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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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164
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164 1. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 2. Capitcl.

wurden, scheint Mani an diese religiöse Bewegung sich angeschloffcn zuhaben. Doch einen eigenen Weg verfolgend, glaubte er in dein ihm beton»,gewordenen gnostisch cn (Basilidischcn) Christcnthume, demBuddhaismnjund im Mithradicnste eine Verwandtschaft mit der persischen Religio» zufinden, und ging daher mit dem kühnen Gedanken um, die Volksreligion,»,,jenen Elementen vermischt zu einer Weltrcligion zu erheben. Dieses Be-mühen zog ihm bei den persischen Magiern und Königen, wie bei den Chri-sten, welchen letzter» er sich als den v erh eißencn P aräklet darstellir,Haß, Verstoßung und Verfolgung zu. Unter Babara m mußte sich Monizu einer öffentlichen Disputation stellen, in welcher er unterlag, und dormals Religionsverfälschcr lebendig geschunden wurde (um 277).

Die Grundlage seines Systems bildet die Aimahmc von zwei ewigen Grund-Wesen Liebt und Finsternis!, wobei der persische Dualis«

noch bestimmter' als bei den syrischen Gnostikern hervorlritt. Durch Zeugung vonvielen Acone» entfalten sie sich zu Reichen, die sich unaufhörlich bekämpft».Das gute Wesen (entsprechend dem persischen Ormuzdj erfüllt Alles mit Ach,gleich der Sonne im Planetensysteme; das Böse t dcr pcrs. Ahriman) ist go»zmateriell, finster und bösartig. Zur Abwehr der finstern Machte bildete der MGott aus seinem Wesen den Urmenschen, der wie der Logos des Phile zu-gleich Weltsecle und Quelle alles Lebens ist (^u^p -ez I«

dem Kampfe aber, den der Urmensch mit den fünf reineren Elementen: Ach,Feuer, Wind, Wasser und Erde gegen die Finstcrnist bestand, entrissen ihn, di«dämonischen Machte einen Theil seines Lichtes. Za er wäre ihnen völlig untcrft-gcn, hätte nicht der um Hülfe angcrusenc gute Gott eine neue Kraft emanin, dl»lebendigen Geist (p^i- sziritu« putonu), der aus der Mischung ds

geraubten Lichtstromcs mit der Materie die sichtbare Welt gestaltete, in welch»jedes nach dem verschiedenen Grade der Mischung eine höhere oder niedere Lniftcinnimmt. Die entrissenen edleren Thcilc des Urmenschen wurden als Sonne «Mond an den oberen Himmel, die von den Lichttheilcn geraubten Leiber der Dome»als Lcuchtstcrne an das Firmament gestellt, und aus den von der Materie a>«meisten gefesselten Lichtthcilcn die Geschöpfe der irdischen Natur geformt. So ijiin der ganzen Natur bis zu den Gewächsen und Steinen herab der sic beleben»Lichtstoff (ckesus patibilis) verbreitet.

Der Mensch thcilte dasselbe Loos mit de» Geschöpfen und besteht aus lnMaterie und dem Geiste, welcher aus dem Lichtreiche stammt. Der Archon lnFinkcrniß zeugte mit seinem Weibe (Nebrod) den ersten Menschen Adam, dnsowohl das Bild des Sonnengottes l'Christi-, als auch des Fürsten der Finstcr-niß >dcm Leibe nach) in sich vereinigte, daher der Mittelpunkt war, in welch««alle in der sichtbaren Welt vorhandenen Kräfte sich conccntrirten. Er bestand da-her ans zwei Naturen und ebenso wohl auch aus zwei Seelen, der

aus den Lichtthcilcn gebildet und der aus den Stoffen der Alt

sublimirt, welche voll Sinnlichkeit und Begierde ist. Damit der Mensch aber Mim Bewußtsein der Abstammung aus dem oberen Lichtrciche zu demselben aas-strebe, wurde ihm eine Genossin, die Eva, beigcscllt, an die er sich, ohnehin sch««den thicrischen Trieben unterworfen, durch Wollust gefesselt fühlte.

Zur Befreiung und Erlösung der in der Materie gefesselten Lichtelcmentc er-schien Christus sulä§ - 70 t- sOotou - 70 V - 70 Ü ) unter

Tibers Regierung in Judäa in einem Sekeinkörper; sein Leiden war daherauch nur scheinbar. Sein Ziel und Zweck war Belehrung der Menschen: Mnämlich die Seele durch Ucbcrwindung der Begierden immer mehr geläutert werde;doch erfolge die wahre Entsündigung erst durch die Trennung des Geistes »mLeibe. Auch gelangen die meisten Seelen in den höchsten Aethcr i--)-,-)erst durch eine Reihe von Mctcmpsychoscn. Die Lehre Christi sei bereits von de«Aposteln, noch mehr in der folgenden Zeit mißverstanden und jüdisch aufgcfchworden; der zum richtigen Verständnis! verheißene Para kl et sei nun in Mmerschienen. Die Schriften des A. T., ein Werk des Dämon, seien zn verweis«»ebenso die meisten des N. T., da selbst die noch am meisten geachteten paulini-