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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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z. 64. Weitere Berbrcirung des Cbristenthums in Europa.

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selben geschwächt worden war. Da wurde den unbefriedigten Gemüthernwahrscheinlich von Kleinasien ans daS Christenthum verkündet ). Schon im2ten Iahrh. gedenkt man der blühenden Kirchen von Lyon und Vienne,welche^ durch das Märtyrertlmm der Bischöfe Pothinuü ich k77) undJrenäuS (202) verherrlicht worden sind. Den letzter« hatte der durchbesondere Frömmigkeit und Liebe zu Christus ausgezeichnete Posthumiusvon Kleinasien nach Gallien begleitet, und hier an seiner Seite eifrig gewirkt.Auf Veranlassung des römischen B. Fabian^) sollen in der Mitte desNen Iahrh. die Kirchen zu Toulouse, Narbonne, Arles, Clermont, Limoges,TourS und Paris gestiftet worden sein. Bald finden wir die Kirchen Galliensin regem Wechselverkehr mit denen in Italien und Afrika. Cyprian batden römischen B. Cornelius, die gallischen Bischöfe auszufordern, den nova-tianischen B. Marcianus von Arles abzusetzen. Kurz darauf erhoben sichschncllnach einander die Kirchen zu Marseille und Nantes. DiegegendieDona-tisten gehaltene Synode zuArles (314) besuchten auch Bischöfe von Rheims,Rouen, Vaison, Bordeaux, Orange, und Abgeordnete anderer Kirchen ').

Von den beiden Germanien (Oenrikmia I «>l II in den Ländern amlinken Rheinufer bis nach Belgien) berichtet schon Irenaus, daß sich auch hier-her daS Christenthum verbreitet habe''). Sicher bestanden am Ende des 3tenIahrh. die Kirchen zu Trier, der damaligen Hauptstadt des belgischen Gal-liens ^ M e tz und Köln, deren erste Bischöfe Eucharius, ClemensundMaternus waren, welche die Sage als von Petrus abgesendet bezeichnet.Maternus, B. von Köln, sollte zu Rom in den donatistischen Streitigkeiten(313) mit entscheiden '); und kurz daraus erschien er mit seinem DiakonMacrinus auf dem Concil zu ArleS (314), wo auch der B. Agroeciusund der Erorcist Felix von Trier') zugegen waren. Weniger sicher ist derUrsprung der damals entstandenen Kirchen von Tongern, SpeierundMainz, welcher letzteren der b. CreSee uz als erster Bischof vorge-standen haben soll.

Zuverlässiger sind die Nachrichten über die Pflanzung christlicher Kirchenin den Ländern der Donau: Noricum, Rhätien, Vindelicien. Christ-liche Soldaten hatten in den dort liegenden römischen Colonialstädten undFeldlagern Laureacum, Augusta Vindelicorum, Reginum, Juvavia, Triden-tum >c. die erste Kunde des Christenthums verbreitet. Die älteste Kirche bestandzuLorch (llrmroncum) unter dem B. Mariinilian, der in seiner Geburts-

l> Die alten Sagen, daß Lazarus, Mariunn, die hl. Magdalena und diehl. Martha bald nach Jesu Tode in das südliche Gallien gekommen seien unddie Kirche von Massilia gegründet hätten; Paulus u. Petrus Glaubens-boicn hierher gesandt, und Dionys. Areopagita (Apg. 17, 34.) die Kirchezu Paris gegründet habe, wird v. Sinnend, Launoy, Pcrav. u. A. verneint;vgl. Bete. äöÄkaroa, ap. ,1» ovaug-. inlllulliu initiis (Va7e«t7. ii. a.Bnd'e/»'»);bezüglich Paris Vertheid. v. lVatai. Akea. Ii. a. l. suae. äiss. 16. V. IV. p. 343sq. vgl. Ln,«, b. a. V, l.. 2) Nach dem Zeugnisse des OO-SAorr».'? 77«-a».bist, brancor. I, 28. X, 31.

3) Vgl. ÄanÄrtr», 32 I. p. 267. llllrnd-i, 32 II. p. 476. 4) Be», cnmr.buer. I, 10. p. 49. 5) Ozitat. M7er/t. 6v sebisurate vouatist. I, 23.6) 77»A. Lllllnst, bist. ila llorruins 1.1. p. 7. IVrc. ab Lo»t/ieO», bist, tliplom.I'revireusis, in pr-oämno 32 I. p. 64 sg. jdiss. 6a uaru lunäau apiscopmusllrevir.) 7Me,»o»t, 32 IV. g. 1082. Xetu Lunctar. 3u». 3211. p. 922.

Alle drei suchen darzuthun, daß Eucharius bereits im 3. Iahrh. nach Trier ge-kommen sei, Maternus erst im Anfänge des 4. Iahrh. in jenen Gegenden erschien,Retrberg, KG. Dcutschl. Bd. I. S. 73 ff.