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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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75. Rationalistische Häretiker; Monarchianer od.'Ankltrmitaner. 171

saaen und die bischöfliche Wohnung räumen. Seine Anhänger, Panlia-nisten oder S a m o s a t e n i a n e r genannt, erhielten sich bis insLte Jahrh.

!i. Patripassiancr oder Modalisten.

Sic hielten die Lehre von der Gottheit Christ s aufrecht, hoben aberden persönlichen Unterschied zwischen Vater und Sohn auf, behaupteten,daß der einzig wahre Gott und Vater aus Maria einen menschlichen Leib(doch keine menschliche Seele) angenommen und gelitten habe, woher siePatripassiancr genannt wurden. Die Häupter dieser Irrlehre P rareasund des Noetus Schüler Epigonus, kamen aus Kleinasien nach Rom,wo letzterer eine eigene Schule von Patripassianern gründete, welche vonKleomeneö und besonders von Sabcllius fortgeführt, aber hier amentschiedensten von Hippolytus, wie in Afrika von Ter tu llian undDionysius von Alexandrien bekämpft wurde.

1) Der älteste Monarchianer dieser Classc scheint Prarcas gewesenzu sein. Er war in der Verfolgung unter Marc Aurel Bekenner gewordenund zur Enthüllung des trügerischen Wesens der Montanisten unter P.Victor (192202) nach Rom gekommen. Hier aber wie später inAfrika lehrte er, daß in der göttlichen Wesenheit nur Eine Hypostase,die Bezeichnungen Vater, Sohn und heil. Geist bloß Benennungen verschie-dener Offenbarungen oder äußerer Handlungen Gottes seien. Indem Gottder Vater auS sich selbst bcrvorgegangeu (darum Sohn genannt) sei, habeer sich in die Jungfrau Maria herabgekafsen, sei von ihr in einem mensch-lichen Leibe geboren worden und habe gelitten '). Da er in Afrika wie inRom heftigen Widerspruch fand, so widerrief er und gab nach TertullianBürgschaft für die Annahme des kirchlichen Glaubens. Seine Wirksamkeitmuß in Afrika größer gewesen sein als in Rom, da die Philosophumenaseiner nicht erwähnen, sondern

2) NvctuS von Smyrna als den Vater der Patripassiancr bezeichnen,die ihn auch richtiger am Ende des 2ten Jahrh. auftreten lassen, als Epi-phaniuS, der seine Wirksamkeit in die Mitte des 3ten Jahrh. setzte. Dennlschon unter P. Victor kam Epigonus, ein Schüler des Noetus, nach, Rom, und verbreitete seine Lehre'). An diesen schloß sich der Nvvatianer

Kleomeneü an, welcher unter den Päpsten Zepbyrinus und Kallistus (202t223) neben den ebionitischen Monarchianeru eine Schule von Patripas-sianern gründete. Diese erhielt ihren bedeutendsten Vertreter in

3) SabclliuS, einem Libyer auS Pcntapolis, den man bisher irrigin der Milte des Zten Jahrh. selbst in Pcntapolis auftreten ließ, währender nach den PhilosophumcniS schon unter P. Zephyrinns (202218)in Nom berühmt war, und seine Lehre w ssentlich die des Noetus (resp. desPrarcas) war. Zepbyrinus behandelte den geistig begabten Sabcllius an-

l) näv. Orax. e. t,: Isla (IX-nx) jx-iinu« e,x Xsin bne geuus yar-

eorsiuws nttuln lloiuns et lOMram niuciüxit. Ipsmn «lull pnkrani^ liefen,lissa in viiZinein, ipsuin nx ea »Mm», Psuiu pnssum. Iwmguo Psmn.lessa losum Olu-istnin. Inse se sibi Illinin t'veir: Irrten aomnnssus escz bülo e. 29.

e 2) aniUra Inrores. XoeO (nyp. Ilninb. 716. 2' II.

u. in Iiibl. I. II) ?biI(,sonl»une»a IX, 7 s<i. Inrer. 57.

liaei-ek. kubb. III, 7. vgl. X'akal. Nlsw. k. a. saoe. III. äissorl. 25.D ° llinger, Hippolpt u. Kallistus S. 197 ff.