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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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173
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§. 75. Rationalistische Häretiker; Monarchiancr od. Antitrinitaricr. 173

dem Vater gleicher Wesenheit (äziooöcr-oc), und als Abglanz desewigen Lichtes glei ch ewig wie der Vater; er erweitere d ie untheil-bare Einheit in eine Dreiheit, und fasse die Dreiheit wiederunvermindert in eine Einheit zusammen").

V er Mittelung z iv i s ch en den D y n a m : ker n ». M o d a l i st e n.

Eine solche Vermittelung scheint uns Beryllus, B. von Bostra inArabien, angcstrebt zu haben, insofern er wenigstens eine momentane Hypo-stasirnng des göttlichen Logos in Christo annahm. Nach Eusebius lehrteer daßunser Erlöser und Herr nicht präeristirt habe, nach eigenerWcsensumschreibung (xs. 17 ' -ff,«,' osi-ri«- d. i. als

Person) noch auch eine eigene Gottheit iffi«,-) habe, sondern daß

ihm bloß die des Vaters inwohne." Das )oll wohl i» Berücksichtigung derTendenz dieser Erörterungen heißen: Gott ist nur ein persönlich; derwar vor seiner Menschwerdung seine Vernunft, und als solche sowenig persönlich als die Vernunft im Menschen; aber bei der Einigung mitdem "Menschen Jesu ist der göttliche LogoS eine (in ber menschlichenNatur) vom Vater verschiedene Person geworden. Wie das gedacht sei,ist schwer zu entscheiden. Da die Synode von Bostra (244), auf wel-cher Origenes den Beryll zur Ablegung seines Jrrthnms bewog, daöDasein einer vernünftigen Seele in Christo statuirte; so wird nicht ohneGrund vermuthct: der göttliche Logos habe sich nach Beryll wie nach Apol-linaris nur mit einem menschlichen Leibe vereinigt, in Christo momentandie Stelle der vernünftigen Seele vertreten, und sei nach der Erlösungunterschiedlos in den Vater zurückgekehrt"").

An merk. Wie die äußern Verfolgungen nicht ohne Segen für die Kirchegeblieben sind, so haben auch die inner» Kämpfe gegen die Häresien der Kirchenicht allein Schmerz und Nachtheil bereitet, sonder» auch vielfache Borthcile ge-währt. Die Häresie» gaben Anlaß 1) zur Bewährung des Glaubens, 2> An-regung z» deutlicherer Entwickelung und Begründung der kirchlichen Lehre, 3g zurAusscheidung der wahren Bekenner Christi nach 1 Joh. 2, ist. Luk. 2, 3435* *).

1> Fragmente d. Apologie des Dionysius in bibl. 'I. III. p. 494 sg.

7. XIV. im nppencl. p. ll8 Lg. Xtsiana«. ep. ela sout. Diong' fopp. eil.Len. V. I.) vgl. Hcfelc, Concilicngesch. Dd. 1. S. 222 ff.

2) Heb. VI. 33. /Iseion?/»!. so vir. illuslr. > . 60. IV/mann. clo LervlloLoslren. vsiisguo clcutriun, Ilnmb. 835. 4. b»e/,g clissert. cle ibristolo^iaLervlli Lost. (Kober, Beryll v. Bostra lTiib. thcol. Q.-Scbr. 848. H. 1.)Dorn er, Lehre von d. Pers. Ehr. Bd. I. S. 545 ff.

*) Diese Vorthcilc der Häresien heben hervor Dertntt. : Xcl boe enim sunt(Iiaersses), ut ücles Lnbouclo teutntivuem bnlieret etium probntiouem. Vnnvergo et mcousieiorulo pleriguo Loe ipso senuclnli^anlur, guocl tnutum bno-reses valeant: Hncrntuui, si nun luissont. Ile prnoscr. e. 1. Orrä/e».: Kamsi cloctrius «eelosinstien simplex esset, et uullis iutriuseens bnereticorumclogwatnm nssertinuibus eingoretur, uou poternt tnm elnrn, et tnm exnwinntnrillori ticles uostrn. Leck icleirco eloetriunm catlrolienm eontrnclieentium ob-siclet oppugunlio. ut Kilos uostrn uou otio torpesent, soll exsreitiis slimstur.nomü. IX. m Xum. fopp. D. II. p. 296). ^-I«c/Ndti». cle vern relig. c. 8.:prosuut enim ecclesine Iiaereses uou verum cloceuclo, sscl ncl verum gune-reniluin entbolieos oxeitnnclo. Vgl. noch die Andcntnngcn hierüber in AttMSkin.äs eivit. Lei XVIII, 5l. mit Bezug auf ks. 93, 10.: seeunclum multituclinemäolnrmu inenrum in eorcle meo, eonsnlntioues tune gueunclnveruut nuimnmweam u. Lour. 8, 29.: sps gnucleutes, iu tribulntioue pntisutes. Vgl. Stau-dcnmaier, christl. Dogmatik Bd. I. S. 107.