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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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129
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§. 67. Die Lage der Christen im 2. Jahrhundert.

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Alles zusammengenommen erzeugte gegen die Christen fast 300jährigeblutige Verfolgungen. Diese gingen zunächst von den Juden und vomheidnischen Volke aus; seit Marc Aurel vom Volke, denLitteraten undden K ai se rn; seit DeciuS undDiocletian aber hatten sie ihren Grundin den bestimmter ausgeprägten politischen und religiösen Ueberzeugungender Kaiser. Wer könnte bei Erwägung dieser Umstände in die Meinungdes englischen Geschichtschreibers Gibbon von einer Verbreitung deö Chri-stenthums aus natürlich en Ursach en *) einstimmen?

Die Lage der Christen unter den Kaisern im 2. und 3.

Jahrhunderte.

I. Quellen: die Apologeten, die christl. u. hcidn. Historiker (scriptoros kis-

toriuo Xugustao, Rusobins otc.); LaetantE do mortib. porsocutor.;Kttr'ua-'t, sota sineor«. ot seloctn martzm.; das ursprüngl. calondariumfgriech. martzrum erweitert zum martxrologium; in der latein.

Kirche das älteste wohl v. 70'ero,das allgemeinste aber das mar-Ivrologium rom. auf Befehl P. Gregor XIII. sd. Laronius 1586. auxit7/eriü. Rosroercf 8. d. neueste Ausg. öloclilin. 846. Latisb. 847. bei d.Griech. das berühmteste Mcnologium, das im 9. Jahrh. auf Befehl d.Kais. Basilius Maccdo angescrtigt u. i. I. 1727 v. Cardinal Urbiniherausgcgcbc».

II. Bearbeitungen: 27/femonk, Idstoirv des omporours etc. s. ob. S. 29.

Not. l. Xort/rokt, de porsoontion. eccl. primasv. Xilon. 689. übers, un-ter d. Tit.: Beschreibung der 10 großen Verfolg. Hamb. 698. F>omc.Raldur»! commontar. :>d edieta. vett. prineipum rom. de cbristianis,Ilalae 728. dlartfnf, persocut. cbristianor. snb impp. rom., eausueearum et ellsetus. Rost. 802. -sSchum annv. Mansegg, die Ver-folg. d. erst, christl. Kirche. Wien 821. LoMe, de statu et condit. cbris-tianor. snb, impp. rom. alterius post 6Iir. sase. öerol. 828.tz. 67 «Forts, v. §. 50). Im 2. Jahrhunderte.

Dem Kaiser Nerva, der gegen die Christen mild war, folgte Traja»(98117), dessen Herrschaft für die Christen verderblich wurde. SeinGesetz gegen die geschlossenen Gesellschaften (Hetärien), so wie die alten,zur Aufrechthaltung der Staatsreligion vorhandenen Gesetze konnten auf dieChristen angewandt werden. In diesem Sinne erwiederte er (103) auf dieAnfrage des jüngern Plinius, Statthalters in Bithynien: man solle dieChristen zwar nicht aufsuchen; würden sic aber angeklagt, so solle man nurdenen verzeihen, welche Christum ableugneten, die hartnäckig Beharrendenbestrafen'). Bei einem solchensich widersprechenden Verfahren warendie Christen vor den Juden und der heidnischen Volksmenge nicht gesichert.Auf Veranlassung der erstem wurde der 120jährige Symeon, B. der Ju-

*) tTMon, Iiistorz- vk tlio declino und full ok tlio roman ompiro. Xond. 776sg. VI. V. 1.; übers, v. Wenk, Lpz. 788 ff. 19 Bde. Lpz. 837 in 1 Bdc. 4.Es ist das 16. Capitel, worin die Behauptung d. Ausbreitung d. Christenth. a.natürl. Ursachen vorgetragcn ist; einzeln übers, v. Walterstcrn. Hamb. 788.Ueb. d. thcol. littcr. Streit hierüber vgl. Walch, neueste Rel.-Gcsch. Bd. VIII.S. 89172.

1) ROn. opp. I. X. 97 u. 98.; Traja» gibt dem Plinius die Weisung:conguirondi non sunt: si dolorantur ot arguantur, xuniondi sunt, itu ts-mon,ut gui nogavorit so oliristiunum osso vonium ox poonitontiu impotrst. Vgl.Havcrsaat, Vcrthcid. d. plin. Briese üb. d. Christen, Gott. 788. Darüberapolog. r. 2. Ii. o. III, 33. Ueb. den oft mißverstand. Ausdruck

bei Plinius: cibns xrowiscuus tumsn ot innoxius, wie bulnos, promiseus,(gcmcinschastliche Bäder für beide Geschlechter) vgl. Bonner Ztschr. neue Folge,Jahrg. III. H. 3, S. 191-200.

AlzogS Kirchengcschichtc. 7. Auflage. ' g