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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 68. Die Lage dcr Christen im 3. Jahrhundert.

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wieder Christen sein und ihre Versammlungen halten dürfen, doch unter derBedingung: daß sie nichts dem Staate Gefährliches unter-nehmen^), vielmehr für sein und des Reichcs Wohl zu ihremGotte beten!"

Im Occidcntc war indessen zwischen Marentiuö, der sich in Italienund Afrika behauptet hatte, und Constantinus 311 ein Krieg ausgebro-chen. In bedenklicher Lage vor Rom stehend sah Constantin und seine Sol-daten am Himmel das w underbarc Z e i ch c» des K r e uzcs ") mit dcrUmschrift:durch diescs wirst du sicgen." Constantin setzte jetzt seinVertrauen auf den Gott dcr Christen, ließ sogleich das Labarum, eine Fahne,mit dem verschlungenen Namcnszngc Christi anfertigen, und sich von christ-lichen Geistlichen über die Religion des Kreuzes unterrichten. Nun gewanner den zweifelhaften Sieg über den Usurpator Marentiuö (28. Oetob. 312).Darum befahl er, daß die ihm vom römischen Senate dcdieirtc Bildsäuleauf dem Forum ausgestellt werde, dieselbe aber statt des Sccpters die Krcu-zcsfahnc in die Hand erhalte mit dcr Unterschrift:durch dieses heil-bringende Zeichen, das Sinnbild wahrer Stärke, habe icheure Stadt vom Joche des Tyrannen befreit." Als er nun Allein-herrscher des Occidcntcs geworden, erließ er noch in demselben Jahre (312)mit Licinins, dem Augnstuö des europäischen Morgenlandes, ein für dieChristen günstiges Edict des Inhaltes:Jeder dürfe die Religion frei aus-iibcn, zude r e r si ch beke n n e." Ein noch umfassenderes und jede Zwei-deutigkeit.ausschließcndcs Edict erfolgte zu Mailand (3l3) und vollen-dete die Freude dcr Christen Z. Darnach wurde den Christen nicht nurgestattet,gleich den übrigen Untcrthanen ihre Religion vollkommen freiauszuiiben, sondern auch einem jedcnfreigestellt, zum Christen-thumc übcrz »treten; auch sollten die denChristen gewaltsam entrissenenKirchen ihnen stimmt den Gütern zurückgcgcbcn und die seitherigen Inhaberaus dcr Staatskasse entschädigt werden." Nach diesem Beispiele dcr beidenKaiser durfte Mariminus im Oriente nicht weiter wagen, als der Ein-zige die Christen gegen sich zu erbittern, und erließ daher ein heuchlerischesEdict an den Präfcctcn Sabinus, das die Beunruhigung der Christen verbot.Als er mm noch gegen LiciniuS die Schlacht bei Hadrianopel verlor (313),wurde er nachdcnkend und scheinbar günstiger für die Christen gestimmt. Ergestattete, daß die Freiheiten für die Christen im Occidente auch auf die desOrients übergingen, und starb bald darauf an einer schreckliche» Krankheil.Constantin und LiciniuS wurden die alleinigen Beherrscher des römischenReiches, in welchem das Christcnthum für immer den Sieg über das Hei-denthum unter dem sichtbaren Beistände GottcS errungen zu haben schien,

1) I-aetant. I. I. 34. VIII. 17. Hatte nicht schon Tertul-

st an erklärt: krecnntos snmns omncs naminm >iro omnibus lmparntnrllms,ritnm illis pralixam, imporimu socurnm, änmiim tutam, oxaraitus tortc>8,seimtnin tulolem, pcgmlmn ^robum, orlieiu «iinotum, c;t gnnocuin.i»o linmiuinet (Aesnris votn. 8»nt. a^ologot e. 20. *) vitn ('n-Unnt. I,

2730. DaS Zcich. X m. d. Umschrift ^06^ vgl. Kmivrt. I>. i>. I, 2.

,Ie wart, porsaciitor. e. 44. Ii. o. st 3 s. Rauscher Th. II.

d> 20810. u. 215 ff. stHng, Ehrenrettung Constant. d. Gr. < Ztschr. f. d.Wlchk. d. Erst'isth. Freib. 830. H. 3. S. 53-70.». Dicringcr, Spstcm d.Ml. Thatcn. Bd. I. S. 207213. Stolbcrg Bd. IX. S. 134 ff.

21 lEtant. I. ». 48. I>. «. X, 5.