§. 103. Die Polemik der Heiden; christliche Apologeten.
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stellte die Verehrung der Märtyrer und ihrer irdischen Ueberreste (s. S. 147)dcm abrogirtcn Götzendienste gleich, wiederholte die schon von dem unbekann-ten Apostelschüler so,,, m! vioxn.s beantwortete Frage: warum Christus,wenn er die absolute Religion gcoffenbarct, so spät erschienen sei, verdäch-tigte das Leben oder die Gesinnung der Christen u. A. Da aber, wie schonbemerkt ist, der von den besten Kirchenlehrern/z. B. von Gregor vonPa'iauz wiederholt ausgesprochene Rath: „die Christen möchten dochvon der Gewalt, welche sie durch die veränderte Zeit erhalten hatten, keinenGebrauch machen und den Heiden nicht Gleiches vergelten," oft verletztwurde so mußten die Christen von den Bcstreitern des Evangeliums bis-weilen auch herbe Wahrheiten vernehmen. Dahin gehört das Wort desLibanius gegen die oft stürmischen und gewaltsamen Tempelzerstörungcn:?der Zwang soll nach euern eigenen Religionsgesetzen nicht erlaubt sein,es soll darin die Ueberzcugung gepriesen, der Zwang verdammt sein; warumwiithct ihr also gegen die Tempel, da dieses doch nicht überzeuge», sondernGewalt brauchen heißt. Ihr übertretet so offenbar eure eigenen Neligions-gesetze!"
Jenen falschen Auffassungen und Entstellungen des Christeuthums gegen-über traten aber auch setzt treffliche christliche Apologeten auf. So antwor-tete ans die Theorie des Religionseklckticismus und das damit verbundenesubjektive Meinen treffend Ambrosius: „kommet und lernet auf Erdenden Wandel des Himmels; hier leben wir, dort ist unser Wandel; der Gott,der mich geschaffen, lehre mich auch die Geheimnisse desHimmels, nicht der Mensch, der sich selbst nicht kennt." Gleichabwehrcnd und erläuternd, so wie die Nichtigkeit des Hcidenthums enthüllend,schrieben die bcidenÄpollinaris zuLaodicea in Syrien'). Eusebius,B. von Cäsarea s-s 340) und Athanasius, EB. von Alexandrien, habendie griechische Apologetik zum Abschluß gebracht. Sie bezeichneten nämlichauf eine treffliche Weise die Bahn, auf welcher das Heidenthum wissen-schaftlich widerlegt und dann die christliche Religion in gleicher Weisebegründet werden solle Z. Weniger gelungen ist das Werk des FirmicuSMaternus '), worin mit gänzlicher Verkennung des Wesens des Christen-timmö die Kaiser Constautius und Constans sogar mit Berufung auf A. T.Stellen zur gewaltsamen Unterdrückung des Heidenthums aufgefordert wer-den. Dem Treiben des Kaisers Julian hat sich der gleichzeitige Gregorv. Nazianzs) in gewandter glänzender Rede gegenüber gestellt: die letztenSpuren seiner hämischen Bestreitung des Christenthums aber der kräftige
ll lieber Apollinaris vgl. 7/,'eronz/m. «1u vir. illust. r. 104.: Hieronymuskannte von ihm noch 30 Bücher gegen Porphyr.; üb. seine der hcidu. Poesie u.Beredsamkeit Hochgebildeten biblischen Stoffe s. , 8 oorat. Ir. o. III. 16. ch'oenm. li.e. V. 18.
2l Urb. Oaesar. lilib. XV. oel. V/e/arns. kur. 628.
eü. Kaisrlor/, Oxnn. 843. Lnsd?-; -7^',-I-xH libli. XX. (wov. nur I — X) c.not. LanlaoitOV. kor. 628. Ergänz, b. kabi-t«/ clolsetu» »rxumeutor. otyllab. ote. s. Mcrat. vor tz. 60; beide, die xrusjiurut. u. clemonstr. sviurxel.jusannn. ml. Onlon. 688 . Äaeuei, covnnsulur. elv blusob. Ouosur. rol. elir. cls-leusare. llootl. 844. — UtAa-rasr?' xxvx u. 77 ^ 2 ! 7 ^;
rw svpp. sä. kur. 698. I.) Böhringcr Bd. I. Abthl. 2.
- 3jAVr», Os orroro i>roluuur. rsIiAion. ocl. je. Niuul. kolico)
l-nxil. Lutuv. 709; scl. Müirte/'. IIuvn. 826.
4) tlrnAor. in ffuliun. Xpostut. iuvootivus äuus.
Alj-g's Kircheugeschichtc. 7. Auflage. Itz