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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 94. Dic Ehe, Askese, Bestattung der Todle».

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kcn Montanisten') für unerlaubt, lobte dieselbe jedoch auch nicht').Die Verbcirathung eines Christen mit einer Heidin, oder umgekehrt, wurdewegen oer mangelnden Bestätigung von Seiten Gottes und der Kirche fürungiltig erklärt und streng getadeltff. Nur dic Ehen, ^welche bereits vorder Bekehrung des einen oder des andern TbeileS geschloffen waren (I Kor.7 12. 16.), sollten geduldet werden. Außer andern Gründen macht Ter-tnllian") besonders auf die Zerwürfnisse im äußern religiösen Leben beieiner solchen Ehe aufmerksam; daö christliche Gemüth müsse nothwrndigverletzt werden.Wenn eine Gebetsvcrsamnilnng gehalten werden soll,"sogt er,wird der Mann den Tag zum Gebrauche des Bades bestimmen;wenn ein Fasten zu beobachten ist, wird er ein Gastmahl halten; niemalswird cs mehr Abhaltungen durch häusliche Geschäfte geben, als gerade, wenndie Pflichten christlicher Liebe die Frau zu einem Ausgange aussordern; wosoll ibr Glaube Nahrung finden, wo wird Erquickung des Geistes, wo gött-licher Segen sein?"

Wenn die Christen sich keineswegs von der Welt absonderte», so pflegtensie doch nach der Mahnung des Apostels (I Korinth. 7, 5.) an gewisse»-Tagen sich in der Zurückgezogenheit anhaltendem Gebete zu weihen, beson-ders an den Buß- und Fasttagen. Das durch die Entbehrung Ersparte wurdean arme Christen vcrtbeilt. Einzelne aber unterzogen sich aus freudigerDankbarkeit gegen das Ehristenthum einem fast ununterbrochenen Fasten undzogen sich von dem geselligen Leben zurück s>. onpio-i, eontiueiitos, crarov-ällwl, ix/lex-rali tx-lexroripv,). Dieselben enthielten sich fast sämmtlichder EhcZ. Findet sich Aehnliches auch bei einzelnen griechischen Philo-sophen, so war doch das Motiv bei den Christen ein verschiedenes; derUrsprung der wahren Askese ist auf das Evangelium zurück-zu führen. Besonders ergriff diese Richtung das menschliche Gemüth imdritten Jahrhunderte zur Zeit der dceischen Verfolgung, zuerst in Aegypten.Unter den Vielen, welche damals in die Einsamkeit flohen, befanden sichauch niedrere Asketen, denen die Einöde als ein Ort ununterbrochenen Um-gangs mit dem göttlichen Erlöser so lieb geworden war, daß sie nicht wiederzurückkehrtcn, daher Anachoretcn genannt wurden sd?iproD«,). Als eines der ersten bekannten Beispiele wird der heil. Paul

1) 7'ortn/t. so exbortnt. onstit. c. 5. In utrmpio (nativilato eiirnuli in Adam,^pirMlü in l'Iiristu) degeuerat. gui cle monogamm oxorbitat. p. 667. Vgl. 11.

2) At/isnav/orn.s nennt die 2te Ehe eine (An». Atem, ström.

II. 23. M. ll. vgl. Klee, Dogmengesch. Tb. II. S. 284 ff. In der Folgesprach der p. Ambrosius sich über die Wicdcrvcrehclichung treffend so aus: Xe-gue sniin prubibomus seinndas nuptias, seil non srmdomus. Abu est enini in-lirnntutis coiUvinpIiUio, alia gr-rlin (-astiiatis. Dins du o, non prolnbemus sei uu-sas nuptias, sott non probnmus sni-po repetilus. De viduis ll. tonn. od.Lenns. I. II. p. 203)

3> IDertnt/. de monogam 7. Dt illu nuiNnrn in Domino bubet nubere,>u est, non et/uuco, sech /rntrt, guiu et vetne tem udimit < cuffugiuui rrllopbzlu-raw. p. 679. vgl. r. ll. Xe sei'beet etium posr tidem sibnioo so nubero passeMeeumeret ot>-. p. 684. d'Mrlan. de lupsis: ,lungere enm intblslibus vin-r»mm mutrimonü, prnstituors gentibbus memlua Dbrisli (Dpp. p. 374.)

4l 7'ertntt. adxor. II. 37. bcsond. e. 4. p. 189.a) At/icnKA. sagt, der Grund der Enthaltsamkeit der Asteten liege in ihrerpeffnung, sich enger mit Gott zu vereinigen (vgl. 1 Korinth. 7, 35.) u. 67anr.At«. ström. III, 15. erwähnt bereits solcher Enthaltsamkeit durch Gelöbnisse:

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