79. Die kath. Lehre vom heil. Geiste ». v. der göttl. Trinität. 179
Die ungenauen ja bedenklichen Erörterungen des Di ony sius von Ale-xandrien in der Bestreitung der Sabellianischcn Irrlehre (s. S. 172.)aaben dem römischenB. Dionysius Anlaß, das fragliche Dogma ambestimmtesten in folgenden Worten festzustellen: „die bewunderungs-würdige und heilige Einheit (Gottes) darf also nicht indrei Gottheiten getheilt; auch die Würde und Alles über-wiegende Größe des Herrn nicht durch (den Ansdruck) G er-schöpf beeinträchtigt werden; sondern eS ist zu glauben anGott den allmächtigen Vater und an Jesus Christus seinenSohn und an den heiligen Geist, und daß der Logos mit demGott des Alls geeint sei."
Neben diesem also formulirten Glauben an die Gotth eit Christi legtedie katholische Kirche Christo stets einen menschlichen Leib und eine ver-nünftige Seele d. i. die vollkommene menschliche Natur bei, be-sonders aus Anlaß des dreifachen Dokctismus imGnosticismus; denn sonst,sagte sic, könne Christus nicht ein Vorbild für die Menschen und wahrerErlöser sein '). Eine andere Veranlassung zu weiterer Erörterung über diemenschliche Natur in Christo gaben mancherlei Einwendungen gegen seineGottheit; so wurde dem Celsus, der in dieser Absicht auf die in Christuskund gewordenen menschlichen Affccte hinwies, geantwortet: Christus seinicht blos Gott, sondern auch Mensch gewesen; er habe auch eine menschlicheSeele gehabt, die menschlicher Affecte fähig war. Doch wurde stets hervor-gehoben, daß beide Naturen in Christo nicht getrennt, sondern Hy posta-tisch (persönlich) mit einander vereint waren ^).
h. 79. Die kath. Lehre vom heil. Geiste u. von der göttl. Trinität.
Detavind', (IsTi-iuit. lib. I. e. t—6. (tbsol. äoZnmtii, II. p. l—35.) Klee,Dogmengcsch. Bd. I. S. 157—167 u. 207 ff. Möhler, AthanasiusBuch I. a. m. St. Kuhn, kath. Dogm. Bd. II. S. 286 ff.
Mit derselben Bestimmtheit, wie die Väter und Kirchenschriftsteller die-ser Periode die Einheit Gottes hervorgehoben haben, unterschieden sieauch einedreifache Persönlichkeit desVaters, Sohnes und heil. Geistes.Zwar wurde die Lehre vom heil. Geiste noch nicht unmittelbar zwischenden Häretikern und der katholischen Kirche verhandelt; doch fehlte es keines-wegs an vielen Aussprüchen, welche dem heil. Geiste unzweideutig göttlichePrädicate und göttliche Verehrung beilegen H. Von dem Glauben an diedreifache Persönlichkeit zeugt zuvörderst die treue Befolgung des Auftrages
habe, wird erst in einem Briefe d. Scmiariancr um 358 erwähnt, was Mar/u«clo S)noä. r. 86. und ^lk/ranan. äs 8)uoä. Lrinin. st 8sleue. o. 43. auch nichtbeanstandeten. Vgl. auch Lank. ep. 52. Doch muß das Stillschweigen d. übrig.Ztgenoff, selbst des Eusebius, eines Gegners des vielfach befremden.
Vgl. Dritäentr»« äi«8. üur Is8 8smiurion8(VotAtrr bibl. bist, bilvresio-
logiens 1. II. p. 15g.) ä>88. llsi stimm patiä osss untigui
eeet. äsetorss in Ooueil. ^.Miosst. utrum nsgarint. dostt. 755 4. Detamu«,äs Irin. lib. IV. e. 5. ilstsol. äogm. B. II. p. 179.) Döllinger, Hdb. d.KG. S. 269 ff. T n b. Q.-S ch r. 850. S. 3—23. rVotteäatt-n, äs psrsoims vslIirgostnsis upuä kutrss tbsoIog 08 gus nstivno sl usu. 8oest. 853. — 1)sp. -ul 8mzrn. e. 1. 2. Tren. evnti-. Ims>. III, 19. n. 3. O-nV/en. in äoaun. tvm.>- n. 30. fopp. B. IV. p. 32.) 0,/A. oouti-. Leis. I. III. n. 28. l'I'. I. i>. 346.)
2) l/nlk/. eoutr. Osls. 111. n. 41. VI, 47.
rc; ev (!'. I. ^». 669.)
3) Vgl. Klee a. a. O. Bd. I. S. 240.
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