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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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181
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§. 80. Grundsätze für dir kirchliche Wissenschaft.

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den durch die wissenschaftliche Auffassung Lücken in der von Christus und denAvosteln überlieferten Lehre ausgefüllt; vielmehr müsse diese die eine un-veränderliche Grundlage für die Wissenschaft bilden; der Gelebrteste undBeredteste unter den Vorstehern der Kirche könne zu dem einen und demsel-ben Glauben weder etwas zusetzen, noch weguehmen ). Auch dürfe mannicht wähnen, als ob die durch die Wissenschaft gewonnene Gewißheit derHeilslehre eine größere sei, als die unmittelbare Gewißheit des Glaubens;denn sonst, hebt Origenes mit Nachdruck hervor, würden die meisten Men-schen, die zu philosophischen Untersuchungen kein Geschick und kcineGelegen-heit haben, der größten Wohlthat entbehren müssen. Der christliche Gnosti-ker unterscheide sich von dem einfach Gläubigen nicht durch einen erweitertenInhalt seines Wissens, sonder» nur durch die Form, welche das Bei-den Gemeinsame empfängt. Der erstere weiß den Glauben als ein Noth-wendiges und seinen inneren Zusammenhang, der letztere als ein Wirk-liches '')-

Daß so die wahre Gnosis auf dem gemeinsamen G lau ben erbaut werdenmüsse, rechtfertigt Clemens von Alerandrien zunächst durch die Bemerkung:daß es, die Gottheit Christi .einmal angenommen, widersinnigwäre, die Annahme der christlichen Religion noch von einer wissenschaftlichenDemonstration abhängig machen zu wollen.Genug, daß Gott uns überdie verhandelten Fragen Aufschluß gibt; wer dem Logos glaubt, weißdaü Wahre der Sache, denn der LogoS ist die Wahrheit; wer aber demLogos nicht glaubt, der glaubt Gott nicht ')." Uebrigens sei es keineswegsetwas der Theologie Eigenthümliches, daß der Glaube ihre absoluteBasis ausmache; vielmehr beruhe ja all' unser Wissen zuletzt auf dem Glau-ben '). Man könne auch nicht einwenden, daß die Wissenschaft durchausdemonstrativ sei und überall auf Vernunftgründen beruhe, denn man müssewohl erwägen, daß es Prineipien gebe und geben müsse, die sich nicht be-weisen lassen: daher hätten auch die griechischen Philosophen zwar in ver-schiedener Weise, aber doch unzweideutig, besonders Aristoteles, den Glau-ben als das Fundament alles Wissens anerkannt. So erweise sich das (ineigenthümlichcr Uebersetzung gefaßte) Wort des Propheten: orocliele-

ritis, non iiitollißotls (non permunolütis! 7, 9.) als eine ganz allge-meine Wahrheit. Diesem Grundsätze getreu schickten die wissenschaftlichenTheologen der Kirche ihren Entwickelungen den allgemeinen kirchlichen Glauhenals Quelle und Regulativ voraus'), und bewiesen aus dem Glauben denGlauben. Glauben und Wissen erschienen ihnen als unzertrennliche Mo-mente"); die Gnosis setze überall den Glauben voraus, und der Glaube

1> Iren, eontr. Imer. I. 3. n. 6. I, 10. u. 2.

2g Diesem gemäß gibt Clem. v. Aler. d. Unterschied vom Glauben u. ders. g. Gnosis an einer Hauptstellc so an: 'n ->-» »ir-i; -n°,-

/-Ä-i;. (kurzgefaßtc Erkeiuitniß des Wesentlichen.) 6'/VÜSl; 65 «TlSV-ttzc; -7ÄV 56^606-, (Die Gnosis

aber, der starke u. feste Beweis des durch den Glauben Empfangenen.)

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xui XLD-l/yTri-ä-- 7r«,ov'.7rL,tL77ü(-T-'.. At'I'OIlk. VH, 10. j). 865.

3) Lti-om. II, 21. p. 433 u. 441. iditl. II, 4. p. 434.

4> II, 4 p. 435. Sk oe ).L/c,c -7X/V »--

Ägl. M6l3.pll)'8. III. 4. Lkvttt.

5) contr. I)^er. I, 10. n. 1. 0--?',/. cle xi-ineix. praef. n. 4. (3'. I. p. 47.)

6) : "ljFy öe. oi-DL '/väjscz «vei- , evö Trcsi'e; «veu