§, 64. Hindernisse für die Verbreitung des Christenthums. 127
lffninl«. 668.) Uubor. 706. g^ntilio alu re, t.itvi . 33g»r. 744.
Tzschirncr, d. Fall des .Heidentb. Hrsg. v. N i e d n e r. Lvz. 829. S.
254 ff. 335 ff.
Neben den mancherlei günstigen Umständen für die Verbreitung desChristeutbums bestanden aber fast eben so viele hemmende von Seiten derdurch ihre List mächtigen Jude», besonders aber der Heiden. Unter denerster» bildete sich schon zu Liberia 6 nach den Principicn der Hillcl'schenSchule und einiger ältern Sekten der eigentliche RabbinlömuS, indemman gesetzlich-rituale und legendenartigc Traditionen an das mosaische Gesetzanlebntc. Diese minutiöse Ucberlieferungen (M ischnab um 220), nochdurch Auslegungen der GesctzeSlebrer vermehrt (Gemara von Jerusa-lem zu Ende des Z.Jabrh., Gemara von Babylon 430—521), wur-den zum Lehr- und Gesetzesbuchc (Talmud). Wie diese Gestaltung desneuer» Judenthums einerseits den Juden den Weg zur Erkenntniß des er-schienenen Messias versperren mußte'), so entflammte es sie andererseitszu unvertilgbarem Haffe gegen die Christen. Die von den letzter» von Zeit zuZeit verfaßten Widcrlegungsschriften machten auf dieJuden wenig Eindruck^).
Bei den Heiden galt es, die durch Jahrhunderte tief eingewurzeltenIdeen und Leidenschaften, welche die alte Welt beberrschten und mit mancher-lei Interessen verknüpft waren, zu unterdrücken und ein nach Denken, Gesin-nung und Handlung neues Dasein dem Menschen zu verleihen, ihn völligumzubildcn. Immer noch übte bei der größer« Masse der Götterdienst wegenseiuer glänzenden Feste, seines Alterthums, seines Zusammenhangs mit dercrbaltene» Erziehung, vorzüglich jedoch durch die Beschönigung sinnlicher Lei-denschaften, eine fast bezaubernde Gewalt aus. Und in diesem Wahne be-stärkten das Volk die beid nischen Priester, deren Ansehen durch dasChristenthum bedroht war, sowie Kaufleutc, die im Götzendienste eineErwerbsquelle hatten '). Endlich glaubten auch Gelehrte, die in derBekämpfung der heidnischen Götter und Litteratur den Gegenstand ihrer Vor-liebe und Ehre angetastet sahen, in die Schranken treten zu müssen. Ihnengegenüber standen Ungelehrte und noch dazu verhaßte Juden, die eine Lehreverkündeten, welche den Leidenschaften dcS Volkes in keiner Weise schmeichelte,sondern jedem seiner Bekenner einen unerläßlichen Kampf gegen dieselbenauflegte. Da die alten Religionen meistauch mit dem Staateeng verwachsen waren, so bekämpfte das Christenthum, indem es derheidnischen Götterverehrung als einem Wabne entgegentrat und allgemeineVerbreitung beanspruchte, zugleich auch den Staat. Und doch war dasChristenthum weder die Religion eines besiegten Volkes noch eine religioantiquitnü tra«Ii>n. sondern eine religio oov«, die ohne ausdrückliche Sank-tion des Staates nach römischen Gesehen streng verpönt blieb"). Zudem
N 17. Nigt-I,,,» Tert „i, lat. Ucbers. u. Commcnt. Xmst. 698—
793. 6 3'. t. deutsch übers, v. Rabe. Ausp. 760—63. 6Bde. 4. Pinner, Coin-vcnd. v. lüerosolpm. ». babplon Talmud. Brl. 832. 4. Dorf., babplon. Talmudhcbr. u deutsch u. Commentare. Brl. 842 ff. Nach einer dem schlauen Benehmender Juden bei Joh. 8, 39. analogen Taktik wird Christi u. sein. Anhänger meistunr versteckt, weniger offen gedacht, vgl. Issa/sss lübl. bobr. 0. l l. p. 979—86.
2) A/artt/r. ckialog. r. Irxplionv «suilnro: 2'ertttkk. »äv. .Inüusns:ssM'/au. tsstimouivr. ackv. ,1wl. libb. III.
, 3) Avg. 19, 25. 220?. egp. X. 97. Urupe saiu «lvsolutu tvn>;ssa, saeru solsm-m-t iliu intermlssa. rOOOuarum r«Oo?v — 4) 22c. cks IgM. II. 8-
s. oben S. 73. Note 2. und bei äulius I'uulus sont. V. 2l. §. 2. heißt cs: gut