61. Summe der apostolischen Lehre und ihre Formen. tl7
Kindl ein, liebet einander)! Die Sage, er werde nicht sterben(Joh. 21, 22 ff.), schien Vielen eine Wahrheit zu werden, bis er endlichwäbrend der Regierung Trajans (um 100) unter den Seinigen eines ruhigenund freudige» Todes starb ): denn sein SlugehattedieKircheChristifast über die damals bekannte Welt verbreitet gesehen!
§. 6l. Summe der apostolischen Lehre und ihre Formen.
Der Auftrag Christi an die Apostel : Gehet hin und lehret alle Völker,und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heil.Geistes (Matth. 28, 10.) bildete den Ausgangspunkt der apostolischenLehre. Daran schloß sich zunächst die Verkündigung desTodcS Christi,seiner Auferstehung (I Korinth 15, 3—4. u. 12—14; Röm. 4, 25.)und Menschwerdung (l Joh. 4, 2—3.); dann der Unterricht über denGl aub en an Gott, die B ekehrung von todten Werken und die Recht-fertigung durch den Glauben (Galat. 3, 8—9; Rom. 3, 28.), überdie Taufe und die Handaufl egung, über Nachlaß der Sünden(Jacob. 5, 16; ! Joh. 1, 9.), über die Auferstehung der Todten unddas ewige Gericht (Hebr. 6, 1—2.). Darin waren nicht nur materiell,sondern auch formell die Elemente des später auf Grund der sicher verein-barten apostolischen Tradition verfaßten G l a u b en ö s y m b o l sder Apostel enthalten* *).
Zur Unterstützung und Belebung dieses mündlichen Unterrichtes')wie aus mancherlei äußern Anlässen wurden die Evangelien und Send-schreiben der Apostel abgefaßt. Der Form nach repräsentiren sie diedrei Haupttypen der christlichen Theologie: der historischen oder positivpraktischen (in den 3 ersten Evangelien, den Briefen Jacobi, Petri),der dialektischen (in den Paulin. Schriften) und der eontempl ativ enRichtung (im Evangelium Johannis), worauf alle später« christlichen Theo-logen in ihren wissenschaftlichen Darstellungen zurückgegangcn sind ^).
Das Bestreben einer weitern Begründung und Entwickelung der aposto-lischen Lehre nach Inhalt und Form gibt sich in den Schriften der Schülerder Apostel, der apostolischen Väter, kund: in dem katholischen Briefedes Barnabas; den zwei Sendschreiben des Clemens, B. v. Rom, andie Korinther; den 7 Briefen des Ignatius, B. v. Antiochien (( 107),an verschiedene Gemeinden und an Polycarpus; dem Briefe an dic Philipper
1) Ä/erom/m. eommsnt. ndtlalnt. (Opp. kd. ülartianav- I'. III. I>. 314.) —2) Ii. e. Ill, l. 3l. ///erc-NAM. de viri« illnstr. e. 9.
*1 I» einer der ältesten, der römischen Form, lautet es: Kredo in IicmmOatrem omnipotentem, et in .leemn Klirmtnin Kilium esim nni< um Dominumnostrnm, gui natus est de Lpiritn snneio et (ex) Aluria virgins, snl> Konti»Kilatn erneiüxus et sepnItUL te.rtin die rö8urrex.it a mortuis, ascsndit ineosluoi, sedet ml dsxterum Katris, inde veutnrii8 sudn-are vivos et mort»»8.Kt in Lpiritnm Lanotnin: Zanetuin Keelesiam: Reinissiunsm peceatornm:Karnis llesnrrsetionem. Dicsein fügte dann das Formular der Kirche zu Ra-venna bei: Vit-un asternam u. die spanische Form Amen. Vgl. /IsnsE/er, en-rbiridiun 8,v>nbo>ormn etr. pair. l —8.
3) Vgls II Thcssal. 2, lüsl Korinth, ll, 2; 11 Timoth. l, 13-14; 2, 2.mit Joh. 20, 30 u. II Joh. v. 12. llcber den Zweck der Abfassung des Ev a n g.Matthäi berichtet Aäexe/n In e. III, 24: » 2 - 7 - 212 ,- 2 I 2 72 - 77 ,- 2 - 7-22
2-2 -7^; -,,- 22 .^; 277 - 77/>i,-22. Uebci den Zweck des 4. Evangcl. vgl. Job. 20, 31.
4) (Lutterbeck, N. T. Lchrbc.zriffc, Bd. II. S. 138 ff.