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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
188
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18S 1. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 3. Capitel.

großer Geisteskraft, oft beißendem Sarkasmus züchtigte'). Noch misch,',,dener sprach gegen die Verbindung des Christcnthums mit der Philosophder ungleich originellere, fromme, witzige, geist-und phantasiereiche Presbyter von Karthago (s. 170) Quintus Sep timius Tertullianuö)mit welchem die Litteratur der occidentalisch -lateinischen Kirche würdig si!ginnt. Die Verbindung der Philosophie mit dem Christenthume weist»mit den harten und entschiedenen Worten ab:Was hat Athen und Jeru-salem , die Akademie und die Kirche mit einander gemein!" Schon im He,,denthume als Rhetor und Sachwalter berühmt, wurde er als Christ d»beredteste Vertheidiger des Christenthums, und legte in der abendländische,Kirche, ungeachtet seiner oft abnormen und gewaltsamen Wortbildungen, di,ein reiner Aus- und Abdruck seines Charakters sind, den Grund zu einer diechristlichen Dogmen oft sehr bezeichnenden Sprache '). Er ging (um AS)zum Montanismus über. Nach dem Grundsätze des Hieronymus,wir bewundern den Geist und verdammen die Häresie" galt Tertullian alsMeister dem Cyprian, B. von Karthago"), welcher derselben Richtungangehörte, und sich durch fließende, innige, herzliche, aber auch körnig,Beredsamkeit auszeichnet. An diese Afrikaner schlossen sich Arnobiuj(s. S. 144.) und Lactantius'), der christliche Cicero, an.

Diese bisweilen in den stärksten Ausdrücken hervvrtretende Opposttmgalt aber meistens dem Mißbrauche der Philosophie und der ftl-scheu Gnosis, wie sie auch durch die letztere vorzüglich hervorgernst,worden war* *). Sie war darum oft nur eine äußere. So eiferte besonders

1) Vgl. oben die Litt, vor tz. 71. u. S. 140 Note 3. IMcmont. '1. III. p.7799. Ibatt, Gesch. d. heil. Zrenäus, deutsch v. Oischinger. Regensb. 816.

2) Opp. <>!»>,. 6,1. ?:>r. 635. l. 6,1. II. 641.; öd Ä-mstr «t

Hc/tÄL'. Hai. 770 sg. VI. Vota. 6,1. Oe/,?er. 3>ps. 853 sc,. Tcriull. sämuitl. .Schrift., übers, u. bearb. v. Besnard. 2 Bdc. Augsb. 837. Neander, Ackgnostikus, Geist des Teriull. u. Einl. in deff. Schrift. Bert. ,825.) 849. bestich,zur Chronologie der Sckriftcn Hesselberg, Tertull. Leben ». Schriste».Dorpat 848. Böhringer, KG. in Biogr. Bd. I. Abthl. 1. S. 286 ff. vgl.7'cklsmout V. III. p. 196236. O'aMer, V. II. p. 374 sg.

3) Er gebraucht zuerst sulistantia, trinitas, satislaetiv. sarrainontum. Ilebciseine cigcnthümliche», gewaltsamen Wortbildungen s. Ritter, Darstell, d. eri.ckristl. Schriststcll. Aftik. Bonn. Ztschr. für Philos. u. kath. Thcol. H. 8.

4> Das Vcrhältniß Cyprian's zu Tertull. zeigt eine Vergleichung der gleich-»am. Schriften beider clc; oratione sdoniinica) u. Tcrtul Irans apologetimu. adnationes mit de vanitute idoleruni von Cyprian, vgl. §. 87 zu Ende.

5) Iiactantii Institution, divin. libb. VII: ds mortibus perssl-utorum söallanck. bibl. 37 IV.) opp, ed. Lüttsman», Igis. 739. 6t Hu/resnor/. kvt

748. 2 3. 4. ed. Oest/er, lüps. 853 sg. vgl. Möhler, Patrol. Bd. I. S. 917-A

*) Vgl. Iren. adv. baeres. II, 14. n. 7., utrum In ouiues, gui pr-iöäieusunt (Plato, Stoiker, denen die Valcntinianer ihre Dogmen entlehnten), emguibus eadem dieentes argnimini, eoZuov-runt veritatem, aut non cognovoruut! !blt si guidein cognnverunt, supsrüua est 8alvatoris in liune inundum öe- ,scensio. Ilt guid euim descendebat? lbiumguid ut eam, guae eognoseebnlw >veritas, in agnitionein addueerst Ins. gui eoguoscunt sam. Iiominilms? 8 !autem non eognovsrnnt, guemadmodnm eadem rum Iris, gui vorilatem m» lrognoseebant, dieentes, solos ipsas eaui, guae est super oinnia rognitl«,babere gloriamini, guam stiam, gui ignorant veum, liabent ? 8eeundum -plirasiu ergo veritatis ignnrantiam agnitionem vocant. Aehnlich bei I^rtullde anima e. 1. 6ui veritas romperta sine Ose, eui veus cognitus sine Olirista.cui Obristus expleratus sine Lpiritu sanelo, eui Lpiritus sanctus aoeommoännnsine tidei saeramento? 8ans Loerates laeilius diverse Lpiritu agebatur.