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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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175
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§. 76. Die Tradition oder das Erkenntnißprinciv d. kathol. Kirche. 175

I I 19 .) müssen. In der Widerlegung jener einseitigen Auffassung undvereinzelten Bestrebungen der Häretiker haben die Kirchenväter zunächst dieKatholicität deö Glau b ens oder dieTradition hdic GesamintlcbreChristi und der Apostel mit dein kirchlichen Bcrständnist r

chgäorn») laS die allgemeine Glaubensregci') bervorgcbobc», und Ireäus und Tertullian am vollständigsten darüber im Wesentlichen ganzübereinstimmend Folgendes berichtet:

1. Jede Erscheinung ist in ihrem Ursprünge zu ergründen: die Mahre ÄhreChristi daher nach dcrVerkündigung der von Christus erwählten Organe, derApostel. Diese allein haben alle Wahrheit gekannt und dieselbe in den von ihnengestifteten Kirchen wie in einem reichen Schahkasten vollständig niedcrgclcgt° >.

2 . Obgleich den Aposteln nicht vergönnt war zu bleiben, so lclwen und lebensie dock in ihren Nachfolgern, den Bischöfen, fort, welche die apostolische lieber-licfcrung wie die h. L-chrift als das thcucrstc Unterpfand bewahren, und mankann in den apostolischen Kirchen die Nachfolger der Apostel in unnntcrbro-chcncr Reihenfolge bis auf die Gegenwart anführen zur Erforschung ihrer Lehre').

st Alle diese von den Aposteln 'gegründeten Kirchen in Klcinasicn, Griechenland,Rallen stimmen in ihrer Lehre so vollkommen überein, als wenn sic in Ei neink'ausc wohnten, Ein Herz und Eine Seele hätten; darin liege der Beweisihres Festhaltcns an der apostolische» Wahrheit, denn wo wäre bei einer Abwei-chung zum Jrrthume diese Einheit unter verschiedenen Völkern und an verschiede-nen Orten möglich? Diese Einheit bekundet noch die Friedens- und Bruderge-nicinschaft, in welcher alle apostolische» Kirchen stehen ' I.

4. Entstehen also über irgend eine Lehre Zweifel, so must man auf die apo-stolischen Muttcrkirchen znrnckgehe», besonders auf die glorreiche Kirche zu Rom,mit welcher Alle über ein stimmen müssen'). Doch sind die späterenKirchen ohne apostolische» Ursprung auch für apostolisch zu halten, da sic indemselben apostolischen Glauben übereinstimmen ").

5. Jndeß besitzt die mit der römischen verbundene Gcsamnitkirche noch einehöhere Garantie der Reinheit der apostolischen Ucberlicferung, indem sie von demheil. Geiste, dem Geiste der Wahrheit, ununterbrochen geleitet wnv. Daherwird auch die Kirche nach dem Vorgänge des Apostels, der sie eine Säule undGrnndfcste nannte, den willkürlichen inenschlichen Erfindungen und vage» Mei-nungen gegenüber als die allein zuverlässige Norm des religiösen Levens geprie-sen, und die Verbindung mit ihr als die nothwcndige Bedingung zur Erlangungdes. im Christenthum verheißenen Heiles dargestellt'Den Ausdruck dazu gibt

durch den hl. Geist geschützten, und darum unveränderlichen Lehre durch subjcctivcSGefühl oder Denken die christliche Lehre gleich Schulmeinnnge» veränderten, undabgesondert von dem gemeinsame» Leben der Gläubigen der Wahrheit zuwi-der entwickelten. Daher sagt 17er». A/er. / 7 -.- r-c.»- Ä-x/xe

st ---x-q-r-e«. ström. VII, 15. 389. Diese bczcichnetcn Gegen-

sätze der Ucbcrcinstimmeudcn in der katholischen Kirche u. der ausicrhalbderselben » l Kor. 5, 12. 13.; b Joh. 2, 19.) sich befindenden Anders-denkenden ,/sl finden sich schon in den frühesten

Denkmalen der christl. Littcratur; dieses bei/§»»/. cp. all 8 mvrn. o. (i., jenes b.chu-käi. (lial. c. I'rvplr. e. 48. z. Ende.

1) Vgl. II Thess. 2, 14. 15. x.xk X. 7.1. Bo/-/-

caiP! ep. ast I'Irilipp. c. 7.

2) lerknkk. sts zioaesco. c. 20 et 27. Ire», conio. Iraer. III. 4. ». 1.

3» Iren, conto. Iure,-. III, 3. n. 2 u. 3. I'ertrrtt. I. I. c. 32.

4) Ire-u conti.. Iraeo. I, 10. n. 2. I'erkE. I. I. c. 20. sub Ln. c. 28.

5) Ire», conto, Laer. III, 4. n. 1. n. III, 3. n 2.

6 ) I'srkM. I. I. c. 32. Ilt multo posteriores (ecclesiae). guue gnoticlio in-ktituuutur: tarnen in sastenr Lclo conspioantos, non minus apostoli, ae ckeputsn-t»r pro cousangniiiitate ckoctoinav. p. 243.

7) Iren, conto. Iraer. III, 24. n. 1. De-t-ktt. I. I. o. 19.