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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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185
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§. 81. Die verschiedenen Formen der kirchlichen Wissenschaft. 185

mehrfach nachtheilig. In seinem 18ten Jahre bereits der Katechetenschulem Merandrien vorgesetzt (203), wußte er, ausgerüstet mit umfassenderariechischer Bildung und geschmückt mit einem lebendigen, reinen Geiste, seineSchüler so in die geistigen Tiefen der heil. Schrift zu versenken, daß stemeinten:er spräche nicht anders, als in Gemeinschaft des göttlichen Geistes,und es habe ihm der Geist selbst, von dem die Propheten herrühren, daSVerständnis seiner Worte geschenkt." Ja Viele derselben fühlten sich vonihm so angezogen, daß sie wähnten:Davids Seele sei mit JonathansSeele zusammengeschmolzen'). Durch sein umfassendes Werkvon denGrundprincipien" (neg! «g^«n) hat er Anspruch auf den Ruhm, die christ-liche Lehre zuerst in eine Art von System gebracht zu haben'). Indem erseinen L eh rcursus d ur ch Au fn ah me d er schönen Wissenschaftenerweiterte, gewann er viele heidnische Jünglinge, und ermunterte zu-gleich die christlichen zum Studium der Philosophie. Nur so glaubte erdem immer noch wuchernden GnosticismuS entgegenwirken zu können. Großund ausgezeichnet ist der Kreis derer, die er zum Christenthume bekehrte;Unzählige wurden durch seine Schriften in die Tiefen der christlichen Lehreeingeführt und zur christlichen Tugend begeistert, mehrere Häretiker durchilm zum Ablegen des Jrrthums vermocht. Um das Himmelreich mit Gewaltan sich zu reißen, hatte er sogar, einen Ausspruch Christi (Matth. 19, 12.)mißverstehend, eine Verstümmelung an seinem Körper ausgeübt'). Diesin Verbindung mit der ihm zu Cäsarea ungesetzlich ertheilten Priesterweihe(228) und den in denG rundpr incipie n" entdeckten dogmatischen Jrr-thümern zogen ihm Verfolgung und Entsetzung von seinem Amte zu (231).Ihm folgten bis zu Ende dieser Periode Heraklas, Dionysiusd. Gr.,Pierius, Theognostus und Petrus Martyr.

Aber auch flüchtig fand der berühmte Mann Theilnahme, und sein reicherGeistbesonders zuCäsarea (Stratonis) in unermüdeter wissenschaftlicher Be-schäftigunghimmlischen Trost." Ein abermaliger großer Schülerkreis in derhier vornemlich für gelehrte Bildung errichteten Schule, welche de» Glanz jenerzu Alerandrien zu überstrahlen drohte, gewährte ihm Aufmunterung. Dortwurde auch der nachmalige berühmte Bischof von Neocäsarea GregoriusThaumaturgus mit seinem Bruder Athanadorus sein Schüler. In derVerfolgung des Mariminus wurde er genöthigt, zum B. Firmilian vonCäsarea in Cappadvcien zu fliehen. Nach dem Sturze des Kaisers kehrteer nach dem palästinischen Cäsarea zu seinen exegetischen Arbeiten zurück.Obgleich Hauptbeförderer der allegorischen Interpretation, ja die Erfor-schung des allegorisch en Sinnes als noth wend ig und als das ch stebetrachtend '), ist er durch die fetzt vollendeten riesenhaften Vorarbeiten auchUrheber einer philologisch-grammatischen Auslegung gewor-den'). Aber auch auf die öffentlichen kirchlichen Angelegenheiten wirkte er

1) Vgl. die «rat. pruwxxr. ocl Orizenem des S-VA.

2) li-^i Ubb. IV. nur z. Th. griech. l»pp. 1. I.) ocl.

1-ps. 836. Schnitzer, Orig. nb. d. Grundlchr. d. Glaubcnswisscnsch. Wiedcr-berstcllungsversuch. Stuttg. 835. vgl. Bonn. Ztschr f. Philos. u. kath. Theol. H.' S. 205 ff. 3) Diesen Jrrthum berichtete er später selbst mit Beruf, aus11 Kor. 3, 6, Mtei'a neenlit ste. t»m. XV III Llmtli. 19, 12. (»Op. V. Ill)

H Vgl. Möhler, Patrol. Bd. I. S. 522 -27.

5) Seine creget. Schriften: 1 > Deitr. z. Krit. des Tert. des A. u. N. T. u. dergncch. Uebersetz., i-a i?--7r)s. vgl. Ilexaplorurn, guas supersunt e<l. Leu cte Mmt-