§. 81. Die verschiedenen Formen der kirchlichen Wissenschaft.
183
erste Vorsteher derselben wird Pantännö (um 180) erwähnt, der früherder Stoa angehörl hatte '), dann aber durch einen Apostelschüler der christ-lichen Kirche zugesührt worden war. Seine umfassende wissenschaftlicheBildung und treffliche Lehrgabe bewährte er besonders in den Borträgenüber die heil. Schrift, durch die er seine» berühmter» Schüler und Nachfol-ger Titus F l av iuö C l em ens gewann, welcher die Anstalt bereits zuHohem Ansehen erhob. Wahrscheinlich zu Athen geboren und von heidnischenElter» in heidnischen Grundsätzen erzogen, hatte ibn das Licht des Christen-lhumS erst im Manneöalter erleuchtet. Auf seinen Reisen in Griechen-land , Italien, Palästina, dem Morgenlande hatte er große Meister ge-hört, und sich eine gründliche vielseitige Bildung in allen Zweigen der heid-nischen Litteratur angeeignet; doch nur durch die Kunde deü Christcnthumsund durch die Erklärung der heil. Schrift von PantänuS in Alexandrienward sein Durst nach wahrer Erkenntnis; gestillt. Von dem B. Deme-trius zum Nachfolger des Pantännö crnannt (191—202), fesselte erdurch seine ausgebreitete Kenntniß der griechischen Litteratur, anziehendeBeredsamkeit und philosophische Bildung, die im Christentbume Festigkeit,Zuversichtund ihre Verklärung erhielt, sogar viele gebildete und angesehene Hei-den an seine Vorträge, und führte sie der christlichen Gemeinde zu. Zugleichmit seltener LehrweiSbeit ausgerüstet, wußte er die Einzelnen aus seinemgroßen Schülerkreise angemessen zu leiten, und in gehöriger Stufenfolgeweiter zu führen ). In diesem beglückten Streben störte ihn die VerfolgungLeS Alexander Severus (202); als erleuchteter Jünger Christi (Matth. 10,23.) floh er wahrscheinlich zu seinem berühmten Schüler, dem B. Alexan-der von Flaviadeö in Kappadvcie», und folgte diesem auch, als er ans denbischöflichen Sitz von Jerusalem gelangte.
JmGegensatzezu der feindseligen RichtnngdesTatian, Hermias u.A. gegendie gesammte griechische Wissenschaft, was der Ausbreitung und der innernEntwickelung deS Christenthums wenig frommte, blieb Clemens der Philoso-phie überhaupt und der platonischen insbesondere zugethan. In der Weise,wie schon Justin der Märtyrer in der menschlichen Natur etwas demgöttlichen Logos, der allgemeinen und absoluten göttlichen Vernunft, Ver-wandtes annahm (<r7re,,u« -rav kd/ol! oder errrLg^-xirr-"-), unddarum eine partielle Erkenntniß religiöser und sittlicher Wahrheit unter denbessern heidnischen Philosophen voraussetzte ^), behauptete auch Clemens:
1) Nieronzmu de vir. illlmtr. r. 36. NA.vell. I>. e. V, 10. eod. 180.
0/em. -New. 8krom. I, 1. p. 322 8g.
2) Die doppelte Meinung von sr. Geburtsstadt, Alexandrien od. Athen b.N-r-Vian. Huer. XXXII, 6. vgl. L'n.-eb. i>raepur. evanuel. II, 3. VI, 1. 3. 11.II. Ill'erom/ui. de vir. illnstr. e. 38. s. Mitemont. I'. III. p. 181 — 196. Ole-
7-- - ed. Ileidelll. 592. e. »ot. Äc/Ndii I-Ugd. Latav.
616 u. öst. ed. Notker Oxou. 715. 2 3V I. Nachdruck Venet. 755. 5Vireell. 788.ete. 3 3. in Myne gr. KV. 3'. VIII—IX. vgl. N/tteniont, 3'. III. O'e/ttter, 3.II. (Ne/»ben«, de Oiemeute presllvtero Xlexuudrino, llomine, 8eriptoro, pki-losnpllo. tlleologo Vrutibl. 851. *Möhlcr, Patrol. Bd. I. S. 430—486.
3) !gml. II, 8. vgl. auch upol. II, 13. oüx l-v- vä
vod Xorvoi), «/).' olx Lk7Vl Trse-VH oeor«, til7775o osöt V« v6»v «//c.--,
7L xxi Trvthi'rüv x«c Lxxsrs; '/x,s «rrö s7rL0/,.«7'txa^
/ö'/ao rs ö,s6»v x«).Ä; — "Os« süi. 7r«,s« ?rL-7t L40/;-r«r,
rüv x^lsi-t-tvQv rsn. I, 46- 0? //.§?« X/rrs-rt«voL erstv, xL>
ä^LSi o?ov kV x«i tjs«x).St?o; X«! ö.uorol