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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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233
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§. 99. Unter Julian dem Apostaten.

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diese eilfertige Unterdrückung wurde jedoch dem Heidenthume, obgleich esaller iimern Kraft entbehrte und seither nur durch die äußere Staatsgewaltnoch getragen wurde, eine neue Kraft und Bedeutung gegeben. Was sonstin wenig kürzerer Zeit als Folge seiner Geistlosigkeit und Abgeschmacktheiti sich selbst zerfallen sein würde, mußte jetzt durch strenge Gesetze gewaltsamunterdrückt werden. Zudem unterlag die Durchführung zu Rom und zuAlexandrien, wo große Erinnerungen aus der Zeit der heidnischen Göt-lerocrelmmg die Gemüther fesselten, unüberwindlichen Schwierigkeiten'),dn heidnische Schriftsteller sofort einen verzweifelten Kampf für den Gegen-stand ihrer Ehre und ihres Stolzes begannen, und gegen das durch unge-rechte Mittel begünstigte Ehristenthum noch mehr eingenommen wurden.Der Neuplatonismuö, jetzt durch Jamblichus gehoben (ff 333),wirkte in der früher» Weise fort (S. 140 ff.); die berühmtesten Redner derZeit begeisterten für die alten Götter und erhoben gegen die Christen jetzt dievon der frühem gerade entgegengesetzte Anklage: daß sie nun vor den Bild-nissen der Kaiser sich uiedcrwürfen, und das Ehristenthum durch Fürstengunstfortgepflanzt werden müsse. Andererseits sprachen sie Duldung des Heiden-lhums an:denn der Wetteifer der verschiedenen Religionen diene ja geradedazu, den Eifer der Gottesvcrehrung anznspornen." Ist auch der wohlge-meinte Eifer des Constantius für das Ehristenthum anzucrkennen"), so sinddoch die gegen das Heidenthum angewandten Mittel wie seine Gewaltthätig-keil in kirchlich-dogmatischen Angelegenheiten', wodurch er die frömmstenkatholischen Bischöfe zu offenem Widerstande herausforderte (s. Z. 111.),sehr zu beklagen (ff 301).

8. 99. Unter Julian dem Apostatc n.

/nkiani oxp.: orationes VIII. Onesnres, misopvMN-opl8tvlno (65). Dctan.kar. 383. ml. Apan/ism. Dps. 696. 2 '1.1. .lul. epp. nsesäunt lraZm. Ore-vioru,. Leiter. Llox. 828. LärceL 06. XXlXXV,3.

IMemont. V. VII. p. 322423. Ncandcr, Kaiser Jul. u. sn. Zeitalt.Lpz. 812. ran Äsr«>«rc7en, äs .luliaun impernt. rs! clir. Osnts soäom-lpie vlnäies. Uugä. Hat. 827. Stolbcrg, Th. XI S. 316437. Ka-tcrkamp, KG. Th. II S. 25792. ffAuer, Kaiser Julian d.Abtrünnigeim Kampfe mit de» Kirckenvät. sr. Zeit, Wien r,55. Wiggers, Jnlian d.Abtr. lJllgcns Ztschr/ Bd. VII.)

Die lehrreiche Schrift Neanderö hat sich die Aufgabe gestellt, das schein-bar ganz Unzusammenhängende und oft Räthselhafte im Leben Iulian'smit seiner Bildungsgeschichte und den dadurch bedingten religiösen und poli-tischen Ansichten, so wie endlich mit der verklärten Gestalt, welche der Poly-theismus unmittelbar vor seinem Untergange annahm, in Einklang zu brin-gen. Er war der Sohn des Constantius, eines Stiefbruders Constantin d.Gr. und der Basilina, welche wenige Monate nach Julian'ö Geburt starb.Das Unglück seiner Jugend, seine Mutter nicht gekannt zu haben, seinenVater und nächste Anverwandte, wie das Gerücht allgemein ging, auf Be-fehl des Constantius nach einander ermordet zu sehen (337), so daß nur erwegen (einer Jugend und sein Bruder Gallus wegen seiner schwächlichenGesundheit verschont blieben, war ihm mit der Entwickelung seines Geistes

bus nuiversib dnuäi protinns toinpla, et acsssn» vstitis omuilm8, IlssntinmWMMenäi psräitm »Ons^nri. Volumus st.ium eunetos sncriüciis ndminers.tznoäsi (juis alüpää ssrts Imjusmoäi perpstrnvsrit, sluäiy ultore sternatur etc.M I°x 5 u. g. (a. 353 u. 56.)

l) Mckj/er, äs «tutn xuZauor. eto. p. 31 sg. 2) vita 6on8t. LI. IV, 52.