Druckschrift 
Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

176 1. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 3. Capitcl.

Cyprian:Nicht mehr kann Gott zum Vater haben, wer die Kirchenicht zur Mutter hat')."

Während so die Lehre der katholischen Kirche als von Christus hcrrührend, bisjetzt unverändert und überall übereinstimmend bargcthan und diese Uuvn-fälschthcit auf eine göttliche Causalität, den heil. Geist, zurückgcsührt wurde,bemerkte man aber/

6. dast von den häretischen Lehren immer ein weit späterer Ursprungnachgcwicsc» werden kann, sic daher menschliche Erfindungen find, welche gleich j,ihrem Ursprünge mit der überall übereinstimmenden Lehre der katholische» Kirche j»Opposition getreten, aber auch ebenso sehr von einander abgcwichc» sind')

7. Die Berufung der Häretiker auf die heil. Schrift mit Verwerfung da

Traditio» und Autorität der Kirche soll man nicht zulasten'); beim a) ist d»jlebendige Wort, die Tradition, älter als die auf spcciclle Veranlassungen verfaß-ten Schriften; I>) gehört sic gar nicht den Häretikern und <) kann sic, von der Tr»,ditiou, der vollständigen Lehre Christi, geschieden, nicht verstanden werde».Der todtc Buchstabe bedarf des lebendigen, ausführlichcreu Wortes. Auch bewahr,nur die Kirche die heil. Schrift vollständig, weil sic dieselbe gleich ihrer münd-lich verkündeten Lehre als Ausfluß desselben heil. Geistes für göttlich iichirinhalte t 7 /-«L«- >!«l,->!--xrU), und allein das richtige Vcrständniß gebest,

während die Häretiker einzelne Stellen verstümmeln, ganze Schriften oder Stückdavon verwerfen und mit subjcctivcr Willkür erklären °).

Doch blieb diese Tradition keineswegs bloß mündlich verkündetes Wort,sondern wurde auf mannigfache Weise auch schriftlich firirt: durch die'!Schriften derKirchenväter wie durch dieGlaubcnssymbole. Außer !dem früher s. g. a p o stol isch en S ymbo lum erhielten noch besonder! -Bedeutung das römische, das aquilesische, ravennatische, nies-,rere orientalische"), wozu noch mehrere Privatsymbole bei Iren eins'), ,Tertullian"), Novation''), OrigeneS'"), Gregorius Thau-m a turgu S ") kamen, wovon jedes nach Inhalt und Form durch die örtlichgerade hervorgctretenen Gegensätze der Häresien mancherlei Erweiter-ungen erhielt.

K. 77. Die Lehre der kathol. Kirche von Einem Gotte.

chk?/«o«?/ir'nc, bistoire ein doxme cbretisn pendaut Iss trois Premiers sitclezeie I'exlise. l?ur. 852. 2 Vol.

Sowohl gegen die Vielgötterei der Heiden und deren angenommene!Verhältniß zur Welt (lutum), als auch gegen daö Emanationssystem mitden Dualismus der Gnostiker und Manichäer, so wie endlich gegen die Be-schuldigung der Christen als Atheisten wurde die katholische Kirche veranlaßt,ihren Glauben über Gott bestimmter auszusprcchen. Den Heiden gcgenülmwurde zuvörderst die Einheit Gottes auf das bestimmteste hervorgche-

1) Lfi/jtr. de uutt. sccles.: Habers zam non p»test Deum patrem, gm cc-elesiam non babet inatrem. vgl. /A«at. ezi. ad I'olz-carp. e. 6.

2> /re«, eontr. baer. III, 4. n. 3. /ertutt. 1.1. n. 29 u. 30. l/s«r adv. krax. e/.

3) /ertE. de praescr. e. 17. 19. 38. /re«. I. I. IV) 23. n. 8.

4) L'Iem.^IIew. ström. VII, 16. p. 894. Or/A./roloZ. in eant. canticor. st.

III. p. 36.) Das NT. eiirgetheilt in u. «Trs^volo;). //uck-

ep. ad 1'lnlad. c. 5. /ert«?I. adv. krax. c. 15. /re», conir. basr. I, 3. ».6.<7/em. ström. V, 5. p. 664.

5) Vgl. oben S. 150. Note 1. s-Fricdlicb, Schrift, Tradit. u. kirchl. E»klärung nach Zcugniff. der 5 erst. Jahrh. Breslau 854.

6) Zusammcngcstcllt in /)e>,sr«Aer enebirid. sz-mbolor. zu Anfang.

7) /re«, eontr. basr. I, 10. n. 1. x. 48. 8) /ert«L de virZ. vetauü.c. 1. adv.krax. c. 2. de praeser. c. 13. 9) IVovat. de trinitate c. 1.;9u.A.

10) Orsy. de princip. praet. n. 4 sg. fopp. /. I. z>. 47 sg.)

11) 6b-e</. /üaumnt. sxpos. fiel. (opp. kar. 622. bukka«/. bibl. III. p. 385 sgl