§. 93. Heilige Zeiten; Ostcrstrcit; kirchliche Versammlungsorte. 2l7
ckumenoinnn und miss« liäoliiim zerthcilr, mit einem reichen Kreise schönerGebete und symbolischer Handlungen ausschmückt, und die wesentlichstenFormen der spätern Meßfeier oft buchstäblich darbietet. ZurFeier der Eucharistie brachten die Gläubigen die nothwendigcn Materialienmit. Ein Theil davon ward zur Eucharistie abgesondert, ein anderer fürdie aus der apostolischen Zeit bekannten Agapen verwendet 0, welche jetztgetrennt von der Eucharistie in den Abendstunden veranstaltet wurden. Be-dauernswertste Mißbräuche veranlaßten die Synoden im 4ten Jahrh. zumgänzlichen Verbote derselben. Den Rest der Agapen vertheilte der Bischofunter die Armen.
Wenn schon in der apostolischen Zeit die gottesdicnstlichenVcrsammlungenvon erhebenden Hymnen wiedcrhallten (Apg. 2, 47. st oben S. 107.), sogeschah dies jetzt noch mehr, nachdem man die wohlthätigen Wirkungen desGesanges zur Erweckung der Andacht und des religiösen Sinnes mehr undmehr kennen lernte. Schon Iustin derMärtyrer pries den Gesang:„denn er wecke die Seele» zum brennenden Verlangen nach dem, was in denHymnen besungen wird, stille die aufrührerischen sinnlichen Lüste, befruchtedie Rede, mache die Kämpfer der Tugend in den Widerwärtigkeiten stark-milchig, und werde ei» Heil- und Linderungsmittel für die Frommen widerdie Beschwerden des Lebens/' In der Schilderung des Glückes einer christ-lichen Ehe gedenkt Tertullian auch „des Psalmen- und Lobgesanges, wo-rin die Ehegatten wetteifern, wer seinem Gotte am besten singe." Der un-bekannte Verfasser der Widerlegung des Artemon rief diesem Jrrlchrcr zu:„wie viele Psalmen und Lieder, die von Anfang an von den gläubigenBrüdern geschrieben worden sind, besingen Christum, den Logos Gottes undpreisen seine Gottheit" ^). Lucian endlich verspottete die Christen, daß siedie ganze Nacht mit Hymncngesang zubrächtcn.
§. 93. Heilige Zeiten; Ostcrstrcit; kirchliche Versammlungsorte.
8ne. 3. Ilooi'wlogm slvo elo t'astis proprä- loe.or. ttnr. 657. -PBin-terim, die vorzngl. Dcnkw. Bd. V. Thl. 1. s-Kriill, cbrisil. Altertlmms-kunde Bd. II. S. 2l —lI4. *Ltaudenmaier, Geist d. Cbristcnth. 5. A.Mainz 656. 2 Thlc.
Gemäß der Lehre der Apostel fassen viele Kirchenlehrer, wie Clemens ')»nd Origen cs, das ganze Leben des Christen als ein fortwährendes Festauf, d. h. als ein Leben, welches nach allen Beziehungen hin von der freu-digen und thatkräftigcn Erinnerung an die heilbringenden Mysterien desChristenthums durchdrungen und geheiligt sein müsse. Damit aber Chri-stas, wie der Apostel sagt, desto eher und sicherer Gestalt in uns ge-winne, in uns lebe, wir in sein herrliches Bild verklärtwerden (Gal. 4, 19. 2, 20. 2 Kor. 3, 18. Röm. 8, 29.), und wir dem
spräche überging — religiöser Dienst oder christlicher Gottesdienst. Alshlchir culnis gebraucht wurde, bczcichnetc man durch liturgla die spccifisck prie-st erlichen Handlungen (nach pi- 08 l>vtori 68tZioi>o>!lcsi'o ot okkerrs), die Aus-spcndung der Sacramentc u. Sacramentalien; aind in noch weiterer Beschränkungdu Vollziehung des eucharistischcn Opfers, die Art der Mcßfcier.
1) 7'ci'tE azmlogst. e. 39. p. 35. vgl. L nft's Liturgik Bd. I. S. 106—120.
2) 7ert. ml uxor. lib. 11.o 9; Luseö. 6. o. V,28. Luft, Liturgik Bd. I. S. 131 ff.
3) sirom. VII, 7. jn öe F-cv x«j
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