§. 72. Charakteristik der verschiedene» formen des Gnostieismus. läl
§ 72. Charakteristik der verschiedenen Formen des Gnostieismus.^ Hellenistische Gnostiker, vondenen einige an's A. T.a n knüpfen ode r 2l nril h e send a zu bi sd e n.
I. Basilides. Lvu. l, 24. 2'enk. «I« pnu-m-r. e. 46.
stram. a. m. St. kilu V l 1, 14—27. /lfptPftan. Imsr.
24. 7'sisockanek. IntLrot. talnn 1. 2 at 4. Vgl. fl'/l/Lurant st', kl. p.219 8(j. n. P. 584. -/inba/il, kkasilülis pkulttsigstii »rmsni'i santentiaa exRippalxti ülir» üuislrmae, veröl. 852.
Basilides kam nach dem Berichte des Epiphanias aus Smyrna nachAegypten, wo er (um 125 ) wirkte und in seinem Sohne Isidor einen eif-rigen Verbreiter seines Systems erhielt. AlsQuellc desselben nimmt ereine Geheimüberlieferung an, welche von Cham, dem Sohne Noahs,ausgegangen, von morgenländischen Weisen Barkabas, Barkoph und Barchorerhalten, seit Christus durch GlaukiaS, den Hermeneuten des Petrus, sowiedurch den Apostel Matthias bis auf ihn und seinen Sohn und SchülerIsidor fortgelcitet sein soll. Er stellte seine Lehre in 24 Büchernzusammen, die prätenstös ein „Evangelium" genannt wurden. Die durchdie Phil osop Humen as) noch vergrößerte Divergenz der Darstellung der-selben bei den altern Häresiologen deutet wohl aus eine weitere Entwickelungoder Umgestaltung der ursprünglichen Elemente durch Isidor hin.
An der Spitze hat sein System ein unbegreifliches, durch keinen Name» zubezeichnendes Wese» die nicht (zeitlich) cristircndc Gottheit (->
ai/x L^L-ö;). Dieses war vor aller Zeit und hat nicht durch Emanation (7r-s,sondern durch seinen Willen oder, wie Genesis l, 3 u. Joh. 1, 9 lehre, durchsein Spreche» die Welt aus dem Nichts (-- t,'----,---) ins Dasein gerufen. Doch
nicht in ihrer vollkommenen Ausbildung, sondern nur als Same
„der Alles, was zum Inbegriff der Welt gehört, wie im kleinsten Keimei» sich enthielt," weshalb Basilides diese auch eine ---tx vs-
ein Chaos nennt, aus dem sich wie aus einem Embryo die Welt entwickelte. Indiesem Wcltsamc» lag eine dreifache Sohn schuft luk^- >, auf welche
das Urwcsen durch die anziehende Macht seiner Schönheit wirkt. Die erste, ganzpneumatisch, schwang sich unmittelbar nach der Samenschöpfung »ach oben zumUrwescn ins Pleroiua. Die zweite Sohnschaft > >, aus gröber« Thei-
len bestehend, konnte ohne weiteres nicht dahin gelange»; sie bildete deshalb ein ge-flügeltes Wesen, den heiligen Geist, und durch diesen erreicht sie dann dasPleroma, nicht aber der heil. Geist, weil er geringerer Wesenheit ist. Er bildetdie Veste als Grenze zwischen dem Pleroma und der untern Welt f-z-M/-'-.). Die dritte Sohnschafr bleibt, weil der Reinigung bedürftig, im Wclt-ftiincn. — Aus diesem entstand der große Wc lisch öpfer (-//-/«; L--^"), wel-cher bis zur Veste cmvorsticg, und hier die absolute Grenze annehniend sich fürden Beherrscher aller Dinge hielt. Er erzeugte einen Sohn, der nach der Nor-hcrbcstimmung des höchsten Gottes viel erleuchteter als er selbst war. Mit diesemlchuf er eine ätherische Welt, die Ogdoas, den obcrn Himmel bis an de» Mondreichend, ein Nachbild des Pleroma. Darnach stieg aus dem Welksamen »och einzweiter Archon empor, der ebenfalls mit seinem weiseren Sohne ein zwischendem Monde und der Erde liegendes himmlisches Reich, die Hebdom ns (denPlanetenhimmcl), gründete. Die unterste Welt mit der Menschheit
entwickelte sich (ohne Archon) nach ihren Naturtrieben (E«
Nach dieser cigcnthnmlichcn Kosmologie geben die Philosophumena folgende
Sotcriologie. Anknüpfcnd an Römer 8, l9 ff., an das Seufzen derCreatur nach der Kindschaft Gottes, handelt es sich hier zunächst darum, diezweite und dritte Sohnschaft in das Pleroma zu bringen. Als nun die Zeit zurOffenbarung der Kinder Gottes erfüllt war, kam das Evangelium in die
k> Diese wollen bei Basilides viel Verwandtes mit Aristoteles finden:
7--vre)Lcv -7« s-'rL 5'2^r-7'7-6//.«'7s: j). 225.