136 1. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitcl.
untersagt, die Widerspenstigen eingekerkert und gemartert werden sollte«.Sein zweites Edict (258) befahl schon: die Bischöfe, Presbyter und Dia-konen zu enthaupten, die Ritter und Senatoren ihrer Würde und ihres Ver-mögens zu berauben, und blieben sie dann noch Christen, ebenfalls zu ent-haupten u. s. w.'). Schmerzenvoll sahen die Christen daS Todesurtheil anSirtuS, B. von Rom, seinem Diakon Laurentius, dem B. Cyprianvon Carthago, Fructuosus, B. von Tarragona in Spanien u. A. aus-sühren. Der Proconsul Galerius Marimus vollstreckte, wo er zugegen war,daS strenge Gesetz mit folgsamer Grausamkeit. Zu Utica ließ er 153 Be-kenner Christi^) zugleich enthaupten (mu88« e-mrlklu). Wie unähnlich warder Sohn Gallienus (260—68) dem Vater! Er gewährte den ChristenFrieden, ließ ihnen die geraubten Gebäude und Kirchhöfe zurückgeben, undverbot die fernere Belästigung derselben. Dadurch waren die Christen zunierstenmal als religiöse Corporation (oolle^mm licitum) anerkannt').Diesen auch unter der 2jährigen Regierung des Claudius fortbestehendenFrieden wollte Aurelian (270—75) durch ein neues Verfolgungsedic!(275) unterbrechen, die Ausführung ward aber durch die Ermordung diesesCäsars verhindert'). Auch unter
Diokletian (28)—305)
erfreuten sich die Christen bis 303 wohlwollender Gesinnung, so daß dieKirche während dieser 40jährigen Ruhe äußerlich sich vielfach erweitern undnach innen entwickeln konnte. Diokletian hatte zum Schutze des bedrohtenReiches 286 den tapfer» Mariminianus Hcrculius zum Reichsge-nossen und zwar zum Augustus des Occidentes ernannt. Er selbst legte zu-erst das Diadem an, umgab sich mit orientalischem Gepränge und führteden Titel: „Gottheit und geheiligte Majestät." Jm J. 292 wurden noch alsCäsaren angenommen Constantius Chlorns für Britannien, Gallienund Hispanien, und Galerius für Jllyrien, und beide durch Familien-bande an die Augusti gefesselt. Eusebius^), der von jetzt an als Zeitge-nosse erzählt, erfreut sich an der damaligen weiteren Verbreitung des Chri-stenthums und den in allen Städten entstandenen geräumigen Kirchen, undrühmt das Ansehen, welches die Christen am kaiserlichen Hofe genossen, daßsie sogar zu angesehenen Stellen befördert wurden. Aber, fügt er klagendbei: „die Christen verfielen bei der immer mehr zunehmenden Freiheit inNachlässigkeit und Trägheit; die Einen beneideten die Anderen, bekämpftensich mit den Waffen des Wortes wie mit dem Schwerte, Vorsteher erhobensich gegen Vorsteher, Gemeinden gegen Gemeinden; selbst niedere Verstel-lung und Heuchelei bis zur höchsten Bosheit wurden verübt. Da ließ aberdaS göttliche Gericht die Strafe Hereinbrechen, indem eine Verfolgung gegenunsere Brüder im Kriegerstande anhob." Die erste Veranlassung zu dieserVerfolgung gab der Cäsar Galerius, dem seine Mutter Romula ihreVorliebe für heidnischen Aberglauben und den Haß gegen die Christen, welchebei den Opfermahlzeiten der Götzen ausblieben, eingeimpst hatte"). Galerius
1) Meseb. VII, 10 8g. ex. 82. (Opx. sä. post 8ulu2. MUS er
monscb. couAi-oA. 8t. Nuuri. Vsn. 728. x. 340.) — 2) Der Sage von deri- g. MU88U euusticlu, die D-'rLele-rerrLS 716 6 ^ IN'MII. XIII, 67 8g. beäugt,
liegt eine Thatsachc z. Grunde. Vgl. XnAust. sei-mo 306. 2Me,»o»rs. 3?. IV. v.175 sg. Rauscher a. a. O. Bd. II. S. 97 ff.
3) VII, 13. — 4) VII, 30. Dacteurt. I. I, e. 6. — 5)
seö. lib. VIII st IX. Luctant. I. I. c. 7—13. — 6) I. I. o. 11.