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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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169
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§. 75. Rationalistische Häretiker; Monarchiancr od. Antittinitaricr. 169

ibnen Epiphanius den amphibolischen Spottnamen Alogcr^). Sie warenAnti Montanisten, vorherrschend aber Gegner der Gottheit des Logos.§.75. Rationalistische Häretiker; Monarchiancr od. Antitrinitaricr.rMemont, 9'. II. u. III. f-Möhlcr, Athanas. d. Gr. l.Ausg. TH.I. S. 69 ff.2. A. S. 62 ff. chStaudcnniaicr, Philos. d. Christcmh. Th. I. 469 ff.hDöllingcr, Hippolvtus u. Kallistus. Negensb. 843. s-Kuhn, kathol.Dogmatik. II. Bd. Tüb. 857. S. 303 ff. Dorn er, Entwickelnngsgcsch.d. Lehre v. d. Person Christi. 2. A. Thl. I. S. 497 ff.

Da im Gnosticismus und theilweise auch im Montanismus die vorherr-schende Phantasie den gesunden Menschenverstand einerseits vielfachzurückgcdrängt und verletzt, und andererseits die Einheit Gottes mehrfachgeleugnet hatte: so durfte cs nicht befremden, wenn bei eintrctender Gleich-giltigkeit oder sogar aufsteigcndem Widerwillen gegen die Phantasiegebildeder Verstand desto entschiedener seine Rechte in gleich verkehrter Weiseund mit derselben Einseitigkeit geltend machte, und die Einheit Gottessetzt nachdrücklicher bcrvvrhob. Dicß begann damit, daß Viele die in derh. Schrift gegebenen und in die Kirchenlehre aufgcnommencn BezeichnungenderPerson C h r i st i durch Sohn Gottes, Logos, sowie derDre i-persönlichkcit der Gottheit durch Vater, Sohn und h. Geist ausAbneigung gegen dieses Mysterium rationalistich zu deuten suchten, Anderedagegen vom Standpunkte des Judcnthums an der abstractcn Einheit Gottessuorag^i«) alsEinpersönlichkeitstrengsesthieltcn, und dieGotthcitmitPhiloeine reine M onas nannten. Indem sic zunächst nur die L e h r c ü b e r C h r i st u Sberührten, machten sie dieFormel: monneeliinm lenonnis') zu ihrem Losungs-worte und erklärten bisweilen sogar rücksichtslos: daß man bei dem Glaubenan die Gottheit Ehristi von Neuem iu den Polytheismus verfalle. Durchsolche Bestrebungen einerseits wie durch die versuchten Abweichungen der-selben andererseits wurde das christliche Grunddogma von der PersonChristi auf mehrfache Weise verletzt. Es bildeten sich zuvörderst dreiGruppen, welche den scheinbaren Widerspruch der Lehre von der GottheitChristi mit der Einheit Gotlcö zu heben suchten.

.st. Eb io ui tische oder dy na uns che A n titri» i tari er.

Diese ließen gleich den früher» Eb io ulten die Gottheit Christi ohneweiteres fallen und erklärten ihn für einen bloßen Menschen, oder suchtenauf das Problem, wie Christus Gott und Mensch zugleich sein könne,näher eingehend, dasselbe durch die Annahme zu lösen: daß im MenschenJesu wie in den südischen und heidnischen Propheten zeitweilig eine gött-liche Kraft (ststr »^, -,) gewirkt habe. Zu diesen gehören

1 ) die oben erwähnten Alogcr, die allem Mysterium und dem Mon-tanismus gegenüber die sohanncische Logo sichre wie die besondere Wirk-samkeit des göttlichen Geistes in den Charismen namentlich den Pro-phetismus verwarfen, und neben nackter Negation noch rohe Kritik imbiblischen Kanon übten.

2 ) Theodotus aus Byzanz, nach seinem Handwerk Gerber genannt(um 192). Bei einer Verfolgung soll er Christum verleugnet und dann zuseiner Rechtfertigung gesagt haben: nicht Gott, sondern einen Menschen

1) Hcfclc, die Alogcr u. ihr Berhältniß z. Montanismus (Tüb. Q.-Schr.851. S. 564 ff.)

2) Wir halten an der Einhcrrschast, am Monotheismus fest uckv. ?rux. c. 3.