170 1. Zeitraum, l. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitel.
habe er verleugnet. Aus die Frage, welchen Menschen? habe er geantwortet:Christum. Doch erkannte er Christus als den im A. B. verheißenenMessias, wie er auch annahm , daß der göttliche Geist ihn im Leibe derJungfrau Maria wunderbar habe entstehen lassen, und daß sich einegöttliche Kraft bei der Taufe in ihm eiugesenkt habe. Von P. Victorercommunicirt (um 200) stiftete er eine häretische Partei, welche sich vielmit aristotelischer Dialektik und mit Mathematik beschäftigte, die heil. Schriftwie jedes andere Buch behandelte, sogar mehrfach fälschte').
3) In Natal is, einem überlisteten Confessor, erhielt die nicht una».sehnliche Partei momentan einen Bischof, den sie monatlich mit 150 Denarie«besoldete. Doch trat Natalis bald renmüthig unter P. Zephyrin (201-219) zur kathol. Kirche zurück. Als Häupter der Theodotischen Schulein Rom werden genannt
4) Asklepidcs und besondere Theodotuü der Jüngere, der Wechsler,
welcher die Irrlehre in etwa modificirte. Zwar nahm auch er au, daß auf fLen Menschen Jesu eine göttliche Kraft herabgekommen sei; aber die .höchste göttliche Kraft ei„,y sei in Melchiscdek erschiene», !
welcher daher das Amt eines Mittlers zwischen Gott und den Engeln, wieChristus zwischen Gott und den M e » schen verwalte. Seine Anhängerhießen setzt Melchisedck i a n e r '). Auch galt Arte m o n od. A r t e m asals Haupt dieser häretischen Schule.
5) Der einflußreichste Vertreter dieser Richtung ward Paul ooo
Samosata, seit 260 B. von Antiochien, ein talentvoller aber ruhinsüch-tiger, prachtliebender und sittlich verdächtigter Mann, der auch lieber nachseinem weltliche» Amte Ducenarius (mit 200 Sestertien besoldet) alsBischof genannt werden wollte'). Nach seiner Lehre ist Christus ein bloßerMensch (st-i^ÖL «vKj-biTraa), doch übernatürlich gezeugt (-'kui' 0 -A-kla ex ä)-tov) und von der Jungfrau (ix ^«yÄiror) !
geboren. Auch habe sich der göttliche Logos zwar nicht persönlich doch
eigenschaftli ch als Kraft mit ihm geeinigt («ix oöb-uO'äX «Hl» xar«aio^f-r^T-a), weswegen auch die Vergöttlichung Christi prädestinirt war.In dieser Rücksicht nannte ihn Paul auch ex und noch i
zweideutiger r W d. i. mit Gott wesentlich eins, keim
andere Hypostase (als die des Vaters). Dieses durchschauend verdamm««drei Antiochenische Synoden (s. 264) diese Irrlehre „des Verwüstersder Heerde Cbristi;" auf der letzten (269) ward Paul von dem antio-chcnischcn Priester Mal ch io n vollständig entlarvt, und darum abgesehl.Ein Synodalschrcibcn benachrichtigte hievon die gcsammte katholische Kirche ').Zwar hielt sich Paul noch einige Zeit durch die weltliche Macht und Gunst !der Königin Zenobia von Palmyra; als aber der Kaiser Aurelian dieMacht dieser Regentin gebrochen (272) , mußte Paul seiner Stellung ein-
1) äb/uxeä. V. 28: 7'srdu??. tlv pi':ws<r. e. 53. 10>il»8aplruin. X, 22. Wi-lueor. 54 u. 55.; Meockr-ret. Iumrat. trrbb. II, 5.
2) Die Quelle» in d. vorstehend. Note u. kdiloevplrum. X, 24.
3) cko'udeb. VII, 27—30. luror. 65. Iinonst. InIW. II, b
«Io IiuorssiO. c. 44. Mckastriui clo kiner. 50. Fragmente bei 7,e»«-trud' IIv 2 nut. iu A. ä/a/t vott. 8<ri)itoe. uuva colloet. V. VII, 1. — L7uää>(Io errvrib. knuli Lnwvs. I^ps. 745. cksue/7/»!, cls Iiaerosi I'nuli Lawostt.Duett. 74l. 4. s-Xe/rraab, Oe 1'nuli 8auw8. vitn utejue äoetriun, Horbipol. 83b.
4) Hefele, Conciliengesch. Bd. I. S. 109—117.