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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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l. Zeitraum. 2. Periode. I. Capitcl.

immer mehr zum Bewußtsein gekommen. Ein alter Pädagog ans sei«,mütterlichen Familie, Mardonius mit Namen, suchte Julian für dl,Götter Homer'S und Hcsiod's zu begeistern und seinen der Natur zugewandtcn Sinn zu beleben, während er nach dem Befehle des Constantius auf kmLandgute Makcllum in Kappadocicn in gänzlicher Zurückgezogenheit jM.ten und nur mit dem Christenthume bekannt werden sollte H. Als er ms«,nem 20ten Jahre nach Ct. zurückkehrte und bei seinen fortgesetzten Studie»große Talente bekundete, ward er für den geistlichen Stand'bestimmt, duminder begabte Gallus zum Cäsar ernannt. Da bei der Kinderlosigkeit d,jConstantins sich die Augen den kaiserlichen Vettern insbesondere dem Juli«zuwandtcn, so schickte ihn der Kaiser aus Ct. nach Nikomedicn zu dem dor-tigen arianischcn B. Eusebius unter dem Borwande, dort seine Studien foil-zusctzen. Hielt man ihn auch mit besonderer Sorgfalt von dem heidnisch!»Rhetor LibaniuS entfernt, so wußte er sich doch dessen Vorträge zu »er-schaffen. Dem Ncuplatoniker Marimus von Ephesus gelang cs, durchVergeistigung des Heidcnthums Julian's Vorliebe dafür noch zu steigern).So kam, sagt Cyrill v. Alexandrien, daß der den Gläubigen Beigk-zählte, durch die hl. Taufe Erleuchtete und in der Lesung der hl. Bücher Ge-übte, verdorben durch den Umgang mit verworfenen, dein Hcidcnthnmc erge-benen Menschen, an den Abfall vom Glauben dachte, und daß der für de»Dienst der Kirche Erzogene ein Diener der bösen Geister wurde."Mahnung des Gallus, der Kunde davon erhalten, der Religion des Ei«Gottes nichts vorzuziehen, wirkte nicht aus seinen Geist, machte ihn nur i»seinen Acußerungen behutsamer und in seinen religiösen Ucbungcn heuchleri-scher. Nach der Ermordung des Gallus (354) wurde auch Julian gefange»gesetzt, doch nach 7monatlicher Haft aufFürsprache der Kaiserin Eusebia mijAthen entlassen. Da er bei dem vorgerückten Alter des Constantiusausgehende Sonne war, wandten hier die Verehrer und Vertreter des Hei-denthumS diesem jungen Prinzen ihre ganze Aufmerksamkeit zu, bemüht msihn cinzuwirken. Bald prunkte er auch in stolzer kindischer Eitelkeit mit d»Philosophenmantcl. Prophetisch rief der gleichzeitig zu Athen studimiüGregor von Nazianz aus:Welches Unheil erzieht sich das römisch!Reich in diesem Menschen!" Da Julian überdies zu wenig in den Geistdes ChristenthumS eingcweiht war, um die damaligen christlichen Lebrstw-tigkeiten und Sekten in dem wahren Lichte zu bcurthcilcn und davon unluintzu bleiben, so mußte dieses alles zusammen einen Zwiespalt in seinen M-gionsansichtcn heroeiführcn, wonach er oft enthusiastisch für das Cbristentbmgestimmt zu sein schien, aber bald darauf auch in gleicher Weise sich für desHeidenthum aussprach ). Bei seiner Rückkehr nach Ct. benahm er sichauf den Rüth derGötrer" fo heuchlerisch .und einschmeichelnd gegniConstantius und seine Gemahlin, daß der Kaiser ihn mit Titel und Purpurdes Cäsar schmückte (357). Bald darauf schickte ihn dieser nach Gallun,um gegen die Allemannen und Franken zu kämpfen. Seit Julian den Ober-befehl übernommen, errang das Heer große Triumphe und richtete seineHchnung auf ihn. Nun ließ er sich von demselben ohne Wissen und Willen des

1) Mrroett. XXlk, 9. V, 3. 6y'e//r>r. Aas/a»«. vr. N

Dibau. or. V. XIl. Der erste bezeichnet XXIV, 4. den Julian als: vir grokecl«beroicis caunuiusraiuluo inMuiis.

2) vi'tas Loxlrmt. p. 86. IU, 1. Aosom. V, 2. L/Lan. «r. k-

3) ckuilatt. s^. 36- Drüau. or. X. 3) XXII, ö. dioreomJhb.