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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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t. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 5. Capitel.

etwas Anstößiges. Sie aßen das Paschalamm entweder gar nicht oder eistani Abende vor dem Auferstehungsseste, welches sie immer an einem Sonn-tage, die entgegengesetzte Partei aber, je nachdem das jüdische Pasch,traf, auch an einem Wochentage feierten (drei Tage nach dem 14ten d. i. Mlöten Nisan). Diese störende, für das allgemeine christliche Gefühlich,unbedeutende und den Heiden zum Gespötte dienende Differenz aufzuhebrnwar bereits Polykarp, B. von Smyrna, nach Rom gereist. (162), Mmit dem römischen B. Anicctus wie über Anderes so auch darüber zu ver-handeln. Wiewohl beide in Frieden schieden, kam die Einigung nicht;,Stande. Aber in Kleinasien selbst entstanden um 170 mehrfache Bedenlenja es entspann sich ein heftiger Schriftwechsel ')-

Die auf Anordnung des P. Victor am Ende des 2ten Jahrhundert«darüber im Orient und Oecidcnt gehaltenen Synoden ) sprachen sich ininirrbestimmter für den Gebrauch der Abendländer aus. Um die kleinasiatischr,Griechen dafür zu gewinnen, glaubte Victor seiner Forderung durchAndrohung der Ercommum'cation Nachdruck geben zu müssen. Die Bischöstdes Orients, Polykrates von Ephesus ander Spitze, welche ihren Gr-brauch auf die Tradition des Apostels Johannes und Philippus wie dr«Polykarp stützten, wurden durch dieses dictatorische Benehmen verletzt. Ds-gegen berief sich die römische Kirche auf die Tradition des Petrus mlzugleich noch mit mehreren ihr beistimmcndcn orientalischen Gemeinden msdie des Paulus. Wirklich erklärte Victor alle widerstrebenden Brüder fürercommunicirt. Da aber die Angelegenheit eine so strenge Maaßrcgel nichtbegründen konnte, wurde dieser Schritt selbst von solchen Bischöfen »Oriente gemißbilligt, die mit Victor gleicher Meinung waren. Da tratIrenaus, B. von Lyon, alsFricdensvermittler auf mit der eindringlichr»Vorstellung: man möge doch einer nicht zum Dogma gehörigen Divergenzwegen nicht den Frieden stören, und ersparte der Kirche wirklich den Schnurzder vollkommenen Trennung. Die allgemeine Stimmung für den Gebrauchder römischen Kirche sprach sich in der Folge auf der Synode vonArlci(314), noch bestimmter auf dem ökum eni sch cn Co nc il c v on Niciii(325) aus. Einzelne bartnäckige Gegner wurden als Schismatiker behan-delt und gleich den häretischen Ebioniten ijimitoclecimniii genannt. Jnsofmes in diesem Streite vorzugsweise die Ablösung des ChristentbumS »»Judenthume und die Verhütung gegenseitiger Verschmelzung galt, dürfte ditscharfe Sprache des P. Victor wohl einige Entschuldigung finden.

Die fünfzig Tage nach Ostern-(^ei-rirxoa-) waren eigentlicheine Nachfeier des auferstandenen und verherrlichten Christus, in welch»täglich feierliche gottesdienstliche Versammlungen gehalten, nicht gefastet mlzur Erinnerung an die Auferstehung stehend gebetet wurde. Der feier-lichste war der letzte, der fünfzigste Tag, an welchem die Juden das An-denken an die Gesetzgebung aufSinai und die Darbringung der Erstlinge brrErnte feierten, die Christen aber das Erinnerungüfcst der Ausgießung deS sGeistes und der ersten hervortretenden Wirkungen des verherrlichten ChriDbegingen. Wahrscheinlich wurde zwischen Ostern und Pfingsten am McnTagi

1) Claud. Apollinaris gcg. d. kleiuafiat. Feier (tragiu. in Olironico >»nelurli praek. p. VI. u. VII.I. Melito vcrtbcidigt dieselbe (L'u,->'eL. b. c.IV26. vgl. vp. iliicl. V, 24.). 2) Nach 7-,'nssk. Ir. e. V, 23. zurrst z«

Rom, dann in Pontus, Gallien, Osroenc, zu Korinth u. m. a. Orten.