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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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144
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144 1. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt, t. Capitel.

widerlegt, so daß Cäcilins am Schlüsse freudig ausrust:wir haben beidegesiegt; du über mich , ich über den Jrrthum" '). Der in schlagendenArgumenten gewandte Schutzredner Tertullian hat besonders in seinemApologeticuS nicht nur als ehemaliger Jurist die politische Rechtfertigungder Christen übernommen, sondern durch den Nachweis: daß das Christcn-thum durch die innerste Natur der menschlichen Seele, einer natürlichenChristin, alswahr, daöHeidenthumdagegen als Unnatur bezeugtwerdc, auchals Philosoph seine Aufgabe mit siegreicher Beredsamkeit gelöst'). Der ein-flußreiche B. Cyprian von Karthago fand sich mächtig ausgefordert, die Nich-tigkeit der Götzen darzuthun und zur Schonung gegen die Christen zu mah-nen '). Beim Ausbruch der Diocletianischen Verfolgung schrieh endlich derafrikanische Rhetor Arnobius, einst selbst Verfolger der Christen, 7 Bü-cher gegen die Heiden, in welchen er die vielen Blößen und Absurditäten desHeidenthums darthut, die Lehren des Christenthums weniger genügend ver-theidigte, aber immerhin ein Zeugniß von dem ihn beseligenden christliche«Geiste ablegt").

Der Inhalt dieser Apologien ist zunächst: 1) Widerlegung der de«Christen angedichteten Verbrechen des Atheismus °), widernatürlicher Laster,des Essens von Menschenfleisch, hochverräterischer Tendenzen u. A. DerVorwurf der Neuheit wird durch die Darlegung des Zusammenhangs desChristenthums mit dem A. B., der über alle philosophische Systeme hinaus-reiche , und die Uebcrcinstimmung des Christenthums mit den ausgezeichnet-sten Philosophen abgelehnt, zugleich über die oft ganz gesetzlose Verurtei-lung der Christen Klage geführt. 2) Im Gegensatz zum Christenthume wirddas Heidenthum als die äußerste Verirrung der Menschheit dargestellt, nach-gewiesen in den vielen unsittlichen Culten, der Vernunftwidrigkeit derselbe«und dem gänzlichen Mangel der Mittheilung einer sittlich belebenden Kraft,wovon die fast allgemeine Unsittlichkeit unter den Heiden herrühre.Nurbei der Verdunkelung des Auges der Seele durch d i e Sünd c habe dasHeidenthum mit dem Polytheismus Anklang finden können"; in der Thaiseien aber die heidnischen Culte nichts anderes als Dämonendienst (Ps. 9S,5; t Korinth. 10, 20.)"). GanzAnderes zeige sich 3) bei dem Christenthumees erweise sich der menschlichen Seele, die eine natürliche Christin ist (snimnaturslitar clrn8tisur>), sogleich in seiner Vernunstmäßigkeit; cs sei durchErfüllung vieler Weißagungen bestätigt, verleihe dem Mensche«eine göttliche Kraft, und das schöne sittliche Leben der Christen imGegensahe

1) Lcl. Li'«ckrer, Uoir§os. 773 neu cd. übcrs. u. erklärt v. Lübkcrt, Lpz. 8Ns. Bonn. Ztschr. f. Philos. ». kath. Thcol. H. 18. krit. Ausg. v.. äe M'-also, praetatuu est OrsKr. Vur, 836. in d. letzten Ausg. x. 1 17. arZumcickIX. guae xrobeirt, apologstieum blinuciauum uon miini8 auto VsrtuIIiaueuuiguam airte 6)Drümi libruur de vamtate idoloruur S88v uerixtuw.

2) ad uation. libb. II.; ad 8caii. Lrooons. (oxg. omn. ed. NrFÄir!«);

apologet. ed. e. iierpetuo corumsntario Lugd. Lat. 718; ed. Tiittcr.

öoiru. 824. )Hcfcle, Tertullian als Apologet (Tiib. Q.-Schr. 838. H. l.S. 30 ff.) 3) ad Lsiuetriau. de idolor. vanit. <0vv. omu. Veuet

728. p. 431-462.)

4) A-'noö. diuxutt. adv. gsut. libd. VII. od. s recsnu. Hsraldi cum uoükalior. Laliriasiiis. Lugd. Lat. 651. 4. ed. OreM Lp8. 816; additam. 817.,AKckebranck. Hall. 844. lK-rllanÄ«, bibl. D. IV. p. 131 216.) deutsch, V. BeS-nard, Landsh. 842. v. Alleker, Trier 858. vgl. Alei/er, do ratioue et arzumsuto agoloxetiH Vruubiaiii. Ilavn. 815.

5) l/ttd'tiN. apol. I. c. 6 u. 13. 6) -/üd'tm. apoi. 1. e. 9. apol. II. c. 10.