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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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172
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172 I. Zeitraum. >. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitcl.

fangS milde, um ihn der Kirche wieder zu gewinnen, sowie auch Hippolytihn auf seine Seite zu bringen suchte. Da Sabellius aber auf seinem Jrr-thume hartnäckig beharrte, so schloß der nachfolgende P. Kallistus diese»wie den ihn bestreitenden Hippolyt aus der Kirchengemeinschaft, da Ley.terer in den entgegengesetzten Jrrthum des Subordinationismus gefalle»war').

Sabellius ging bei Ausbildung seiner Lehre von der Voraussetzungaus, daß die kirchliche Lehre eines persönlichen Unterschiedes von Vater,Sohn und heil. Geist unfehlbar zur Vielgötterei führe, während Christen-thum und Judenthum doch die Einheit Gottes so nachdrücklich lehren.Auch sei jene Auffassung Gottes nur die der minder gebildeten Geister; dHVollkommenen dagegen erkennen Gott in der Einheit seines Wesens.Er behauptete daher:derselbe sei Vater, derselbe Sohn und derselbe heilGeist; nur drei Benennungen einer Hypostase." In diesem Sinne gebrauch:Sabellius zunächst den Ausdruck erklärend: daß Vater und Svh»

nicht persönlich verschieden sind. Und im engern Anschlüsse an die stoischeAnschauung und Ausdrucksweisc von der Gottheit in ihrem Verhältnis; zurWelt durch ausdchnen (ixreii-kirSa, od. neoLa») und znsam-menziehen (-»-oo-reHeiA«») sind ihm Vater, Sohn und heil. Geistnach dem Prineipe dieses Mvdalismus nur drei Erschcinnngsarten oder dreiWirkungsweisen (7»po,»c.,7»«) des einen Gottes. Entsteht durch seine Aus-dehnung die Welt, so wird er Vater; wird er aus Maria geboren, umdie Menschheit zu erlösen, so heißt er Sohn für die Zeit, da er auf Erde»war; wirkt er heiligend auf die Menschheit ein und regiert er die Kirche, stist er heil. Gei st. Hat die göttliche Monas dann ihr Leben in den dreiReichen des Vaters, Sohnes und heil. Geistes entfaltet, dann zieht siesich wieder zusammen, und damit ist, wie Athanasius sagt, das ganzeSpiel beendigt. Indem Sabellius für diese Trinität in der Transccndenz »ich!in der Immanenz die kirchliche Formel mißbrauchte: cia Zette ir- -rpuünguo-täTraie, ja das Anathcm über die sprach, welche nicht an Vater, Soh»und Geist glauben, konnte er längere Zeit für orthodox gelten und Vieletäuschen, bis ihn Hippolyt entlarvte und P. Kallistus aus der Kirchenge-meinschaft stieß.

Als diese Irrlehre in der Mitte des 3. Jahrh. in der PpntapoliS ver-breitet wurde und einen bedeutenden Anhang gewann, erhob sich der gelehrteMetropolit Dionys i uS k. G r. von Alexandrien gegen dieselbe. Mer sich dabei in einem Lebrbriefe (um 260) ungenau ausgedrückt, und, ui»die persönliche Verschiedenheit des Sohnes vom Vater stark hervorzuhebe«,elfteren ein Troi,^« i- Zentt genannt hatte, rief dies offenen Widerspruch,ja Anklagen bei dem römischenB. Dionysius hervor. Man legte ihmzur Last, er nehme eine Wesensunglcichheit zwischen Sohn und Vateran, und setze den letzter« in die Reihe der Geschöpfe. Als ihn der Papst zurVerantwortung zog, widerlegte Dionysius von Alexandrien jene Beschul-digung ans eine befriedigende Weise durch die Erklärung: der Sohn sei mit

1) Ausett. VII, 6 IX, I I sg. At/ranan. et». Xrlau. ar.

IV, äs s)-nocl. e. 16. TLPrMan. 62. Dtteackvret. lraeret. tabb. II, 9. Aa.<a7.ep. 2l0. Dorn er, Lehre v. der Pers Chr. Bd. I. S. 696 ff. s-Frobsch'am m er, die Lehre des Sabellius <Tnb. thcol. Q-Schr. 849. S. 43988.)Döllingcr, Hippolpt. S. 197 ff. Die Vertheidigung d. Orthodoxie dlSKallist gegen Hippolpt ebendas S, 115196.