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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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1. Zeitraum. 2. Periode. 1. Capitcl.

bczeugungcn für die Christen noch reiche Gctrcidespcndc» und Geldgeschenke),,dieselben verband, so konnte es nicht ausbleiben, daß die Christen sich jetzt s,«jvermehrten, aber auch ihre Zuneigung und Ergebenheit gegen Constantin sich steigert!.

Anders war die Lage der Christen im Oriente, wo Li ein ins als Anguß«-herrschte. Als seine Beziehungen zu Constantin lockerer wurden, suchte er sch,,,Anhang unter de» Heiden durch Verfolgung der Christen. Nachdem er die letzta«ans seinein Palastc und seiner nächsten Umgebung vertrieben, gebot er, daßjene öffentliche Aeniter und Würden im Heere und in der Verwaltung behalt«dürften, die den Göttern opfern würden'). Darauf erließ er das Gesetz: i» sei»Staaten müsse für die Geschlechter getrennter Gottesdienst gehalten werden »zwar außer de» Städten ans offenem Felde; auch dürften weibliche Personen»ich,von Bischöfen, sondern nur von Frauen im Christcnthumc unterrichtet werk«.Den Bischöfen untersagte er die Abhaltung von Spnodcn, allen Christen jcglchThcilnahme für die in den Staatsgcfängnifsen Dctentirten unter Androhung glei-chen Looses im Uebertretungsfalle. Za wo etwaige Svmptome der Unzufrictciistitund'Sehnsucht nach der Freiheit der christlichen Brüder im Westen sich zeigt!«oder nur verninthet wurden, kam cs dazu, daß Gotteshäuser zerstört, Glänkiziihrer Güter beraubt, ja grausam hingerichtet wurden.

Der hierüber zwischen beiden Herrschern auSbrechende Kampf nahm kr«Charakter eines Ncligionskrieges an. Während Constantin seinem Hemdas siegreiche Banner des Kreuzes vortragcn ließ und Bisch öfc mit sichführte, die ihn mit ihren Gebeten unterstützen sollten; verspottete Licini»!diesenfrommen Kriegsapparat." Er umgab sich vielmehr mit ägyptische«Wahrsagern und heidnischen Priestern, deren Orakel ihm sichern Sieg ver-kündeten. Nachdem LiciniuS den vaterländischen Göttern feierlich geopfert,rief er vermessen aus: der heutige Tag wird cs offenbare», otwir oder die Christen im Jrrthume sind, und entscheide«zwischen unfern G öttern und ihrem gekreuzigten Gotte. Ergriff Constantin bei Byzanz an (323), ward aber hier und in den darausfolgenden Schlachten wiederholt geschlagen: die Waffen hatte» fürdas Christenthum und den Gott der Christen entschiede«!Und als Lieinius die Schonung, die Constantin ihm als seinem Schwagerangedcihcn ließ, nicht würdigte, sondern gegen sein eidliches Verspreche«nochmals das Waffenglück versuchte, verlor er Reich und Leben (324). Alisetzt Constantin Alleinherrscher im Oriente und Oecidente geworden war,bekannte er sich völlig zum christlichen Glauben, obgleich er die Taufe nochverschob. In dem Manifeste an alle Orrcntalen erklärte er sichalsDiener Gottes, unter dessen Regierung die Welt zur Beobachtung kkhl. Gesetzes zurückgcführt, und der beseligende Glaube unter dem BeistaMGottes immermehr Aufnahme finden soll. Da er aber als Diener Goltrkdas Reich verwalte, fügte er bei, so wäre cs thöricht, wenn nun die Glück-seligkeit jener nicht erhöht würde, deren Starkmuth und Beständigkeit wäh-rend der Regierung ihrer Verfolger erkannt und gepriesen wurde." Dar«»!wurden seine Gunstbczeugnngen gegen die Christen setzt noch umfasse»»»Und damit seine Verordnungen hicfür bereitwillige Vollstrecker in de» Pro-vinzen fänden; so besetzte er die obersten Verwaltungsstellen meistens mlChristen. Wie zur würdigen Feier des kirchlichen Gottesdienstes sen»Mutter Helena schon auf dem Oelberge und zu Bethlehem MKirchen erbauen lassen, so betrieb auch er jetzt mit Eifer den Aufbau vieler;««Thcil prächtiger Kirchen: auf dem h eil. Grab e zu Jerusalem, in Nike-

1) vit-r,tonst. LI. II, 2442; 4868; lV. 29, 32 u. 55; MI

2) Vlrseb In o. X, 8; vitn (sonst. LI. I, 5056: I!, l4. bamnt. l, 3.