166 1. Zeitraum. I. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitol.
scheu Reiche verbreitet. Hier verhängte aber schon Divclctian gegen sie alseine höchst gefährliche persische Sekte (296) Feuertod, Enthauptung oderExilirung '). Die viel versprechenden Verheißungen der Lösung aller Ge-heimnisse und Erhebung aus irdische» Banden konnten selbst grosic Geister,wie den spätern Augustinus, aulocken und für einige Zeit gewinnen,minder selbstständige Denker lange fesseln. Mit dem Christeutbume hattedas ganze System höchstens einige Namen gemein.
§. 74. Die Montanisten und Aloger.
Dertn/l. eis pnüieit.; üo tliKa in >mrsve.: üö.siyun.; du nnmo^ain; doeult. ks.min.; äs vii^inib. volmul.: clv oxlwrtni. ,a!-litnt. — Tl'nk-ab. l>. o. V, Z.14—19. baor. 48. — üb. d. Illog. Iren. III, 1l. L/nMan. Ii»M.
51. Vgl. LMsmont 1?. III. p. 212—2l3. da blrntumVtie spe-
oimen. I. .Ion. 832. Schwegler, der Montanisinns n. die christl. Kindedes 2. Jahrh. Tüb. 841. (»lochte dein Momaiüsinns statt der histor. Vakeine mythisch-ideelle subsrituircu! > Ritscht, Entst. di altkathol. Kirche L47,6 ff. 4*Hcselc, Molitamls n. Montanisten im Freib. Kirckenler. Ä.VII. S. 252—269.
Dem Gnosticismus gegenüber bildete sich im Monta nismus ein an-deres Extrem und hing nur mit Marciv u theilwcise zusammen. Wie näm-lich der Gnosticismus sich derartig über dic Tbatsachen und Lehren der christ-lichen Offenbarung hinwegsetzte, daß er sie nach subfectivcr Willkühr und inphantastischer Weise umzuändcrn und dem Christenthuinc alle Obfcctivitäizu rauben sich vermaß: so wollte der Montanismus das Denken und Wollendes Individuums durch die Obfcctivität des Christcuthums derartig absorbi-ren, daß alle subjektive Gewißbeit des Einzelnen allein durch Inspira-tion erzeugt werden mußte. Daher der äußere, übrigens den phrygi-schen Naturmysterien entsprechende Eharakter dieser Sekte, welchedas Christenthum ebenso in ein extremes Mönchsthum zu verwandeln drohte,wie der Gnosticismus in eine mythische Theosvpbie.
Ihr Stifter war Mont an u s zu Pepuza in Phrygien; früher wahr-scheinlich ein Priester der Cybele. Kaum zum Christenthum übergetrcten,warf er sich (zw. 140—1504 zum Reformator auf, indem er sich für enicilvom heil. Geiste besonders Erleuchteten, als das kräftig stc OrganbeiParaklet ausgab und nahe Strafgerichte in den bevorstehenden Verfol-gungen verkündete. Seine vorgebliche Inspiration war meist nur mo inc»-tan und bestand in augenblicklichen Verzückungen, welche das Selbstbewußt-sein und die Besonnenheit verdrängten: „Gott oder der heil. Geist spreche»nun," sagte Moutanuü (iioe.ossn ast, nxoidat «oim» behauptete diese eksta-tisch e Prophetie). Bald schlossen sich ihm die gleichfalls ex-statische»Frauen Mari m illa und P r i srill a an. Aber ihr ganzes Wese» warweit entfernt von der Verklarung und Begeisterung fencr, die im apostoli-tchcn Zeitalter das Charisma der Vision und der Weißagung empfange»hatten '). Die kund gegebenen Offenbarungen enthielten meist rigorose sitt-liche Vorschriften, durch deren Befolgung die Kirche zu ihrem ManneS-alter erhoben werden sollte.
I I Die Acchthcit des Edicics im ^.inbroiiinMor ml II 'I'iinculi. 3, 7. ist ob«hinlänglichen Grund bezweifelt worden.
2> Vgl. V, 17; Iraer. 48. nr. 3—9. Der Apologet Mi>-
tiades schrieb sogar ein Buch nach
Lusob. I. c. ' ^