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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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239
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§. lO). Die Polemik der Heiden; christl. Apologeten.

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Schwieriger als im ruhigen Oriente war eine gleiche Durchführung imOccidentc, der von den hcranströmenden barbarischen Völkern hart bedrängtwurde. Auch zeigte sich hier H onoriu s (395 423) weit milder. Zwarliatkc er die Zerstörung der noch übrigen Tempel auf dem Lande geboten ') ;

den Städten dagegen sollten sie sammt ibren Schätzen als Kunstwerke er-halten werden, welch letzteres auch später Gregor d. Gr. überall beachtetwissen wollte. Valentinian III. (423 455) konnte nur Gesetze gegenden Götzendienst geben ), mnsitc aber der Zerstörung der Tempel Einhalttlmn; denn dic durch die Völkerwanderung dem Reiche beigebrachte Rothward allgemein der Verachtung der Götter Rom's zugeschricbcn '), so daßL ros ins, Augustinus und Salviau diesen weit verbreiteten Wahnschriftlich bekämpfen mußten. So konnten sich vereinzelte Spuren des Hei-dcutliums besonders auf Sardinien und Corsica bis ans Ende dieser Periodeerhalten, obschon Leo und AnthemiuS") den Götzendienst mit Confisea-tion der Güter, Verlust des Amtes und der Würde, sa mit körperlicher Züch-tigung bestraften (zw. 467 und 72), Justinian I. (527 65) ihn sogarmt Todesstrafe bedrohte Z. Die Schule zu Athen hob er nach ihremMjäbrigen Bestände auf und untersagte:daß diejenigen, welche an demWahnsinne derHellcnen krank sind, irgend eineWifsenschaft lehren, damit sienicht unter dem Vorwände zu lcbren, vielmehr die Seelen verderben." Vor-nehme und gebildete Heiden sollten von dem Jakobitischcn Bl Johannes un-terrichtet werden").

tz. 1Ü3. Dic Polemik der Heiden; christl. Apologeten vgl. §. 69.

Dellingcr, Handln d. KG. B. I. Abth. II. S. 509l. v. Drcp, Apo-logetik 2. A. Bd. t. S. 36 ff.

Den Kamps des Christenthums gegen das Hcidcnthum steigerte und ver-längerte dic Polemik der heidnischen Philosophen und Rhetoren, die auchmiterden veränderten Zeitmnständcn n>cht schwieg, sondern sich vielfach gel-tend zu machen suchte. Das Ernsteste dieser Art war wohl das WcrkdesKaisers Julian in 7 Büchern, welches den Inhalt des A. T. zumMythus berabwwrdigt, der Lehre des Plato weit nachsetzt, dic Märtyrer-»erchrnng verhöhnt, und sogar daS reine Leben der Christen verdächtigt.Dem tobten Jesus, der nichts Besonderes vollbracht habe, stellte er mitlütterem Hohne dic herrliche griechische Litterntur und die Weltherrschaft desRömcrrciches gegenüber '). Fast gleichzeitig wurde wahrscheinlich der demAiciau nachgebildcte Dialog Philopatris verfaßt, der besonders gegendic Mönch,c als schlechte Patrioten gerichtet ist und die Trinitätslchre ver-spottrtZ. N och einmal erhob sich auch in der bekannten allegorisirenden

l) lock. 77iH X V I, 5. 42. 2) <7ock 27,sock. XVI, lO. 17 u. 18.

3) Vgl. Xoaim. IV. 59. u. Rm/nst. do riv. I>ei XXIII, 13.

t> 6'. I. 11, 78. D/,ot. <-v,I. 242.

öl Rweoi-. bist- >u-r. x. 302. D^eop/'a». elirvooM. p. 152. Maiains rbronoxr.(u»> iiÜ6> Von. ?. II. gz. 82. 61 XaemMir Inbl. Orient. 35 II. i>. 85.

Der Titel v. Jnlian'g Werk:Winterabende v. Antiochien" davonmn Fragm. in <7t/r?R. X/em. adv. äulian. Iibl>. X. (die 3 ersten Bücher: L,«-71,., 51.«,./-).:^.,), besond. cdirt in dslsnso du ibaxauiLms pur I'ewperenrm>>. par le blargnin FXr</ettv. III. sd. Lori. 769.

8, Dieser Dialog in ozip. sd. Reite-, 35 III. z>. 708 sg. Die obige

chNI'estnmnung seit i-seaneri do astats et amt. dial. Rneiauoi, ciui ?IriIogatriswsmlmur, clispm, sd. III. voott. 748. Nach Nicbuhr i-raekat. 35 XI. 6orp.8MMr. bist. Lyrant. sd. Lonn. x. IX. soll der Dialog erst unter d. Kais.

Mas (988 od. 69) verfaßt sein.