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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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184
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184 1. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 3. Capitel.

wie den Juden das Gesetz, so sei den Griechen die Philosoph,,als ein Führer zu Christus gegeben; beide verhielten sich zum Chri-stentbume wie Bruchtheile der einen Wahrheit zum Ganzen (vgl. Rom. >19. 20. 2, 14.). Er vertheidigte aber auch die Philosophie wegen ihre-formellen Wertstes, welchen sie durch Schärfung des Geistes und G,.Währung eines Hellen, klaren Blickes beweise; dadurch würden wir auch erstin den Stand gesetzt, Richtiges vom Irrigen zu unterscheiden'). Um aberetwaige Uebergriffe der Philosophie fern zu halten, stellte er den Grundsahfest: bei allen wissenschaftlichen Bestrebungen müsse der christliche Gnostiku -den kirchlichen Glauben zur Basis und als Regulativ vorAugen h oben. Der allein sei ein wahrhafter Weiser, welcher bei der Erfor-schung der hl. Schrift grau geworden, die apostolische und kirchliche Richt-schnur der Glaubenslehren festhalte, ein Leben de» Vorschriften des Evan-geliums gemäß führe, und seine Beweise bei dem Herr» des Gesetzes mlder Propheten schöpfe. Die so auf der kirchlichen Ueberlicferung ruhend,und daraus entwickelte Gnosis ist ihm ein wissenschaftlicher Glaub,(c7ii<7-r,rrlnvixp Tr/b-oic). In seinem dreifach gegliederten Werke derMahnrede, dem Pädagoge» und den Teppichen gibt er für diebekehrenden Heiden, die angehenden Christen und die christlichen Gnostiker >eine vollständige Anweisung zum Leben und Erkennen, wobei er große Be- ilcsenheit bekundet, sich aber oft mehr als Redner, denn als systematischer 'Philosoph zeigt. Leider bat er in dem dritten, seinem Hauptwerke, mg,- ^stündlich Philosophie und Theologie nicht gehörig von einander unterschiede», ^sondern oft vermischt.Diese Bücher (a-rpmua-r«) , sagt er, wer-den die (christliche) Wahrheit vermischt mit den Lehren der Philosophie, odervielmehr durch dieselben verdeckt und verborgen enthalten, wie die Schaleden Kern der Früchte verdeckt." Die allzu sehr gehäuften, nicht immer ge-lungenen und anziehenden mystischen Interpretationen sind im herrschende»Geschmacke der Zeit und also darnach zu beurtheilen.

Noch ausgezeichneter und einflußreicher wurde Origenes '). Er war z«Alerandrien geboren (185), und schon als Jüngling ein Mann, wolltenmit einem Eifer, dessen Quelle heilig war, freiwillig das Märtyrerthmiseines Vaters Leonides theilen. Davon zurückgehalten ermunterte er schrift-lich seinen Vater im Gefängnisse und beschwor ihn:sich zu hüten, seinerAngehörigen wegen den Sinn zu ändern." Von seinen Eltern hatte er ei»,fromme, religiöse Erziehung erhalten; seine wissenschaftlich theologische Ausbil-dung war durch PantänuS und Clemens von Alerandrien geleitet; auf di,philosophische hatte Ammoniuö Sakkas einen entschiedenen Einfluß ge-übt; das letztere wirkte aufseine litterarische Entwickelung und sein ganzes Lebe»

1) 0iem. ^-I7e.r. ström. I. 20. p. 375377. u. I, 6. p. 366:

2) b. e. VI, 2. 3. 4. 8. 15. 18. 19. ///eronr/m. cls vir. illnstr. c. 54eocl. 180. Orä-. »pp. nmn. guao supers. od. äe in Äne. I?ar. 733 sg -

4 12 t. sd. Tiommlttssc/,. Lsrol. 832 sg. /Tnet/irs. Origsnianor. libb. III. M -s. Ausg. d. Comm. d. Orix. kur. 679. u. opp. edi rle.ia V. IV. im Ansp. 79-323. in gr. KV. I. XI-XVII. vgl. 1. III. p. 4SI- !

595. 32 II. p. 584 ff. ThomassiuS, Origcncs, ein Beitt. 1 !

Dogmcngcsch. p. 3tci, Jahrh. Niirnb. 837. Rcdcpcnning, Origcncs. Ei« 'Darst. sein. Lcbcns n. sein. Lehre. Bonn 84l ff. 2 Bde. *Möhlcr, Paüvl. iBd. I. S. 485576. Hcsclc, Origcncs im Freib. Kler. Bd. VII. S. 825844.