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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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221
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tz. 93. Heilige Zeiten; Osterstreit; kirchliche Versammlungsorte. 221

auch schon >n dieser PeriodedaSHimmelsfahrtsfest gefeiert (eogn; -rßaaraX'^kbir oder tn,b<.>^ozicr'v), wenigstens im Abcndlande, daAugustindavon sagt, cs sei eines der ältesten Feste. Am Ende dieser Periode wurdedaS Pfingstfest schon auf die zwei besonderen Momente der Himmelfahrt Ebristiund der Ausgießung des b. Geistes ausgedehnt'). Außer allem Zweifelliegt die Feier eines Epiphanie festes in der orientalischen Kirche(6. Jan.) bereits seit dem 2ten Jahrhunderte. Man knüpftedaran die Ideedcr Erscheinung und Offenbarung (k7r-cp«i t,«) des Messias bei dcrTaufe,so wie das Auftreten desselben als göttlicher Lehrer und Wundcrthärer zuKana (äcotp»nkt«). I» veränderter Bedeutung ging dieses Fest im 4ten)ahrh. auch in die occidentalische über, als Manifestation des göttlichenMessias unter der Heidcnwelt, welche in den drei morgcnländischenWeise» rcpräsentirt war. Auch Spuren des Weihnachtsfestes findensich bereits in dieser Periode. Diese hohen Feste bereitete eine vorangehendeAbendandacht svixilial vor. Wie früher schon bemerkt, feierten M:Christenauch noch dieTodestage der Märtyrer als die Tage ihres Siegesuud ihrer Geburt zum Himmlischen Leben fimtalitiii) über ihren Gräbern;das älteste Märtyrerfest war wohl das Fest der unschuldigen bethlchemiti-schc» Kinder sllore^ mait^iui», lentum iiinoeeiitiumZ.

Anfangs waren die Versammlungsorte dcr Christen meist Privathäuser;in der Zeit der Verfolgung benutzten sie jeden entfernten sichern Ort, Wäl-der, Höhlen, die später s. g. Katakomben, welche sie stellenweise zurFeier der Geheimnisse zu größeren Räumlichkeiten ausgrubcn und mit sinni-gen Bildern zierten ).Denn die ganze Welt, sagten erleuchteteKirchenlehrer, sei ein Tempel Gottes;" sogar in Gefängnissen ver-sammelte man sich, so wie aus den Gräbern der Märtyrer, über welchen sichwohl die ersten Kapellen erhoben. Die Versicherung der christlichen Apolo-geten, die Christen besäßen weder Tempel noch Altäre, ist meist nur im Gegen-sätze zum Juden- und Heidentbume gesagt, und hat den Sinn: es gäbe keineTempel, wo sic Gott ausschließlich gegenwärtig gedacht hätten. Nachunzweideutigen Zeugnissen bestanden im 3te» Jahrh. viele Kapellen undTempel, der Christen; nach Eusebius wurden besonders in der ruhigenZeit zwischen der Verfolgung des Valcrian und Dioclctian viele geräumigeund neue ansehnliche Kirchen in den Städten erbaut und feierlich eingeweiht');die schönste und größte wohl in Nikomedien, deren Formen wir jedoch nichtkennen.

Da die bildenden Künste sich nur im Geiste des HeidenthumS ent-wickelt und vorzugsweise nur die heidnischen Götter verherrlicht hatten, sosah sich das natürliche Gefühl der Christen (nach Joh. 4, 24.) von denselbenmehr ab- als zugewendet. Daher waren die ersten Tempel einfach undschmucklos, m an fand in ihnen nur für Männer und Frauen getrennte

1) Cone/s. LLberit. ciw. 43. I'rLvnm insiiuitionem emenänri illacuit, juxtaauewritatem scripturarnm, ui enneti «lism HsntecoLteL p«8t llaselia eslebrsmue.von iMckruzesinnun (H i m melführt) uiei gulugimKemmam. tjui nau tscerlt, »n-mw Ime-rssin inckuxisse uotvtur. iLansr'. I. II. p. 13. Larck«». I. x. 254)

2) Vgl. den ArtikelKatakomben" von -Hurter im Frcib. Kirchenlcrikon». die oben L>. 2lü. Note 3. angeführte Literatur.

Lasch, h. «. VIII, 1. X, 4. erstes Beispiel einer Kirchwcihrcdc. Vgl.mniM. 7 lib. unl( »s <lo vcelLsüs cbrmtnmvr. chpioilc;^. rom.) IInm. 839chKreuscr, d. christl. Kirchenbau, sne. Gesch., Symbolik,wildnem. Bonn 851. 2 Bdc. Derselbe, das hl.Meßopfer w. S. 71 ff.