 26. suarrat. II. u. 14. in ks. 25.

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