§. 87. Der Primat des röm. Bischofs.
20 t
die praktische Richtung vorherrschte, wie denn auch das Christenthum vor-iiiaswcise aufs Lebe» berechnet ist ^s>. Nach gleichem göttlichen Rathschlussesollte dieser Vorrang Petri aus seine Nachfolger, die römischen Bischöfe,übergeben. Daß dies geschah und anerkannt wurde, bezeugten bereits dieapostolischen Väter Clemens von Rom u. Ignatius von Antiochien (s.S. 108 ff-)- Noch bestimmtere schriftlichc und thatsächlichc Zeugnissehierüber finden sich in diesem Zeitabschnitt.
Zunächst erklärt Ir en äu s: mit der römischen Kirche müßten alle Gläu-bigen wegen ihres mächtigeren Dorranges übereinstimmcn s). DerMontanist Tertullian mußte die Thatsache constatiren, daß der Vorsteherder römischen Kirche als der Bischof der Bischöfe gelte'). Cypriannannte die römische Kirche die erste und vornehmste Kirche; den bischöflichenStuhl zu Rom den Stuhl P etri ftmtbedr-i, loens ?etr>), die Quelle unddm Mittelpunkt der kirchlichen Einheit; darum müssen alle Bischöfe mit demrömischen in Verbindung stehen, wodurch erst die Gemeinschaft aller untereinander hergestellt werde 0- Und diesen Vorrang erweist Cyprian aus demWesen der Kirche und ihrem erhabenen Zwecke. „Auf Petrus, schreibt er,ist die gcsammtc Kirche der Einheit wegen gegründet; dieser Apostel istder Ursprung und Mittelpunkt der ganzen Kirche; seinen Vorrang hat erans die römische Kirche übertragen." Den Schismatikern Fortunatus undFelicissiinus gegenüber ruft er aus: „Sie wagen es sogar zu dem StuhlePetri und zu der Hauptkirche hinübcrzuschiffen, aus welcher die pri ester-liche Einheit ihren Ursprung hat — sie bedenken nicht, daß dies dieRömer seien, deren Glaube von den Aposteln gerühmt und gepriesen wor-den ist, weil zu ihnen die Untreue keinen Zutritt haben kann ")." So lehrte,
A) 3- I. Görres, die Triaricr H. Leo, P. Marheinccke, K. Bruno. Rc-gcnsb. 838. S. 93 ff. „Eben darum wurde durch jene höh. Fügung nicht dasspeculat. Griechenland u. etwa sei» Athen z. Mittelpunkt d. Kirche gewählt, sond.des seit Jahrh. praktisch durchgcübtc Rom, in dem unverwüstliche Anlage imVolksstamm mit der Gcschichtsentwickclnng langer Zeiten zusammcntrcffcnd, einenpraktischen Jnstinct hcrvorgerufen, wie er sonst nirgendwo erschienen. Diesemgen; irdische» Jnstinctc wurde nun die höh. Weihe durch den Paraklet zngcthcilt,und nachdem er also in einen christlichen sich umgcbildet gesunden, wurde ihm dieLeitung der Kirche anvcrtrant."
l> Ire», enn r. baer. Ill, 3. n. 2. p. 175.: Vst baue eniin eeel. proptsr
pateistiorem prineipali latem hba od. 7r,oc.»-r'-ro- nach III, 38.
u 3.?) neresso est. omusm ronvenirs ocrlesiam, Iwe 66t: oos (pu sunt u»-lliguo Mieles; in gua seniler ab bis gui sunt undigus eonservata est sa gnaeul> Vpostnlis traditio. kleb. d. Erklärung dieser Stelle s. Döllingcr Hdb. d.KG. Bd. I. Abthl. l. S. 356 ff. bcsond. Möhler, Einheit in d. Kirche S.208 ff. Amin/«»»« IHcr/'cekl. gibt von potior prmeipalitas folgenden Sin» an:unetoritas gua pntiorss ssunt) aetsrnas urbis opisoopi ibistor. XV, 7.).
2) Vgl. unten §. 90. Note *.
3) Laetus est Lornelius episeopus — guuin Lnbiaui loeus i. o. loeusketri et gradns catbs>lras saeerdokalis vacaret. Lp. 52. — Und in der Lp.45. an P. Cornelius erklärt er, Sorge getragen zu haben: ut to eollsKas nostriet cowmuuionsm tuam i. o. eatbolieao seclesiao unitatem parlier et carita-tein prnlmrent tlrmlter ae tenerent. Ebenso in der Lp. 56. an Llntonianus:ut sciret (Oornelius), to seenrn b. 6. cnm ealboliea seelssia coinwunieare.
4> (5/pr. äs unitats eeel. p. 396 sg. vgl. bcsond. die über vcrmcintl. Inter-polationen handelnden Noten 11. 12. des aOrrtckend. Mrranrt«. Lp. 27. p. 90.bp. 70.: tzuaudo et baptisma unuin sit, et Lpiritns 8t. unus, et una eeeleslao t lnt Uoinino super ketrum orlgins unitatis st ratione kundata. p. 270. 6.d-x. 55.: Uavlgare audent et ad 7Vtrr cat/ieckram atzue crck eeclesmm prr-ror-