§. 73. Persische Giwsis: der Manichäismus.
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schen Briefe »och zu viel Indisches enthielten'); seine Lehre allein gebe die Wahr-heit'). Durch die Annahme einer göttlichen Trias näherten sich die Mani-chäer scheinbar der christlichen Lehre. Doch genau erwogen hat ihre Trinitätslchremir eine naturphilosophische Gestaltung: Christus und der heil. Geist sindnur Emanationen, die als Scbutzwchr gegen das Böse außer dem Lichtreiche aus-gestellt sind. Spater gestaltete besonders Faustus die Trinitätslehrc sabellianischdurch die Behauptung: sie verehren Gott in dreifacher Benennung als Vater imhöchsten Lichte, Christus im sichtbaren Lichte (Sonne und Mond) und den heil.Geist in dem reinen Acther. Wann die ganze Lichtmaterie von der Finstcrnißbefreit worden, erfolge das Ende der Welt.
JnUebereinstimmung mit mehreren Gnostikern unterschied Mani zwischenEingeweihten oder Vollkommenen Jwrlooti, oleet!) und Katechu-menen srnnütoi'os); die letzter» wurden erst durch mystische, allegorischeRe-ligions- und „aturpbilosophische Vorträge durch lange Zeit vorbereitet. Inder vollständigen Ausprägung eines eigenen Kirchenthums als Gegensatz zuder Kirche der Katholiken (Halbckristen) beseitigte Mani nach dem VorgängedeS Marc ion ein bei den Gnostikern allzu sichtbar gewordenes Bedürfnis.Unter seine» Anhängern bestand nämlich eine vollkommen gegliederte Hie-rarchie aus 12 Magistern sammt einem Oberhaupte, 72 Bischöfen und denPresbytern und Diakonen der Auserwählten. Der eroterische Cult wargeistiger Art ohne Altäre und Ceremonien ; am Sonntage wurde gefastet,der Todestag Mani's als ein großes Kirchenfest (st-str-r) alljährlich imMärz gefeiert; der esoterische Cult der Auserwähltcn wurde ganz ge-heim gehalten. Er soll in Taufe und Abendmahl bestanden haben.Jene wahrscheinlich mit Oel wurde als Mysterium behandelt, das Abend-mahl ohne Wein gefeiert.
Für die Moral stellte Mani als Hauptziel die möglichst größte Befrei-ung von dcrMateric auf, und forderte von denAnscrwählten die drei Siegeldes Mundes, der Hände und des Schooßes chchimcnluin oem, »isnmim etmmis) heilig zu halten. Das crsterc, des M uude s, verbot alle Lästerung,besonders des Parallelen, Enthaltung von alle» Fleischspeisen und berau-schenden Getränken; das Siegel der Hände untersagte Tödtung und Ver-letzung des Thier- und Pflanzcnlcbens, wie Ausführung gemeiner Arbeiten;das Siegel des Schooßes endlich verdammte alle geschlechtliche Lust undehelichen Beischlaf. Die Unvollkomm en en oder Hörenden besorgten fürdie Erwählten den Unterhalt, namentlich das Kochen; sie selbst waren zujenen Entbehrungen noch nicht verpflichtet, und durften sogar Ackerbau undGewerbe treiben. Für die bei diesen Beschäftigungen begangenen Sündenerhielten sie leicht Vergebung, wofern die Seele nur Scham und Reue em-pfand, denn das Böse sei ja nicht die That der Seele, sondern eines anderenWesens. Ja nach der Klage Ephraems des Syrers erließen die auserwähltenManichäer die Sünde sogar ohne Reue und Buße, wofern ihnen nur Nah-rung dargcreichr wurde
Durch daS Schicksal des Sektenstifters geschreckt, hatten sich dieAnhängernach Indien, China, Kleinasicn, Aegypten, Nordafrika und weiter im römi-
1) Trcchsel, üb. Kanon, Kritik u. Ercg. d. Manich. Bern. 832.
2) Sie war nicdergelegt besond. in folg. Schriften: mMeria, enchtuln, svnu-xelsiiw, tlioznurus, spist. suiulaniauti wovon Fragmente in /''admo/i bibl. ssrnoe.
3) Gegen eine abgeschmackte Protestant. Vergleichung der kathol. Lehreüber Snndcnvcrgcb. u Ablaß mit den Meinungen d. Manichäer vgl. Zingerle,über die Ablässe der Manichäer u. ihre Vergleichung mit der katb. Kirche l Tiib.Q.-Schr. Jahrg. 841. S. 574—603.)