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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 68. Die Lage der Christen im 3. Jahrhundert.

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Zauberei zu. Nach dem Bestreben, in den verschiedenen Religionen dieinnere Einheit darzuthun, hätte an und für sich zwischen diesem Systeme unddem Christenthume kein Gegensatz statt finden können; wirklich hatdaSerstere sich auch Manches anö dem letzteren angeeignet').Ammonius und PorphyriuS sollen einst sogar dem Christenthume angehörthaben. Da aber das Christenthum als die allein wahre Gottesoffenbarnngauftrat, und jede Verschmelzung mit der heidnischen Religion entschiedenzurückwies, war ein gegenseitiger Conflict nothwcndig '). Den absolutenGegensatz des Christenthums zu den heidnischen Volksreligionen bezeichntendie Neuplatoniker aber als ein jüdisches Mißverständniß des sonst weisenGründers der christlichen Religion, das seinen Grund habe in der Nicht-unterscheidung der Einen Gottheit im All Seron) von den göttlichenOffenbarungsorganen (Seol zrep/xol, eSnapx"")-

Von dem Standpunkte dieses Systems, das unverkennbar gegen diechristliche Wahrheit und ihren ersten Verkünder gerichtet war, zeigte sicherst nach dem Tode Plotin's eine directeOpposition gegen das Christenthum,zuerst bei Philvstratus dem älteren in seiner Lebensbeschreibung desApollonius von Tyana, welche mit den erdichteten Wundern und Großtha-ten offenbar Christum überbieten und in Schatten stellen sollte. Noch ent-schiedener trat dieBekämpfung des Christcnthums bei PorphyriuS, einemSyrer und Schüler des Plotinusss-304) hervor. Zwar achtete PorphyriuSdiePerso» Christi hoch, glaubte aber, daß seine Jünger, namentlich Johannes,sie mit einem göttlichen Nimbus umgeben habe. Daher griff er die Wahr-haftigkeit der Urkunden des N. T. an, suchte Widersprüche darin nachzuwei-sen, und benutzte dazu den Streit zwischen Petrus und Paulus, tadelte diechristliche Auslegung der hl. Schrift, besonders das Allegorisiren des Ori-genes, spottete über die s. g. messianischen Weißagungcn, vorzüglich desDaniel, und urgirte viele Erzählungen aus dem Leben Jesu. Sein so spätesHerabkommen auf Erden erschien ihm ganz unpaffend, eben so die Verwer-fung der Opfer von Seiten der Christen, da ja Gott selbst im A. T. daranGefallen gezeigt habe; überhaupt widerstrebe das Christenthum der feinerenBildung und den Staatsgesetzen. Gleichwohl finden sich unverkennbarchristliche Elemente bei ihm, besonders in dem Briefe an seine Gemah-lin MarcellaZ. Ja er mußte sogar eingestehen, daß die Heiligkeit Christisehr günstige Zeugnisse für sich habe. Theodoret vergleicht ihn daher mitBileam, der kam, um die Kinder Israels zu verfluchen, und gezwungenwurde, den Segen über sie zu sprechen. Gleichwohl nennt er ihn den bitter-sten und unversöhnlichsten Gegner des Christenthums. Hierokles, unterDiocletian Statthalter in Bithynien und Präfect zu Alexandrien, verfaßtein gleicher Absicht die s. g. wahrheitsliebenden Reden. Um die Chri-sten ihrer Kirche abwendig zu machen, wiederholte er zum Theil die Vor-würfe des Cels us und PorphyriuS gegen das Christenthum und verglich die

1) Mis/isO», ile stuel. etlrnicor. Obristinuos iinitnmli (lliss. ml b. e. psrt.4>ton. 733). 2) Useb. b. o. VI, 19. Lh'usck. prmspnr. kvnng. XI, 19. ib'oo-'ak.b. e. III, 23. vgl. Dieringer, System d. göttl. Thatcn. Bd. I. S. 79 ff.

3) >!>-/->! XL7Ä Mil. XV. t'i'NAin. bei Loisks-rr'rtd',.

vila et script. korylixi'. Ilom, 630 u. in iVaiinrorr dibl. Zr. V. IV. p. 207 sg.Methodius, B. ff- 312), Eusebius v. Cäsarca u. Apollinaris v. Lao-dicca schrieben ausführliche Werke gegen ihn. Bgl. Ullmaun, Einfluß d. Chri-nenth. auf Porphyr, (thcol. Stud. u. Krit. Jahrg. 832. H. 2.) IVolf, Uorpü^riiue pkilosopkirr vx oruculis llnurikuelir librorum rkliguius, Veröl. 856.